Einmal weggeguckt, kommt das erste Musikvideo

Wed, 22 Oct 2014 10:14:00 GMT von

Für andere ist es seit langem Bestandteil ihrer Veröffentlichungen, Ina Müller machte es nun zum ersten Mal: Für ihre Single "Wenn ich wegguck" nahm die Sängerin ein Musikvideo auf.

Kurz und knackig ist der Vorname, der Rest klingt genauso sexy wie Meyer, Hansen oder Schmidt. Ina Müller kommt aus einer Gegend, wo wir alle herkommen könnten. Aus den Untiefen der norddeutschen Pampa. Sie ist die Frau, der man bei der Begrüßung gerne rustikal auf die Schulter klopft, um sich ihr dann sofort zu offenbaren. Nähe herzustellen, gelingt ihr immer. Ihre lustige Sabbelschnute steht nicht still, sobald ein Micro davor auftaucht. Ob Ina auch privat ein ewig sprudelnder  Wortbrunnen ist, lässt sich nur vermuten.

Live-Erlebnis

Am Freitag veröffentlicht die Müllerin ihr Live Doppelalbum "48 Live" (CD/DVD), das wie sollte es anders sein, aus dem Mitschnitt ihrer Hallentournee besteht. Für die darauf enthaltenen 105 Minuten eroberte sie jeden der Zig-Tausenden Menschen, indem sie die imaginäre Wand zum Zuschauerraum durchbrach, und mit gewitztem Geplänkel zu sich ins Boot holte. Entspannt und selbstverständlich politisch unkorrekt ging sie mit den Fans auf Tuchfühlung. Ab dem 24. Oktober kann sich, wer will, diesen Spaß vor dem heimischen Fernseher immer aufs Neue ansehen.

Das erste Mal

Mit auf dem Live-Doppelalbum befindet sich auch Inas Single "Wenn ich wegguck", von der es nun ein Musikvideo gibt. Was für andere Künstler eine Selbstverständlichkeit ist, gab es in der 20-jährigen Karriere der Kabarettistin, Moderatorin, Autorin und eben Sängerin bislang nicht. Nun traute sich die 49-Jährige endlich auch und präsentiert das erste eigene Musikvideo. Hingucken lohnt sich!

"48 Live"

Auf der Tour zum Album "48" im Frühjahr und Herbst 2014 segelte die Kapiteuse Ina mit ihrer Crew noch eine Spur härter am Wind als je zuvor. Mit einer Stimme, die mit Ende Vierzig so prall, facettenreich und berührend ist wie nie zuvor. Mit fünf erstklassigen Musikern, die leidenschaftlich ihrer Arbeit nachgehen, dann und wann auch durch charmantes Eigenleben punkten, ohne aber je der Protagonistin die Show zu stehlen. Mit zwei Backroundsängerinnen, die ihrer Chefin zwar auf den Kopf spucken könnten, das aber niemals tun würden. Ganz im Gegenteil: Die beiden Frauen setzen akustische Akzente und erfreuen das Auge mit dezenten Choreographien. Die Dramaturgie des Müllerschen Song-Repertoires aus langsam und schnell, alt und neu, witzig, klug und nachdenklich ist meisterlich.

Pointierte Unterhaltung

Eine Vorstellung davon, was gute Live-Unterhaltung sein kann, vermittelt Ina Müller von der ersten bis zu letzten DVD Minute. Dabei kommt sie - wider jedes Trends - ohne Feuershow, nackte Tänzer und unzählige Kostümwechsel aus. Ihre Zutaten für den Live-Cocktail: eine untadelige Erscheinung, tolle Songs, eine Wahnsinns-Stimme und aufrichtige Emotionen. Das Ganze im Kontrast zu den gewohnt irrwitzigen Plaudereien über Evolution, weibliche Biokraftwerke und schlechten Männeratem.

Gut beleuchtet

Einzig, die Licht- und Projektionstechnik punktet durch erstklassige Qualität, die es so bei Inas Bühnenshows noch nicht gab. Je nach Tempo und Intensität des Liedes, mal dezent und mal mit eindrucksvollen Bildern, wird das Musik-Erlebnis um einen Aspekt erweitert. XXL-Bilder von Nordseewellen, Baum-Alleen und der Welt aus Inas Kindheit ziehen in die Songs hinein und beflügeln die Phantasie.

Keine halben Sachen

Auch bei der Produktion der Live-DVD und Doppel-CD hieß die Devise "keine halben Sachen": Die Aufzeichnung fand statt während des 10. von 48 Tour-Gigs mit insgesamt 250.000 Zuschauern. Unter der Leitung der NDR-Talkshow-Regisseurin Alexandra Ferrenstein entstand in der Flens-Arena ein sensibler Mitschnitt, der dem Publikum vor Ort nicht den Konzertgenuss durch gleißendes Licht und warnwitzige Schwenk-Kameras raubte, dafür aber in wenigen Tagen durch spannende Kameraführung und Schnitte ein authentisches Konzerterlebnis für den Hausgebrauch beschert.

Eines zum Immer-wieder-freuen, genießen und Tränen lachen. So oft man eine Extra-Dosis Radikalität auf Müllerinnen Art in den Wogen des Lebens braucht ...

TV-Tipp

Über die Veröffentlichung hinaus kann man Ina Müller am Freitag, 14.Oktober um 22:00 Uhr auch in der NDR Talk Show sabbeln hören und eine Performance von "Pläne" erleben.



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