Kategorie: Schularbeiten
Eingesendet: 01.04.2009
Wörter: 7239
Autor: Ingoaf
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Strafarbeit Thema Rücksicht

Rücksicht im Zusammenleben mit anderen Menschen
Da es keine besonderen Vorgaben bei dem Thema „Rücksicht im Zusammenleben mit anderen Menschen“ gab, möchte ich im folgenden Text zunächst auf die Theorie der Rücksicht eingehen. Hierbei nehmen wir Rücksicht als solche in Grenzen der Gesellschaft oder der Gemeinschaft. Zunächst stellt man sich die Frage: „Wo ist der Unterschied zwischen der gesellschaftlichen Rücksicht und der gemeinschaftlichen?“. Der Unterschied ist klein aber fein. Gesellschaftliche Rücksicht ist eher diejenige, die für die Gesellschaft optimal ist. Meiner Meinung nach könnte man es auch „Die Rücksicht der Starken nennen“. Die gesellschaftliche Rücksicht wird meistens von den „starken“ vorgegeben und ist somit nicht immer die Rücksicht, die man sich vorstellt. Wie jedermann weiß, liegen menschliche Vorstellung meistens dem Idealen nahe, das heißt das menschliche Gehirn, beziehungsweise die Fantasie perfektioniert die Vorstellungen so, dass diese in Wirklichkeit nicht zu realisieren ist, es sei denn in Form einer Diktatur, falls möglich. Die gesellschaftliche Rücksicht bezieht ihren Ursprung zum Teil aus den Gesetzen, in diesem Beispiel abhängig von der EU und dem Grundgesetz Deutschlands, sowie den ethischen Vorstellungen der Gesellschaft. Da die Gesetze von Menschen entworfen sind, insbesondere von Menschen mit Macht, kann man nicht erwarten, dass diese optimal für alle sind. Dem zu Folge ist die Rücksicht auch nicht optimal für alle, ja man kann sie sogar „drehen und wenden“ wie ein Rechtsanwalt einmal sagte(Name unbekannt). Da das Gesetz und hierbei die Rücksicht veränderbar sind, wird es ziemlich schwer sie auf eine Gruppe von Menschen zu optimieren, besonders wenn die „Wächter“ der Rücksicht auch nur über eine geringe Macht verfügen. Genau in solchen Fällen entsteht der sogenannte „soziale Radikalismus“. Grob zusammengefasst ist der soziale Radikalismus ein Versuch, die Gesellschaftliche „Ordnung“ einem oder mehreren idealen gleichzumachen. Dieser Gedanke wurde zuerst von Helmut Plessner erläutert. Da es aber nahezu keine Möglichkeit gibt, gemeinsame Ideale zu finden(genauso wenig wie diese in Tat umzusetzen), werden diese Ideale meistens von denen vorgegeben, die über die größte Macht in der Gesellschaft verfügen und die diese Ideale für absolut richtig halten. Der soziale Radikalismus wird in heutiger Zeit von Demokratie abgemildert, was jedoch keineswegs bedeutet, dass dieser komplett verschwindet. In der Demokratie versucht man die Macht möglichst zu verteilen, die Macht als solche wird dabei nicht geringer. Die Regeln beziehungsweise die herauszunehmende Rücksicht wird damit globaler und bekommt mehr Befürworter. (Die Hauptgegner dieser Rücksicht sind hiermit die Jugendlichen. Warum? Ganz klar! Die Jugendlichen haben viel weniger Macht als Erwachsene und sind somit öfters im Nachteil.) Man schafft es jedoch nicht, alle zu berücksichtigen. Dieses kleine Aufeinandertreffen zweier verschiedener Aspekte der Rücksicht zeigt, dass die gesellschaftliche Rücksicht nicht der einzige Weg ist, Rücksicht zu schaffen. Als Zweitvariante kommt hier die gemeinschaftliche Rücksicht ins Spiel. Nach Plessner sollte man bei dieser, seiner Darstellung als der optimaleren Rücksicht, zu den Wurzeln der Existenz zurückschauen. Plessner sagt, man sollte versuchen, jedem das Ausführen seiner eigenen Ideale zu überlassen. Dieses wäre bei vielen anderen Sachen problematisch, nicht aber bei der Rücksicht. Unter Rücksicht versteht man einen ausschließlich positiv gerichteten Aspekt der sozialen Kompetenz, somit ist es egal, wie hoch oder