Das waren noch Zeiten...Live at the Hollywood Bowl

Thu, 21 Jul 2016 15:14:00 GMT von

Wo immer sie auftauchten - Kreischalarm war ihnen sicher. Kaum vorstellbar, dass es im 21. Jahrhundert irgendjemand geben könnte, der von den Beatles noch nie gehört hat. Die Briten sind  bis heute die bekannteste Band unserer Galaxie.

Eine musikalische Revolution brach mit der Gründung der Beatles in den 60er Jahren aus. Aber auch der Modestil, der vier Pilzköpfe, wie man sie ebenfalls nennt, läutete eine neue Ära ein. Bewegend und wegweisend sind die Songs der Band bis heute geblieben. Egal ob man 78 oder 18 Jahre alt ist, Stücke wie "Let It Be" oder "All You Nee Is Love" kennt jeder. Die Beatles erschufen in ihrer 10 Jahre währenden Historie (1960-1970) massenweise Hits und Evergreens. Unvergesslich sind auch ihre Hollywood Bowl Konzerte, von denen es demnächst ein neues Album und einen Dokumentarfilm gibt.

Live At The Hollywood Bowl

Fans sollten sich diese Termine schon im Kalender vormerken: am 09. September erscheint weltweit das neue Album "The Beatles: Live At The Hollywood Bowl" und am 15. beziehungsweise 16.09. kann man sich die Dokumentation "The Beatles: Eight Days A Week - The Touring Years" im Kino anschauen. Der Film stammt von Regisseur Ron Howard und enthält neu abgemischte und gemasterte Aufnahmen der drei Hollywood Bowl Konzerte.

Totale Ausgelassenheit

Es waren andere Zeiten und von der medialen Perfektion dieser Tage meilenweit entfernt. Dreimal traten die Beatles in Los Angeles auf. Zuerst am 23. August 1964 und im Folgejahr am 29. und 30. August. Zum Glück wurde schon vor gut 50 Jahren daran gedacht, dass man solche Ereignisse mitschneiden sollte. Und so verkünden dieser Tage Apple Corps Ltd. und Universal Music Group ihre weltweiten Veröffentlichungspläne von "The Beatles: Live At The Hollywood Bowl“. Mit diesem durch technische Möglichkeiten überarbeiteten neuen Album, wurde die fröhliche Ausgelassenheit der einst ausverkauften Konzerte eingefangen. 

Live Konzerte in LA

Damit stehen die Shows zum ersten Mal weltweit auf CD, als Download und Stream zur Verfügung. Später, am 18. November wird noch eine 180-Gramm Vinylausgabe im edlen Klappcover veröffentlicht. Zum Album gehört ein 24-seitiges Booklet mit einem Essay des renommierten Musikjournalisten David Fricke. Ergänzt und abgerundet wird dieser Musikgenuss durch den autorisierten Dokumentarfilm über die frühe Bandkarriere der Beatles von Oscarpreisträger Ron Howard. Das Cover der Platte ziert ein sonniges Portrait von John Lennon († 1980), George Harrison († 2001), Ringo Starr und Paul McCartney, welches ihr damaliger Tourmanager Bob Bonis am 22. August 1964 schoss, als die Band auf ihrer Reise vom Seattle Tacoma Airport nach Vancouver, wo sie ihr erstes Konzert in Kanada gaben, die Chartermaschine bestieg.

Chaotische Zustände

Die Aufzeichnung der Beatles-Konzerte in der Hollywood Bowl war eine ziemliche schwierige Angelegemheit, berichtete Produzent Sir George Martin schon in den Linernotes zum 1977er Release "The Beatles At The Hollywood Bowl": "Das Chaos, ich könnte es fast schon Panik nennen, das bei diesen Konzerten herrschte, war unglaublich. Man musste schon dabei gewesen sein. Es waren nur Dreispuraufnahmen möglich. Die Beatles hatten keine Monitore, so dass sie nicht hören konnten, was sie sangen, und das ewig anhaltende Geschrei aus 17.000 jungen, gesunden Kehlen hätte selbst einen Düsenjet übertönt."

Das ursprünglich veröffentlichte Album ist längst vergriffen und dient lediglich als Referenz für das demnächst neu erscheinende Werk. Für "The Beatles: Live At The Hollywood Bowl" wurde auf die alten Dreispuraufnahmen zurückgegriffen, es handelt sich aber um eine komplette Neuveröffentlichung.

