Kärbholz sind Rastlos und auf jeden Fall anders

Mon, 14 Jan 2013 13:25:00 GMT von

Die Deutschrock-Gruppe Kärbholz hat ihrer Rastlosigkeit in einem fünften Album neuen Ausdruck verliehen. Dem Drang der Veränderung folgend, sind 13 Tracks entstanden voller kompromissloser Entschlossenheit.

Ein Spruch, der sich mir beim Hören des kommenden Kärbholz Werks aufdrängte war: "Die beissen nicht, die wollen nur spielen!" Immer wieder handeln die Texte der Platte vom Anderssein, davon seinen eigenen Weg gehen zu wollen, von Vorurteilen der Gesellschaft und einer durchaus Lebensbejahenden Grundeinstellung. Kärbholz beschreiben in ihren Songs beispielsweise wie es ist, wegen seines Aussehens in Schubladen gesteckt zu werden. Die vier Musiker sind für ihre Leidenschaft in Bezug auf Körperbemalung ja bekannt und in weiten Teilen der Gesellschaft gelten bis heute Tattoos als Indiz für Gewalt und ein Leben abseits gängiger Normen. Dass das eine mit dem Anderen so gar nicht in Zusammenhang stehen muss, beweisen die Musiker schon mit ihren Texten. Also keine bösen Jungs, sondern nette Kerle.

Hohes Tempo, sanfte Texte

Das fünfte Werk der Kärbhölzer kommt in gewohnt rasantem Tempo durch die Boxen, aber trotzdem strotzen die Songs vor Abwechslung. Knackig-rockige Punk Töne in Überschallgeschwindigkeit wechseln sich mit kernigen Midtempo Nummern ab. Geschickt eingewoben wurden zwei Balladen und ein wenig Country durfte auch nicht fehlen. Soweit die Kurzübersicht. Wenn die CD ab dem 25. Januar ihren Inhalt preis gibt, kann man von "Ich hör mir beim Leben zu" über "Was wirklich zählt" bis zu "Dieses Lied" ordentlich Powern. Alle Tracks fordern bis dahin volle Aufmerksamkeit und gute Kondition des Bewegungsapparates ein. Bei "Tag an Tag", das durch Ska-Einflüsse auffällt, fließen die ersten sanften Tempowechsel ein, bei denen neu Atem geholt werden darf.

Bilder malen

Beim fünften Lied wird es erstmals deutlich ruhiger in der Band. Die Kunststunde beginnt und die Jungs malen "Mein eigenes Bild", diese Art sanfter Töne wiederholt sich später noch beim Schlusslied "Das Feuer (noch immer) in mir". Ganz anders, jedoch für Kärbholz nicht ungewöhnlich, ist der bereits ausgekoppelte Song "Fallen & Fliegen". Hierbei wähnt man sich plötzlich mitten in einem Countryclub, die Akustikgitarren gewinnen kurz die Oberhand, wie später nochmals auch im Song "Pure Love". Ansonsten sind die Stücke jedoch gewohnt rockig, mal mehr mal weniger rasant gespielt. Thematisch befasst sich die Band mit der der Selbstfindung. Es ist völlig egal was die Leute von dir denken, so lange es dir guttut, zieh dein Ding durch. Sich Fesseln anlegen zu lassen und nach dem Mund Anderer zu reden macht auf Dauer nur kaputt. So ungefähr lautet die Botschaft auf "Rastlos". Wie grossartig ist erst das Gefühl der Welt zu zeigen, dass man es viel weiter brachte, als als Alle dachten. Davon berichtet beispielsweise das Lied "Bett aus Rosen" .

Der Tod ist keine Illusion

In "Wir sind die Nacht" geht es um die erwähnten Vorurteile der Gesellschaft gegenüber Jenen, die irgendwie aus der Norm fallen. "Wir sind die Bunten, wir sind die Tätowierten und gelten als Gesocks der Gesellschaft" singen Kärbholz an einer Stelle. Dabei haben auch sie Ziele in ihrem Leben, jagen Träumen hinterher und verwirklichen diese - nur auf eine andere Art, als die Mehrheit. Warum auch nicht wenn die Moral der Geschichte lautet: Der Tod ist keine Illusion, da muss jeder durch. Kurz vor Schluss wird die Richtung nochmals überprüft. "Wir halten das Boot so gut es geht auf Kurs", heisst es dort " …und Leinen los!".

Kein Stillstand zu vermelden

Kärbholz haben sich in Klausur begeben und mit Rastlos eine konsequente Weiterentwicklung geschafft. Abwechslungsreich und mit ordentlich Feuer kommen die Tracks aus dem Player. Sicherlich eigenen sich mehr als die Hälfte der Stücke hervorragend für die kommende Festivalsaison zum Mitgrölen, den Tanzfaktor noch gar nicht eingerechnet. Drei dieser Festivals stehen bislang schon fest, welche, das seht ihr im Anschluss, ebenso die Konzerttermine im März.

Kärbholz werden im Sommer 2013 auf diesen Festivals spielen:
17.-19.05.2013 SpreewaldRock Festival
05.-06.07.2013 Pfeffelbach Open Air
11.-14.07.2013 G.O.N.D.


 



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