Bergen: Eine Band erzählt skurrile Geschichten

Tue, 29 Jan 2013 16:18:00 GMT von

In Acht ausgedehnten Songs erzählen Bergen von aussichtslosen Kämpfen, zerplatzen Träumen, kranken Typen und klapprigen Beziehungskonstrukten, wenn die Sturm und Drang- Phase zunächst mal überwunden ist.

Am 18. Januar erschien das zweite Album von Bergen mit dem putzigen Titel "Bärenmann".  Der Kulturspiegel äußerte über dieses Album mit dem Kommentar: "Das vielversprechende Adjektiv "sonderbar" trifft auf diese junge Band aus Dresden zu. Produziert vom Bassisten der Kollegen von Erdmöbel, bieten die acht Songs des neuen Bergen-Albums selt- same Texte über “Haut aus Orange“ und den “Bärenmann I“."

Facettenreicher Erzkonservatismus

Auch Deutschlandradio Kultur befand vor einiger Zeit: "Bergen haben einen ganz eigenen Klang, der ziemlich facettenreich ist“ und vermutlich ist es genau diese Mixtur aus erzkonservativ und befremdlich, versponnen und lahmarschig, die dazu führte, dass sich Erdmöbel-Produzent und -Bassist Ekimas nicht lange bitten ließ, dem „Bärenmann“ im Kölner Musikkollektiv Eigelstein ein passendes Klangkostüm zu nähen. Ein Gewand, das all die eiernden, unperfekten Momente der mehrheitlichen Amateurmusiker von Bergen nicht glattbügelt, sondern Atmen lässt und diese am Ende dennoch zu einem runden Ganzen führt. Verpackt wird das Ganze in einfache Popsongs mit Folk-Appeal, mit Klavier, Gitarren, Schlagzeug, Bass, Klarinetten und große Melodiebögen zeichnende Bläser.

Musik, die zum Entspannen einlädt

Bergen machen im Prinzip an der Stelle weiter, wo Jochen Distelmeyer* beim "Apfelmann" aufgehört hat, die Songs sind kauzig und verschachtelt, aber dann in ihren Harmonien wieder so simpel, traditionell und angenehm, dass man beim Hören reflexartig die Füße hochlegen möchte. Bei I-Tunes wird so viel Naivität dann auch umgehend durch Zuordnung in die Rubrik "Schlager" abgestraft, was den Bandmitgliedern zu allem Überfluss noch ganz gut gefällt.

Für immer?

Die Suche nach Halt wird zum zentralen Thema des Albums, oder wie es im Schlusstitel "Iona" heißt: "Wenn wir jetzt sagen, dass das jetzt "immer" ist, dann brauch ich Dein Versprechen, dass wir das beide packen. Denn manchmal weiß ich nicht, wie die anderen das nur machen."Dass das am Ende dann alles gut ausgeht bleibt nur zu hoffen. Der „Bärenmann“ jedenfalls folgt bis dahin erstmal seinen Gott gegebenen Reflexen.

* Blumfeld



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