Nur ein Mensch, aber ein besonderer

Tue, 11 Oct 2016 13:53:00 GMT von

Den meisten Menschen erscheint Rag’n’Bone Man als genialer Newcomer, doch ist der britische Sänger schon seit einer halben Ewigkeit mit dem Musikvirus infiziert. Derzeit dominiert sein Überhit "Human" Airplay-Charts, iTunes und Shazam.

"Human" ist bei Weitem nicht das erste Lebenszeichen von Rory Graham aka Rag’n’Bone Man. Aber es ist jene Debütsingle mit der ihm Durchbruch in ganz in Europa gelingen kann. Den Sprung in die Deutschen Single- und Airplay-Charts hat sie längst mit Bravour geschafft. Und auch bei iTunes und Shazam kletterte der Song bis an die Spitze. Sollte irgendwer, die Nummer noch nie gehört haben, kann er das wahlweise im offiziellen Video oder in der besonders gefühlvollen Mahogany Session nachholen. Und wenn ihr schon dabei seid, dann schaut am besten auch gleich die Live-Aufnahme von "Bitter End" - Gänsehaut inklusive.

Der Weg zum Durchbruch

Als 15-jähriger Teenager betätigte sich Rory Graham bereits als MC einer Drum’n’Bass Crew, wo er sich inspiriert von der Seventies-Sitcom "Steptoe And Son", die er (als Wiederholungen) im Fernsehen gesehen hatte Rag’n’ Bonez nannte. Nachdem er seine Rap-Skills bei Open Mic-HipHop-Abenden ausgetestet hatte und bis zum Abwinken UK HipHop u.a. von Roots Manuva konsumierte, begann er damit, nach London zu pendeln, um die Slipjam B-Events im Jamm Club in Brixton zu besuchen. Dort freundete er sich u.a. mit Gizmo und DJ Direct an, mit denen er die Crew "The Rum Committee" gründete. In den darauf folgenden paar Jahren supporteten sie unter anderem HipHop-Legenden wie Pharoahe Monch und KRS One im Concorde 2 in Brighton und veröffentlichten ihr eigenes Album via Bandcamp. 

Das erste Bühnenerlebnis

Während dieser Zeit erwarb sich Graham rudimentäre Kenntnisse zum Thema Aufnahmetechnik. Parallel dazu versuchte er sein Potential als Sänger auszubauen. Mit 19 ermunterte sein Vater ihn bei einer Blues-Jam im örtlichen Pub auf die Bühne zu gehen und das Gefühl der damit verbundenen direkten und positiven Reaktion hatte eine ziemliche Wirkung. Schließlich nahm er auf eigene Faust seine erste EP unter dem Titel "Blues Town" auf. Obwohl diese weder technisch, noch gesanglich besonders hohe Qualität vorweisen konnte, öffneten sich dadurch etliche Türen für Rag’n’Bone Man, wie er sich inzwischen als Künstler nennt. Rory wurde für Akustik-Gigs gebucht und durfte im November 2012 sogar Joan Armatrading in Brighton im Dome supporten. 

Stück für Stück

Zwischen 2011 und jetzt veröffentlichte Rag’n’Bone Man mehrere EPs, zuletzt die neun Tracks umfassende "Wolves EP". Doch das ist längst nicht alles, was wir von dem "Human"-Interpreten erwarten dürfen. Rory ist nach anderthalb Jahrzehnten harter Arbeit und Weiterentwicklung, fest entschlossen sich in ganz Europa einen Namen zu machen. Seine Vorabsingle vom ersten richtigen Album, wird angetrieben von einem unwiderstehlichen Chain-Gang-Beat, dazu singt Rory von tödlicher Verletzlichkeit, in einer bewegenden Art und Weise, die keinen kalt lassen kann.

Es ist ein Lied, dass seine scheinbaren Widersprüchlichkeiten auf den Punkt bringt: seine Stärke und seine Freundlichkeit, sein atemberaubend meisterhafter Gesang und seine intuitive Soulfulness, sein früh erlangtes Wissen um die Befindlichkeiten des menschlichen Daseins. 

Debütalbum ist in Arbeit

Mit "Human" hat er uns längst einen Ohrwurm implantiert. Die "Wolves EP" ist seit vergangener Woche bei Sony auch in Deutschland erschienen und das Rag'n'Bone Man-Debütalbum wird für März 2017 erwartet. Auch die Konzertkarten für die bevorstehende Rag'n'Bone Man-Deutschlandtour sind bzw. waren heiß begehrt: seine drei Shows in Hamburg (04.12.), Berlin (05.12.) und München (06.12.) im Dezember sind bereits restlos ausverkauft.



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