Passt in keine Schublade - Majestät

Mon, 01 Jun 2015 13:03:00 GMT von

Wer Bock auf richtig geilen deutschsprachigen Punk hat, muss das neue Album "Majestät" haben, das zumindest meint Timo Januschewski von Loz Tinitoz.

"Am besten komm´ ich nie mehr wieder. Ich nehm´ den nächsten Flieger nach New York", sangen Loz Tinitoz in ihrem Radiohit "New York", der auf dem letzten Album "Auf der Suche nach Aletheia" erschien. Das war im Februar 2013, doch inzwischen haben sich Sänger Timo, Bassist Norman Gerber, Drummer (Vocals) Skinny G Moe und Olly Lagemann als Neuzugang an der Gitarre (Ersatz für Christian Böger) die Sache anders überlegt und kommen mit ihrem Album "Majestät" zurück.

Klangfarbenvielfalt

Loz Tinitoz haben sich zwar nicht vom Punk verabschiedet, dennoch ist "Majestät" klanglich weitaus bunter und abwechslungsreicher als die vorigen Alben. Die Bandbreite reicht diesmal von lockeren Punkrocknummern ("Respekt") über Pop-Rock-Balladen ("Ein Stück vom Himmel") oder Hardrocksongs ("Die besten Nächte"), bis hin zu Singer-Songwriter-Stücken im Akustikformat ("Reserviert").

Keine passende Schublade

Manche Menschen bevorzugen eine klare Zuordnung. Sie legen ihre Meinungen und auch Musik gerne in eine geeignete Schublade, um bei Bedarf darauf zugreifen zu können. Bei Loz Tinitoz bekommt man diesbezüglich ein Problem, denn die Band passt nirgends richtig hinein. Wer trotzdem einen Näherungswert benötigt, dem können wir lediglich sagen, dass die Cuxhavener am ehesten in der Nachbarschaft von Kraftklub, den Toten Hosen oder Green Day zu suchen sind. Aber nur wirklich nur so ungefähr, da die Jungs durch ihre Eigenwilligkeit keine exakte Zuordnung möglich machen.

Aus dem echten Leben heraus

Ihre Songs strahlen stets eine ehrliche, raue Wärme aus, welche durch lebensnahe Geschichten vom Songwriter, Gitarristen und Sänger der Kombo geprägt sind. Timo Januschewski schreibt seine eigenen Alltagserfahrungen in den Songs nieder. Davon erzählt er teilweise auch in diesem Trailer zum kommenden Album.

Was Mann denkt und fühlt

In den Liedern des Albums geht es unter anderem um die Träume des Reichseins, über die Schönheit der vergangenen Momente, alte Liebe, die latente Dauerpräsenz der Ex-Freundin, abgehobenen Menschen, um inhaltslosen Konsum und um Männer, die sich immer wieder von Frauen verarschen lassen. Sämtliche Texte wurden in Songs verpackt, die grundsätzlich zu Loz Tinitoz passen, 2015 aber farbiger und emotionaler als frühere Werke daher kommen.

Sanft und Kraftvoll zugleich

Auf "Majestät" gibt es z.B. den Song "Respekt", der zwar gewohnt punkig ist, dabei aber ein besonderes Ohrwurm-Feeling aufweisen kann. Auch "Magga" hört sich grob erst einmal nach einem typischen LT-Song an, wird aber von der Band ungewohnt tanzbar und locker dargeboten. Ebenso frisch und locker kommen Lieder wie "Selfmade Millionär" und "" aus den Boxen. Rock-Balladen hat die Band mit dem Titelstück "Majestät", dem "Stück vom Himmel" und "Reserviert" ebenfalls im Gepäck. Diese klingen wesentlich ausgereifter als frühere Stücke dieser Art und werden mit viel Gefühl gespielt. Für die harten Hörer gibt es mit "Die besten Nächte" und "Konsum" natürlich auch etwas auf die Ohren.

Alles in allem erwartet euch ab dem 24. Juli mit "Majestät" ein runder, kraftvoller Sound mit vielen Facetten, der Lust auf mehr macht.
 

Loz Tinitoz - Majestät - Tracklist:
01. Respekt
02. Magga
03. Ein Stück vom Himmel
04. Die besten Nächte
05. X³
06. Konsum
07. Majestät
08. Selfmade-Millionär
09. Kopf hoch
10. Reserviert



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