Abby: Explodierte Ideen für Friends und Enemies

Fri, 17 May 2013 11:45:00 GMT von

Am 05. Juli öffnen Abby zum ersten Mal ein ganzes Tagebuchkapitel in Form des Debütalbums "Friends & Enemies". Nach einer Fünf-Track EP aus dem Jahr 2011 und der im März 2013 veröffentlichten Single "Streets", präsentieren die Jungs bald den ersten Longplayer.

Abby spielten bereits Shows in New York, Los Angeles, London, tourten in Frankreich, Österreich, Litauen, Luxemburg und der Schweiz und elektrisierten soon-to-be-Fans beim Iceland Airwaves und auf dem SXSW. Im Rave, so sagen sie selbst, verwandeln sich ihre Songs in den idealtypischen Aggregatzustand. Sie sind eine Live-Band, mit ganzem Herzen. Das dürften all die Leute bestätigen, die zuletzt Festivals wie das Dockville, Apple Tree Garden, Modular oder das Eurosonic besuchten oder die ihnen während Supportshows für u.a. Bodi Bill, Get Well Soon, Trail of Dead, The Virgins oder Everything Everything begegneten.

Der Schlussmacher

Wer gerne ins Kino geht und sich in der jüngeren Vergangenheit Matthias Schweighöfers Film "Der Schlussmacher" angeschaut hat, wird mindestens einen Song von Abby schon kennen. Mit "Wings & Feathers", der im Übrigen hier als Freetrack erhältlich ist, und "We Don't Worry" habt ihr bereits einen Vorgeschmack vom Sound der Band bekommen.

Etikettenaufdruck - Fehlanzeige

Seit 2008 hat diese Berliner Band, aus den Mitgliedern Filou (Vox, Guitars), Lorenzo (Keys), Tilly (Guitars, Strings) und Henne (Drums) erfolgreich vermieden, sich für eine Seite entscheiden zu müssen, sei es diese Live-Studio-Sache oder sei es die Entscheidung, sich von irgendeiner Genre-Etikette einschränken zu lassen. Sie sind einfach beides und das geradezu vollkommen. Und haben es damit geschafft, die Unterscheidung zwischen Studio- und Live-Band – in langer musikjournalistischer Tradition wurde sie zum Bandcharakteristikum herangezüchtet – als billigen Trick zu entlarvt. Denn wenn einen diese Unterscheidung bei einer Band kein bisschen weiter bringt, dann bei Abby.

Verwirrung und Verwunderung

Wenn Abby auf einer Bühne stehen, werden sie sich zunächst mal einen Spaß daraus machen, sämtliche Erwartungen des Publikums geschickt zu unterlaufen. Man sieht sie spielen und denkt sich: "Alle Achtung, die deutschen Snow Patrol, Coldplay, The National etc. pp." Wenige Minuten später aber würden sie jede einzelne dieser Bands elegant an die Wand spielen. Abby schaffen es tatsächlich beispiellos, aus herzwärmendem Indie-Pop, Dance-Floor-gerechte, einen Club bis in den letzten Winkel euphorisierende, spielend leicht improvisierte und wirklich jedes Publikum in einen Rave-Mob verwandelnde four-to-the-floor-Jams abzuleiten. Und das sowohl national wie auch international. Außerdem wissen sie genau, wo sie hinwollen, sobald sie ein Studio betreten.

Freunde und Feinde

Das beweist nun endlich "Friends And Enemies", das erste große Kapitel ihres Tagebuchs, ihr Debüt, das sie zusammen mit Andreas Olsson in Londons Kensaltown Studios aufgenommen haben und das schließlich in den altehrwürdigen Hallen der Abbey Road-Studios mit dem Mastering-Ritterschlag veredelt wurde. Es sind die Geschichten von Abby, der Protagonistin und Erzählstimme der Band. Wenn man so will, der Bewusstseins- und Erinnerungsstrom eines ganzen Lebens, der sich in den Händen der Band zu Songs materialisiert. Da geht es um Coming of Age-Nöte, um Gewissenskonflikte, enttäuschte Freundschaft, die Liebe, natürlich, um Spaß, Sehnsucht und den Schritt in die Freiheit.

Irgendwas trifft immer zu

Immergültige Themen, für deren musikalische Umsetzung die vier Multiinstrumentalisten den Vorhang zur Breitwandinszenierung aufziehen. Der Spannungsbogen beginnt auf diesem Album bei kleinteiligen Arrangements, die beinahe unbemerkt die Erinnerungen und Projektionen des Hörers triggern und er endet in vielschichtiger Klangeuphorie. Es ist schwer abzuschätzen, wie lange dieses Album rotieren muss, um all seine kompositorischen Finessen, all seine kleinen und großen Ideen, all die weiterentwickelten Anregungen aus Pop, aus Indie, elektronischer und klassischer Musik erfassen zu können.

Appetithappen

Es sind ganze Welten in all diesen Texturen, Harmonien und kleinen Ideenexplosionen zu entdecken, es passiert so viel, dass andere Bands den Stoff von „Friends and Enemies“ zu mindestens drei Alben verarbeitet hätten. Zum Glück aber sind Abby nicht wie andere Bands. Zum Glück ist das hier ganz schön einzigartig. Und ihr habt ganz schön viel Glück, dass wir euch vorab bereits mit Albumteaser, einem gut viereinhalb-minütigen Trailer und dem Clip zur neuen Single "Evelyn" (V.Ö. 21.06.), sowie akustischen Leckereien aus der Soundcloud versorgen. So wird die Wartezeit bis zum Release von "Friends & Enemies" gefühlt ein bisschen kürzer.
 



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