Kategorie: Schularbeiten
Eingesendet: 22.02.2013
Wörter: 5802
Autor: bugmenotReally
Dokument melden:

Pädagogik

... ÜBER DAS VERSAGEN DER KUSCHELPÄDAGOGIK
(Quelle: myspace.com/pedagogictorment)

In der heutigen Zeitperiode ist es zu einem Desaster der Erziehungsfähigkeit gekommen.
Ziellosigkeit und die daraus häufig entstandenen Depressionen (in welcher Form auch immer) zeichnen das heutige Bild unserer Gesellschaft. Lassen wir einmal die drohenden globalen Katastrophen außer Acht, die bei aller Vorhersehbarkeit trotzdem unvorstellbar sind, und konzentrieren wir uns auf das Alltagsleben.

Im Zuge der fortschreitenden Rationalisierung und Umstellung auf technischen Fortschritt wächst das neue Terrain in Windeseile. Es ist das Niemandsland zwischen dem „Arbeiten-müssen, um zu leben" und dem "Leben-dürfen, um zu arbeiten".
Heutzutage trifft dies beides nicht mehr ganz den Kern der Sache, denn weder kann in der Arbeit der alleinige Lebenszweck gesehen werden, noch im bloßen Am-Leben-Bleiben der alleinige Arbeitszweck.
Zwischen dem Am-Leben-Sein und dem Arbeiten-müssen (bzw.- dürfen) hat sich ein weiteres Feld aufgetan, ein größtenteils unerforschtes Gebiet. Die so genannte „Freizeit".

Dabei geht es nicht etwa darum, überflüssige, unausgefüllte Zeit, langweilige Freitagnachmittage bis hin zu ebenso langweiligen Sonntagabenden über die Runden zu bringen, das wäre kein Ziel für eine hoffnungsvolle junge Generation.

Liest man in alten Märchen oder Sagen nach und filtert man den Lebensstil der vergangenen Zeit heraus, dann kommt einem (nach modernen Maßstäben) vieles hart und brutal vor. Insbesondere die frühe Heranziehung der Kinder zum Arbeitsdienst im elterlichen Haushalt und Gewerbe kann einem da in besonderem Maß ins Auge fallen. Da mussten schon die Kleinsten mit hinaus aufs Feld, wenn Erntezeit war. Schularbeiten waren dann der reinste Luxus. Die Aufgaben wurden durch die autoritäre Hand des Vaters verteilt und zur Durchführung festgelegt.
Kindheit, Freizeit, Jugendzeit, all das kam zu kurz. Aber dennoch gab es dabei einen Pluspunkt: die Kinder wurden konsequent auf ihr Leben vorbereitet, von dem sie weitgehend wussten, wie es aussehen würde.
Demgegenüber steht heute eine Kindheit, Freizeit und Jugendzeit, die alles andere als aufs Leben vorbereitet. Es gibt keine Pflicht zur Arbeit, dafür aber einen Schullleistungsdruck, es gibt auch keine Vorprogrammierung des Lebenslaufes, dafür aber die Qual der Wahl.
Die elterliche Autorität ist gemindert, Kinder „gehorchen" nicht mehr, sondern „verhandeln" mit ihren Eltern. Das übermäßige Aufrüsten der Haushalte mit elektronischen Unterhaltungsgeräten hat den Erfahrungsbereich von Kindern verändert. Bei dem Fernsehprogramm sowie den Videospielen kommt es zu einem „allmählichen Verschwinden der Wirklichkeit", d.h. das Kind macht Erfahrungen aus zweiter Hand. Diese überlagern die bisherigen Erfahrungen und verschmelzen zu einem neuen Abbild der Realität. Das bedeutet das viele Bilder von der Wirklichkeit zur Verfügung stehen, aber nur wenig eigene Erfahrungen. Dabei handelt es sich nicht um die unmittelbare Realität. Viel mehr sind dies Abbilder von der Welt, und nicht die Erfahrungen der „wirklichen Wirklichkeit". Die dabei angefertigten Deutungen und Botschaften erzeugen somit eine Vorstellung davon, wie die Welt sei.
Die klaren Verbindlichkeiten des Lebens sind geschwächt, mit der Folge, dass ins Wechselspiel des Lebens eingetreten werden muss wie ein Autofahrer, der sich auf die Straße wagt, ohne die Verkehrszeichen zu beherrschen oder auch nur ihre Beachtung verinnerlicht zu haben. Das glanzvolle Resultat ist ein gesellschaftlich perfekt inszeniertes Chaos.

Emotional hat die Neuzeitgesellschaft den meisten unserer Kinder fast alles gegeben.
Es wurde den Kindern so angenehm und schön wie möglich gemacht, und das nicht nur in materieller Hinsicht. Das Einzige, was sie vielleicht vermisst haben, war die Forderung an sie, nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben. Unter solchen Voraussetzungen gedeiht das toxische Miteinander. Als weiterer Schwerpunkt sollte auch die sogenannte Abnabelungsphase der Jugend betrachtet werden, weg von der Familie, und hin zur Erziehung durch meist bestehende Cliquen. „ Subkultur versus Familie" ist die vorherrschende Kampfparole. Das Abdanken der Eltern als Vorbild geschieht durch ein Ohnmachtsverhalten des mäulerstopfenden Pflegepersonals, welches als Resultat der Frustration ihren Kindern die Vorbildwirkung nehmen. Um sich als orientierungsloser und formungsbereiter Jugendlicher dennoch Regeln und Normen sowie Vorstellungen einzelner unterwerfen zu können, muss somit der Freundeskreis herhalten. Somit erzieht sich unsere jüngere Gesellschaft wie ein „Amoklauf" von allein.
Wir als Pädagogen sind ebenfalls in diese Gesellschaft integriert und schwimmen gegen den Strom des Stumpfsinnes. Das dies nicht spurlos an uns vorüber gegangen ist, wird keinen verwundern. Es ist uns ein Bedürfnis den Erziehungsauftrag in die eigenen Hände zu nehmen, um den Gemeinschaftsgedanken in der „erziehungssperrigen" Zeit nach Sinnsuche und Erfüllung voran zu treiben. Jeder kann sein Teil zum gesellschaftlichen Gelingen beitragen auch ohne sich selbst etwas zu verschenken. Nur über klare Strukturen in der Erziehung können unsere Kinder, weg von der Bedürfnisbefriedigung und dadurch hin zur Sinnorientierung sowie zur geistigen Mündigkeit gelangen.
Eltern lasst euch gesagt sein, das ihr nur wenig oder kaum mehr Einfluss auf die Heranwachsenden habt(hier sind nicht ausschließlich eure eigenen Kinder gemeint), dennoch den Glauben an sie nicht verlieren dürft, dass wir mutig darauf hoffen, dass die Jugend selber die Kraft in sich trägt, über viele Um- und Abwege zu den richtigen Zielen vorzustoßen, und dass wir diesen jungen Menschen unsere Liebe bewahren, auch wenn sie sich mitunter gar nicht liebenswert benehmen.

Anmerkung des Einsenders: Wer sich dieser Meinung nicht fügen kann der möge bitte jetzt seinen Text auf die myspace Seite von -pedagogic torment- meißeln. Ergänzungen und Anmerkungen sind erwünscht.

0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.