Meister der heißen Töne - Alles Brennt

Fri, 23 Jan 2015 10:25:00 GMT von

Nur noch eine Woche - dann liegt sie im Plattenregal. Am 30. Januar erscheint "Alles Brennt" von Johannes Oerding - eine heiße Scheibe von Anfang an.

Seine Fans sind bereits seit der ersten Ankündigung neuer Songs in den Vorfreude-Modus gefallen. Mittlerweile hibbeln sie dem Release entgegen. Ende nächster Woche kommt "Alles Brennt" auf den Markt und ist noch toller geworden, als das 2013er Werk "Für immer ab jetzt".

Nur kein Meeresrauschen

Kann man einem Album anhören, wo es entstand? Johannes Oerding ist das gelungen. Geschrieben am Rande des Schleswig-Holsteinischen Wattenmeeres in Sankt Peter Ording, meint man das Meer, die Wellen und den Wind fühlen zu können, der dem Songwriter dort um die Nase geweht ist. Sicher, von Meeresrauschen oder Mövengeschrei merkt man nichts, aber all die Attribute, die man als Küstenliebhaber mit dem Gedanken an Wasser und Sand verbindet, spürt man auf dem neuen Album.

Lebenslust, Wildheit, Freiheit und andererseits den nach innen gerichteten Blick, Selbstreflexion wie man sie bei langen Strandspaziergängen betreiben kann und die Gewissheit der unendlichen Wiederholung von Ebbe und Flut. Diese Gegensätze der Natur, die neben all ihrer Unberechenbarkeit auch Verlässlichkeit vermitteln - irgendwie hat Johannes Oerding sie in Musik umgewandelt.

Alles Brennt

"Alles Brennt" beginnt mit dem gleichnamigen Titeltrack, für dessen Refrain ein Chor aus 700 Menschen in Hamburg alles gab. Der Song klingt, als wäre ein Großbrand in Gang gesetzt worden. Alles geht in Flammen auf. Alles was bleibt, sind Asche und Rauch. Von Null auf Hundert in weniger als fünf Minuten. Als Single bereits erhältlich und mit hohem Infektionsrisiko für Ohrwurmbefall, landete der 33-Jährige mit diesem Lied schon eine sichere Bank. Die damit geweckten Erwartungen, erfüllen die weiteren Stücke des Albums spielend.

So nah dran wie nie zuvor

Die 12 Tracks auf der Standard-CD leben von sehr intimen Texten. Johannes Oerding lässt uns 2015 tief in seinen Kopf hinein schauen, wahlweise in sein Herz. Von Liebesdingen, Lieblingsorten, peinlichen "Kneipenunfällen" und auch der Angst vorm Fliegen ist in "Turbulenzen" die Rede. Er geht sogar noch einen Schritt weiter und erzählt uns von seinem zweiten Gesicht. Fast jeder präsentiert der Öffentlichkeit ein anderes Ich, als es seine nächsten Angehörigen zu sehen bekommen. "Zweites Gesicht" macht klar, dass wir im Grunde keine Ahnung haben, wer dieser Johannes wirklich ist. Dieses Geheimnis kennt nur eine Person, der es auf die Haut geschrieben wurde. Text und Melodie gehen dabei tief unter die Haut.

Lasst mich so wie ich bin

Ein anderes Thema spricht Johannes Oerding bei "So Oder Gar Nicht" an. Wer als Künstler etwas veröffentlichen möchte, sieht sich im Vorfeld oft einer ganzen Meute von Fachleuten gegenüber. Labelchefs, Produzenten, Manager - sie alle zerren an ihrem Schützling herum und haben genaue Vorstellungen davon, wie das Endprodukt aussehen soll. Nur, ob das auch das ist, was der Künstler selber möchte, steht auf einem anderen Blatt. Vorgaben über Aussehen, Kleidung und Verhalten, lassen sich aber in fast alle Lebensbereiche übertragen.

Johannes Oerding ist diesbezüglich seine Unabhängigkeit sehr wichtig. Sein Motto: Nehmt mich so wie wie bin, oder gar nicht. Das ganze verpackt in lockerem Sound, der dem Monty Python Titel "Always Look on the Bright Side of Life" nicht unähnlich ist, inklusive gepfiffener Melodie.

Nie wieder...

Ein Lied zum Schmunzeln und mitsingen ist "Nie Wieder Alkohol". Dieses Thema haben bestimmt schon viele durchgemacht. Da zieht man nur mal mit ein paar Freunden um die Häuser und am Ende kann man sich kaum erinnern, wie man überhaupt nach Hause gekommen ist. Klar, dass die Liebste dann nicht begeistert ist. Das altbekannte Nudelholz kommt in diesem Song zwar nicht zum Einsatz, aber Sie schmollt und verweigert den Zutritt in die Wohnung. Kein schöner Moment, aber zumindest kann man ja Besserung geloben. Ein Vorsatz, der vermutlich zum Scheitern verurteilt sein dürfte, aber irgendwie zum Leben gehört.

Bleib noch ein bisschen

Der Vorteil einer CD liegt klar auf der Hand: man kann sie in Endlosschleife hören. Wenn Johannes sein letztes Stück auf "Alles Brennt" anstimmt, drückt er damit einen Gedanken und oft erlebtes Gefühl bei Konzerten aus. "Ich Will Noch Nicht Nach Hause" beschreibt diese Stimmung wunderbar und so schön liebevoll. Da sitzt man beisammen, fühlt sich wohl, aber die Zeiger der Uhr schreiten unaufhörlich voran. Dieser Moment lässt sich auf zig Situationen anwenden.

Man soll bekanntlich immer aufhören, wenn es am schönsten ist. Aber wann ist das? Diese Frage muss man sich bei dem Album nicht beantworten, denn es reicht ein Druck auf Repeat und die Party beginnt von vorne.

Alle Tonlagen

Langeweile gibt es nicht auf dem neuen Album. Texte und Melodien lassen keine Wünsche offen. Ob poppige Sounds, oder Rock’n’Roll-Anleihen, Reggea oder gefühlvolle Balladen - akustischer Facettenreichtum und viel Nähe zu Jonni Oerding zeichnen dieses Werk aus. "Alles Brennt", brennt sich auf der internen Songtextfestplatte ein, unter der Haut und in die Seele.

Dachte man "Für immer ab jetzt" sei die genialste Platte, die der Münsteraner je geschrieben hätte, hier belehrt er uns eines Besseren. Kaufen, oder besser schnell vorbestellen - ohne "Alles Brennt" wird ab dem 30. Januar die Stereoanlage ausglühen.
 

Johannes Oerding - Alles Brennt - Tracklist:
01. Alles Brennt
02. Wenn Du Lebst
03. Heimat
04. Nie Wieder Alkohol
05. Immer Wieder
06. Diese Nacht Gehört Uns
07. Gesucht Und Nichts Gefunden
08. Plötzlich Perfekt
09. Turbulenzen
10. Zweites Gesicht
11. So Oder gar Nicht
12. Ich Will Noch Nicht Nach Hause
(Premium-Version):
13. König Meiner Couch
14. Hallo
15. Hamburger Berg (Cover)
16. Die Frau des Wanderers



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