Kategorie: Schularbeiten
Eingesendet: 18.06.2006
Wörter: 16928
Autor: BlackMisfit
Dokument melden:

Sozialkunde

EINLEITUNG

 

Im Rahmen des Themas möchte ich mich damit beschäftigen, wie es zu Rausch- und Suchtmittelkonsum kommt und welche Folgen der Konsum haben kann.

 

 

 

 

VERFÜHRUNG ZUM KONSUM?

 

Wenn man keine gefestigte Meinung zum Thema Rausch- und Suchtmittel – also Alkohol, Nikotin, Drogen… auch Koffein - hat, kann man meiner Ansicht nach sehr leicht zum Konsum verführt werden.

Aus dem Wunsch, cool zu sein; dazu gehören zu wollen; sich reifer fühlen zu wollen, als man ist; ist ein regelrechter „Kult am Verbotenen“ entstanden. Vor allem Jugendliche versuchen sich zu beweisen, was sie sich trauen – und dabei getrauen sie sich einfach nur nicht „Nein“ zu sagen.

 

Die Medien, allen voran die Fernsehwerbung, preisen (gedankenloses) Mittun. Wer dagegen hält, hat nicht etwa eine eigene Meinung. Er ist der Außenseiter, der „Looser“.

Wie die Frühprogrammierung und Fernsteuerung zum gezielten Konsum durch Werbeträger funktioniert, verdeutlicht der folgende Artikel.

 

 

>> Die zarte Versuchung

15.02.2005: Wie gerade Kinder manipuliert werden: Deutlich abgehoben von der konventionellen Werbung für Erwachsene preist die Werbebranche zur besten Sendezeit Kindern und Jugendlichen die Genüsse des Lebens an.

Im Rennen um die Marktanteile bei den Jüngsten sind Überraschungsei und die leckere Milchschnitte („Die kleine Milchmahlzeit“), aber genauso auch alkoholische Partykracher. Kurzum: Es wird für alles geworben, was Lust und Genuss verspricht. Max Plenert erklärt uns die genauen Tricks.

Gerade Fernsehwerbung ist das ideale Werbemedium. Sie greift, schon bevor Kinder richtig sprechen können und sie rieselt täglich stundenlang in Millionen deutscher Haushalte. Während die Schule und deren Inhalte von Kindern und Jugendlichen nur mühsam abgesessen werden, ist beim Fernsehen plötzlich eine unglaubliche Begeisterung und Ausdauer festzustellen. Mit großer Aufmerksamkeit werden Werbebotschaften wahrgenommen und verinnerlicht. Gerade einige Klassiker – wie die McDonalds Melodie –werden uns wohl ewig in Erinnerung bleiben. Oder wer hat beim Gedanken an Bacardi nicht sofort das “Feeling“ vom prallen Leben in der Karibik im Kopf?

Auch außerhalb des Fernsehens möchten uns die Konzerne zu unserem Glück verhelfen. Mit Projekten wie dem McDonald's Junior Club für Kiddies zwischen vier und zwölf Jahren wird die junge Kundschaft möglichst früh an das Produkt gebunden und frei Haus mit Werbung und Gutscheinen versorgt. Kauft Mensch dann endlich das vermeintlich heiß begehrte Produkt, geht der Werbefeldzug auf der Verpackung weiter. Bonuspunkte, Gewinnspiele und spannende Tipps von „Kinder® Prof Rino®“ lassen die Kinderaugen weiter leuchten.

Consumo ergo sum!

Auch Erwachsene werden durch Kinder-Werbung angesprochen. Wer seinen Kindern „die besten Produkte“ bieten möchte, wird sich beim Einkaufen bewusst oder unbewusst für die Produkte aus der Werbung entscheiden. Durch die permanente Konsum-Botschaft, wird schon GrundschülerInnen ein gerade zu „natürlicher“ Kauftrieb anerzogen, der weit über die Befriedigung echter Bedürfnisse hinausgeht: Konsum wird zum Selbstzweck.

Die Grenzen zwischen Nahrungsmitteln, Genussmitteln und Drogen sind fließend. Auch wenn das Gefahrenpotenzial von Alkohol inzwischen allen bewusst sein sollte, in der Welt von Smirnoff oder Rigo spielt das keine Rolle. Mit einem unglaublichen Werbebudget wurde das Produkt Alcopop auf den Markt geworfen - und die Rechnung ist aufgegangen. Werbung ist nach einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung der häufigste Ort, an dem Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren Alcopops sehen oder davon hören. Hilflos wirken dagegen die Versuche der Politik, durch Verbote oder Präventionsprogramme dem entgegen zu wirken.

