Ein Album erzählt Geschichten - Mamaoerf

Thu, 22 May 2014 10:24:00 GMT von

Musik braucht nicht nur Noten - wenn es gut läuft, erzählen die Texte vieles über den Musiker der sie singt. Simon Grohé widmet das Album "Mamaoerf" seiner toten Mutter und transportiert darauf nachdenklichen Optmismus.

Diesen Freitag ist es soweit. Unser Freund Simon Grohé veröffentlicht morgen sein Album "Mamaoerf“, auf dem er sich mit dem Schock über den plötzlichen Krebstod seiner Mutter auseinander setzt. Trotzdem muss man keine tieftraurigen Songs befürchten, die vor Verzweiflung und Selbstmitleid triefen. Das Leben geht weiter und diese optimistische Grundeinstellung hört man auf der Platte eben auch.

Schreibe Geschichten und mach ein Album daraus

"Man hat ein Thema und schreibt dazu Geschichten. Das macht ein Album zu einem Album." Simon Grohé hat klare Vorstellungen davon, was er in seiner Musik transportieren will. Auch sein Debütalbum "Mamaoerf" hat ein Thema – und erzählt ganz persönliche Geschichten: "Meine Mutter ist an Krebs gestorben, es ging wahnsinnig schnell. Das ist natürlich ein Schock gewesen, aber man kann sich eben auch gut in Songs damit auseinandersetzen. 'Mamaoerf' ist ein Tribute-Album an Mama."

Melancholie, ja - Optimismus auch

Wer nun jedoch glaubt, dass "Mamaoerf" eine deprimierende musikalische Reise durch eine Moll-Landschaft aus Tod und Einsamkeit darstellt, der liegt falsch. Der sympathische Rapper-Songwriter aus Bonn hat diesen Schicksalsschlag vielmehr zum Anlass genommen, sich kleine und große Fragen bezüglich des menschlichen Miteinanders zu stellen. Und diese hat er zusammen mit seiner Band Soulions in ein Soundgewand gekleidet, das einerseits genügend Melancholie transportiert, um der nachdenklichen Grundstimmung gerecht zu werden, andererseits aber auch genug Platz lässt für den ansteckenden Optimismus eines 28-jährigen Vollblutkünstlers.

Beziehungsgeschichten

"Ich wollte eben nicht wehleidig klingen. Das Album ist vielmehr voll mit Geschichten über Beziehungen zwischen Menschen. Es geht um Freundschaft, um Familie, um Liebe und eben auch Verlust." Dabei ist eine musikalische Einordnung von Simon Grohés Schaffen gar nicht so einfach: Er rappt, er singt, er verarbeitet Einflüsse aus HipHop, Soul und Reggae – und umschifft dabei gekonnt jedes Klischee, das die genannten Genres mit sich bringen könnten.

Nicht in ein Genre zu pressen

"Man kann nicht wirklich behaupten, dass ich ein HipHop-Künstler bin. Ich liebe HipHop und komme auch von da. Aber auch wenn ich rappe, sind meine Songs keine pure HipHop-Musik. Ich bin ja auch kein Rasta, weil ich Reggae-Elemente in meiner Musik habe", lacht Simon. "Ich bin natürlich durch HipHop sozialisiert und ich mag auch Trap oder Dubstep, wenn ich im Club bin. Aber wenn man mit einer Band aufnimmt, dann herrscht da ein ganz anderer Vibe: Man kann Energien austauschen, die Musik hat mehr Zeit. Ich habe selbst auch immer schon gern Musik von Künstlern gehört, die Stile fusionieren."

Die Kraft der Fusion

Mittels einer solchen Fusion aus Musiken und Musikern enstand auch die Musik auf "Mamaoerf": Die Musiker seiner Band Soulions, DJ Chestnut und sein Bruder Big Lip, der mittlerweile im Green-Berlin-Kosmos um Marteria tätig ist, sowie seine Label-Crew von Urban Tree Music – sie alle trugen ihren Teil dazu bei, dass "Mamaoerf" nach langer und detailverliebter Arbeit so ein rundes und in einem gediegenen Sinne poppiges Album geworden ist.

Es kommt auf das Gefühl an

"Ich hab durchaus vor, auch über Genregrenzen hinaus zu funktionieren. Aber ich mache Musik nicht für Verkaufszahlen. Ich will einfach Leute erreichen, mir ein Netzwerk aufbauen – und vor allem viel live spielen." Nach so viel Hintergrundinfo zu Simon Grohé wird es Zeit all jenen, die seine Musik nicht kennen, ein paar Einblicke zu geben wie sie klingt.

Kostproben

Einerseits gibt es vom Song "Mai" neben dem offiziellen Video auch eine Akustikversion. Zum anderen kann man sich ein Making-Of zu "Mamaoerf" ansehen und außerdem wäre noch "Morgensonne" im Angebot. Das Album wird am morgigen 23. Mai via Urban Tree Music veröffentlicht.


Mamaoerf LP Tracklist:
01. Mamaoerf
02. Morgensonne
03. Naiv
04. Farfisalude #1
05. Haus Lely
06. Gut aus
07. Wie kannst du
08. Farfisalude #2
09. Dein Herz
10. Da draussen
11. Mein Name
12. Farfisalude #3
13. Mai
14. Immer dann

 



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