wie niedrig diese vorkommt, sie richtet nämlich keinen Schaden an. Die gemeinschaftliche Rücksicht hat als Ziel die Kombination ähnlicher Ansichten der Rücksicht zum größtmöglichen gemeinschaftlichen Wohle. Interessant ist, dass hierbei der Vorgang der Kombination frei verlaufen soll, das heißt, dass keine Führungspositionen da sind und keine einzelnen Idealansichten diktiert werden. Die gemeinschaftliche Rücksicht sieht keine Notwendigkeit in Richtlinien, denn das wäre wieder gesellschaftlich. Gemeinschaftliche Rücksicht wird fälschlicherweise oft in Verbindung mit Religion gebracht, der ähnlichen Freiheitsansichten wegen. Da aber in der Religion trotz der relativ großen Freiheit in Form von Gott immer noch eine Macht vorhanden ist, wird bei der Verbindung der Gemeinschaft und der Religion immer ein Unterschied vorhanden sein. Aber auch hier ist eine Kombination möglich, nämlich eine religiöse und gemeinschaftliche Rücksicht. Wenn nämlich Religion als Ideal bei den Mitgliedern der Gemeinschaft vorhanden ist, ist die Kombination nur durch diese möglich. Soweit zur Theorie, nun ein Paar praktische Beispiele. Schüler A, B, C und D sind nach der vorgeschriebenen Ruhezeit im Gang einer Jugendherberge und spielen Karten. In den Zimmern in diesem Gang schlafen andere Personen. Rücksichtsvoll oder nicht rücksichtsvoll? Die Antwort lautet: nicht definierbar! Da die Schülerlautstärke beim Kartenspielen gar keine-sehr leise nicht übersteigt, kann man von keiner Störung der Nachtruhe reden, somit ist außer des zeitlich unerlaubten Aufenthaltes nichts Negatives vorhanden, also nichts nicht Rücksichtvolles. Mit dieser Handlung wird niemandem etwas Positives getan, somit ist diese Handlung von der Rücksichtsfrage aus nicht definierbar. Beispiel 2: Schüler E, F, G und H singen während der Nachtruhe ein Lied, die Lautstärke ist grenzwertig, man hört sie auf dem Gang, schlafende Personen beschweren sich aber nicht. Nicht Rücksichtsvoll? Von der gesellschaftlichen Rücksicht aus, ja! Die Schüler gefährden mit ihrem Gesang den Schlaf anderer Personen, somit gesellschaftlich nicht rücksichtsvoll. Von der gemeinschaftlichen Rücksicht aus, aber, nein! Da die gemeinschaftliche Rücksicht sich ausschließlich nach dem Wohl der Personen richtet und nicht nach Gesetzen oder Vorschriften, ist es in diesem Falle nicht definierbar, da nichts Negatives geschieht. In diesem Moment tendiert das Verhalten sogar eher zu gemeinschaftlich Rücksichtsvoll, weil die Schüler E, F, G und H mit ihrem Gesang sich die Laune gegenseitig steigern. Da die Gefahr des Anstiegs der Dezibel aber hoch ist, wäre hierbei das Einstellen des Singens die optimalste Lösung. Letztes Beispiel: die Schüler E, F, G, und H werden bestraft. Rücksichtsvoll oder nicht? Gesellschaftlich ja, denn es wird erwartet, dass die Schüler daraus lernen und sich in gleichen Situationen rücksichtsvoller benehmen. Gemeinschaftlich aber keineswegs. Den Schülern E, F G und H wird ihre Freizeit weggenommen. Falls dies von einem Machtträger aus geschieht(den es bei der gemeinschaftlichen Rücksicht gar nicht erst geben darf), so ist dies noch rücksichtsloser, da 1. keine Sicherheit besteht, dass die Schüler irgendetwas daraus lernen und 2. mehrere Personen bestraft werden und somit das gemeinschaftliche Wohl ins Schwanken gerät sowie 3. kein Grund aus der Sicht der gemeinschaftlichen Rücksicht vorhanden ist.
Die im Inhalt genannten Personen, Orten und Handlungen sind frei erfunden! Sollten Ähnlichkeiten mit tatsächlich existenten Personen, oder sollte ein solcher Eindruck entstehen, so ist dies meinerseits auf keinen Fall gewollt oder beabsichtigt.

Anmerkung des Einsenders: Sind n Paar rechtschreibfehler und sowas drin^^

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