Auch der Versuch, über die Alcopopsteuer einzuwirken, hat nicht viel verändert. Während die Hersteller weniger bekannter Produkte durch den Einsatz von Weinalkohol (anstatt Branntwein) das Gesetz legal umgehen, bleiben bei Marken-Produkten wie Smirnoff Preis und Inhalt gleich. Die Gewinnspanne der Getränkehersteller ist groß genug, um die gesamte Steuer zu kompensieren. Ebenfalls unwirksam wird die Sondersteuer bei einem Alkoholgehalt von über zehn Prozent, also gilt ab morgen „Trink zwölf!“ Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass mit den Jugendschutzgesetzen auch weiterhin sehr lasch umgegangen wird. Wenn es um „harten Alkohol geht, mag es bei den VerkäuferInnen noch eine Hemmschwelle geben, diesen an Kinder und Jugendliche abzugeben - Alcopops dagegen werden auch schon mal bei den alkoholfreien Getränken platziert. <<

(Max Plenert ist 22 Jahre alt und kommt aus Hüttenfeld (Südhessen). Derzeit studiert er Physik und ist Koordinator des „Fachforum Drogen“)

 

 

DROGEN – WIRKUNG UND FOLGEN

 

Haschisch gilt als so genannte Entspannungsdroge. Nach dem Rauchen eines Joints kann es zu Freudlosigkeit, Antriebsarmut, Müdigkeit und langer Weile kommen. Der Konsument reagiert auf Reize aus der Umwelt gleichgültig und gelassen. Außerdem kommt es zu Orientierungsstörungen und einem erhöhtem Appetit.

 

,,Speed ist stimulierend: Es produziert, in kleinsten Dosen, Euphorie, erlöst von Müdigkeit, unterdrückt den Appetit und reduziert das Schlafbedürfnis auf fast Null. Der Konsument fühlt sich freudig aufgeregt, ein nachgerade überwältigendes Gefühl von Wohlergehen und geistiger Klarheit beherrscht ihn."

Kokain bewirkt einen relativ milden, angenehmen Rausch, für ca. 20 bis 60 Minuten wird ein Gefühl der Euphorie, besonderer Konzentration und Messerscharfen Intelligenz vermittelt, dadurch steigert sich das Selbstbewusstsein des Konsumenten.
Eine weitere Wirkung ist, dass Kokain den Appetit dämmt. Was hauptsächlich bei den weiblichen Konsumenten als Vorteil und weiterer Pluspunkt zählt. Außerdem hat Kokain den Ruf ein ganz besonderes Aphrodisiakum zu sein.

Es heißt ,,Ungerechtfertigte Unzufriedenheit, Ängste und Sorgen würden durch die Einnahme von XTC (Ecstasy)  gewissermaßen ausradiert; für die gerechtfertigten Sorgen verleihe XTC seinen Konsumenten Kraft und Kreativität, um an die Lösung dieses Problems zu gehen (...) Sexuelle Hemmungen und Verspannungen, wie auch alle anderen Blockaden, an denen ein Mensch irgend leiden kann, würden sehr bald aufgehoben".

LSD ist eine Psychodroge, keine Leistungsdroge. Sie kann zu Sinnestäuschungen, Halluzinationen, Verlust des Gefühls für Zeit und Raum sowie zu Selbst- und Fremdgefährdung führen. Die Einnahme von LSD-Präparaten bringt lange und intensive Tripepisoden mit sich.

 

WAS WIR BRAUCHEN?

 

Abschließend möchte ich noch einen Gedanken aufgreifen, den ich in einer Arbeit von Diana Buchholz, Fachbereich Sozialpädagogik, gefunden habe.

 

>> Die Jugend der Gegenwart ist jene Generation der Weltgeschichte, die die bislang beste Ausbildung vorzuweisen hat. Es ist die technisch versierteste, vielseitigste und multikulturellste Generation überhaupt. (Vor diesem Hintergrund erscheinen die Verallgemeinerungen über den besorgniserregenden Zustand der Jugend zumindest fragwürdig)(Jugendkultur S. 71).

Die allgemeine Stimmung zeichnet sich durch Verunsicherung, Vieldeutigkeit und Pessimismus aus. Die Jugendlichen heute sind die erste Generation, die die Grundstimmung der ihnen zugeordneten Theorien tatsächlich ausleben: Chaos, Unbestimmtheit, Simulation und Hyperrealität sind nicht nur Begriffe, denen Jugendliche in Seminaren begegnen. Diese Kräfte bestimmen die Struktur ihrer Erfahrungen und sind außerdem noch geprägt von Unternehmensschrumpfungen, schwindenden Berufsaussichten, ökonomischer Rezession, einem gigantischen Informations- und Medienangebot, den Bedingungen einer, von Computern geleiteten Gesellschaft, Verbrechen, Gewalt, Identitätskrisen und einer unberechenbaren Zukunft.

 

Der Gebrauch von schnellen Drogen wie XTC, Kokain oder Speed vermag es unter Umständen manchem Jugendlichen leichter zu machen sich in diese schnelle Welt zu integrieren und ihn in die Lage zu versetzen, sich in einer immer rascher verändernden Umwelt zurecht zu finden und so die eigene Zukunft, Kultur und soziale Welt mit zu gestalten.

Sind es vielleicht diese teilweise teuren Drogen mit ihren flüchtigen, kurzlebigen, oberflächlichen Rauschzuständen, die sie bei der Jugend heute so beliebt machen? ,,Vielleicht braucht eine flüchtige, kurzlebige, oberflächliche Zeit ein Medikament, ein Betäubungsmittel, das die Schnelligkeit, Kurzlebigkeit und Oberflächlichkeit erträglich macht." <<

 

 

Vielleicht brauchen wir aber auch einfach nur von klein auf wieder die derzeit viel berufene, in Elternhaus und Schule einheitliche, gesamtgesellschaftlich unterstützte Vermittlung von (Lebens)Werten.

 

Anmerkung des Einsenders: dieses wurde eine 1!

1 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.

18. Juni, 14:09 Uhr
von BlackMisfit

für alle die, die das thema in der schule haben und nicht wissen was sie schreiben sollen!
viel erfolg!