Komplett neu abgemischt

Um die Stimmung der Shows einzufangen und zugleich die Darbietungen in der heute bestmöglichen Klarheit und Qualität zu präsentieren, haben die beiden Grammy-Gewinner Produzent Giles Martin und Toningenieur Sam Okell die Aufnahmen in den Abbey Road Studios meisterhaft neu abgemischt und gemastert, darunter die von Giles’ Vater produzierten 13 Stücke des Originalalbums sowie vier zusätzliche, bisher unveröffentlichte Aufnahmen der legendären Konzerte. Dazu erzählt Musikproduzent Martin: "Vor ein paar Jahren riefen die Capitol Studios an und teilten mir mit, dass sie einige Hollywood-Bowl-Dreispuraufnahmen in ihren Archiven entdeckt hätten." 

Mittels Technik die Freude extrahiert

"Wir übertrugen sie und bemerkten eine Verbesserung im Gegensatz zu den Bändern, die wir im Londoner Archiv aufbewahren. Nebenher arbeite ich seit einiger Zeit mit einem Team unter der Leitung des Toningenieurs James Clarke an der Demix-Technologie, die es ermöglicht, bestimmte Sounds aus einem einzelnen Stück zu entfernen oder zu separieren. Gemeinsam mit Sam Okell begann ich, die Hollywood-Bowl-Bänder neu abzumischen. Die Technologie hat sich, seit mein Vater vor vielen Jahren an dem Material gearbeitet hatte, enorm weiterentwickelt. Heute ist die Klarheit viel besser, so dass die Unmittelbarkeit und die aufgewühlte Stimmung so gut herausgehört werden können wie nie zuvor.

Die Worte meines Vaters treffen noch immer zu, aber was man heute hören kann, ist die ungeschliffene Energie von vier Freunden, die vor einer Menge spielen, die die Band vergöttert. Viel näher kann man nicht an das Ereignis Hollywood Bowl auf dem Zenit der Beatlemania herankommen. We hope you enjoy the show ...“

Die frühen Jahre

Ebenso wie das neue Album, stellt auch die Dokumentation von Ron Howard großen Musik- und Bildgenuss in Aussicht. Der Regisseur konzentrierte sich bei seinem raren und exklusiven Material auf den ersten Teil der Beatles-Karriere (1962-1966). "The Beatles: Eight Days A Week - The Touring Years" betrachtet jene Periode, in der die vier Liverpooler tourten und Weltruhm erlangten. Die Grammy-Gewinner Nigel Sinclair und Scott Pascucci von White Horse Pictures sowie der Oscar- und Emmy-Preisträger Brian Grazer von Imagine Entertainment sind gemeinsam mit Howard die Produzenten des Films. Jeff Jones und Jonathan Clyde von Apple Corps Ltd. fungieren gemeinsam mit Michael Rosenberg von Imagine sowie Guy East und Nicholas Ferrall von White Horse als leitende Produzenten.

Eight Days a Week

Der Film entstand in enger Zusammenarbeit mit Paul McCartney, Ringo Starr, John Lennons Witwe Yoko Ono und Olivia Harrison. "The Beatles: Eight Days A Week - The Touring Years" streift auch die Hollywood Bowl Konzerte der Band und enthält Aufnahmen ihrer Performance von "Boys", das auch auf "The Beatles: Live At The Hollywood Bowl" enthalten ist. Die Weltpremiere der Dokumentation findet am 15.09. in London statt. Danach wird der Film weltweit in vielen Kinos gezeigt (In Deuschland bereits am Premierentag). Weitere Infos dazu gibt es hier.

The Beatles: Live At The Hollywood Bowl - Tracklist:
01. Twist and Shout (30 August, 1965)
02. She’s A Woman (30 August, 1965)
03. Dizzy Miss Lizzy (30 August, 1965 / 29 August, 1965 - one edit)
04. Ticket To Ride (29 August, 1965)
05. Can’t Buy Me Love (30 August, 1965)
06. Things We Said Today (23 August, 1964)
07. Roll Over Beethoven (23 August, 1964) 
08. Boys (23 August, 1964)
09. A Hard Day’s Night (30 August, 1965)
10. Help! (29 August, 1965) 
11. All My Loving (23 August, 1964) 
12. She Loves You (23 August, 1964) 
13. Long Tall Sally (23 August, 1964) 
14. You Can’t Do That (23 August, 1964 - previously unreleased)
15. I Want To Hold Your Hand (23 August, 1964 - previously unreleased)
16. Everybody’s Trying To Be My Baby (30 August, 1965 - previously unreleased)
17. Baby’s In Black (30 August, 1965 - previously unreleased)

 

 



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