Laing: "Paradies Naiv"

Thu, 28 Feb 2013 10:44:00 GMT von

Laing bringen mit "Paradies Naiv" ihr Debütalbum raus. Morgen ist es soweit.

Laing ist eine Gesangsgruppe aus Berlin, die aus drei Sängerinnen und einer Tänzerin besteht. Ein Oldie der Kölnerin Trude Herr machte die vier Mädels über Nacht bekannt. "Morgens Immer Müde" war und ist ein echter Ohrwurm, mit dessen Hilfe sich die vier Grazien 2012 auf den zweiten Platz des Bundesvision Song Contest und in die Herzen des Publikums sangen. Jetzt gibt es ordentlich Nachschub.

Dienst nach Vorschrift

Die kreativen Fäden der Band hält Leadsängerin und Mastermind Nicola Rost in der Hand. Doch das Gesamtpaket macht den eigenwilligen Charme dieser musikalischen Mädchengang aus. Immer wenn neue Bands auf den Markt streben, sollen sie, soundtechnisch, das Rad neu erfunden haben. Meistens ist da eher der Wunsch der Vater des Gedanken. Bei Laing ist dem nicht so. Schon nach den ersten Klängen der Scheibe merkt man deutlich, hier wird nicht "Dienst nach Vorschrift" gemacht.

Style

Der richtig gute Style ist eine Mischung aus Neue Deutsche Welle, Elektro-Pop und richtig frechen Texten. Die Damen nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn sie, wie bei "Mit Zucker", davon singen, dass sie wissen wie der Toyboy beim "ficken" klingt. Die Girls sind rotzfrech, aber dabei so charmant, dass man nicht anders kann als begeistert zu sein. Der minimalistische Sound ist eher ein Geschenk, als dass man das Gefühl haben würde, dass etwas fehlt. Die Songs leben viel vom Gesang der Combo und der ist, vor allem dank Nicola Rost, spitzenmäßig.

Laing mischen einfach wild zusammen, was ihnen gefällt und schaffen es daraus Songs mit Ohrwurm-Garantie zu basteln.

Paradies Naiv

Die 13 Tracks des Albums "Paradies Naiv" handeln von mehr oder weniger alltäglichen Dingen, die frech verpackt, einfach mal angesprochen werden. Diese Frauen haben richtig "Eier" in der Hose und ihre teilweise rotzig-poetischen Texte treffen vielleicht nicht jeden Geschmack, aber immer auf den Punkt. Sie singen über die Vorteile einer Ménage à trois ("Du und Du und Ich"), über den Rausch der Geschwindigkeit und einer selbstbewussten Frau am Steuer, die diesen genießt ("Nacht für Nacht"), über das Pleitesein ("Pleite") und nehmen die Nachrichten-Institution der ARD auf die Schippe ("Tagesschau").

Ein buntes Musik-Potpourri, bei dem man gar nicht anders kann, als im Takt zu wippen. Nicht nur mit dem Kopf oder den Füßen, dieses Gefühl nimmt alles mit, was man hat. Bei dieser Band ist alles selbstgemacht. Von den Texten, über die Choreographie bis hin zu den Bühnenoutfits. Bei allem gilt das Motto: "Selbst ist die Frau!"

Fazit

"Paradies Naiv" ist ein sexy, frisch-freches, ehrliches, rotzig-poetisches und genial-akustisches Vergnügen. Moderne und junge Musik, die an irgendwas zwischen Annette Humpe und Nina Hagen erinnert und doch ganz eigen ist. Ein bisschen Neue Deutsche Welle, ein bisschen, teilweise entwaffnende, Alltagspoesie, ein bisschen Pop und ganz viel Herzblut. Mit diesen Mädels möchte man "Nacht für Nacht" durch die Straßen ziehen oder es sich mit ihnen im "Paradies Naiv" gemütlich machen.



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