Itchy Poopzkid - die Matrosen gehen von Bord

Mon, 14 Jan 2013 11:30:00 GMT von

In wenigen Tagen erscheint das fünfte Album der Punkrocker aus Eislingen. Mit "Ports & Chords" präsentieren die Jungs wieder mal ein energiegeladenes Werk, eine Schiffsladung derber neuer Tracks optisch mit maritimem Anstrich.

Seit Wochen nehmen Itchy Poopzkid Kurs auf den Hafen, in dem die Fans bereit stehen für eine frische Ladung Musik. Lange müssen sie nicht mehr Ausschau halten bis das Schiff einläuft und seine Ladung löscht. Ein Fest wird es am 25. Januar geben, denn wer den Silberling in ein gängiges CD-Laufwerk schiebt, wird ab da in Null-Komma-Nix mit einem Feuerwerk der guten Laune verwöhnt.

Die Matrosen haben Landgang

"Ports & Chords" vermittelt den Eindruck, dass ein Trupp Matrosen nach monatelanger Reise endlich in einen Hafen eingelaufen ist und vom Kapitän erstmals die Erlaubnis zum Landgang erhalten hat. Schick gemacht und voller Tatendrang verlassen sie den Kahn und entern gleich die nächste Seemannskneipe. Endlich wieder festen Boden unter den Füßen, ordentlich was zu trinken und sicherlich auch das ein oder andere amouröse Abenteuer in Aussicht, verursacht gute Laune.

Die Füße stehen nicht mehr still

Gleich der erste Song auf dem Album zeigt uns die Richtung für die nächste gute Dreiviertel Stunde. "We Say So" wurde bereits als Vorposten an Land geschickt, nebst Video und macht klar, dass Stillstand unmöglich ist. Das Ohr hört und leitet dem Gehirn durch, es solle den Beinen die Bewegung anordnen. Klappt mit Sicherheit ohne Zwischenfall, bei den gewohnt temporeichen Stücken will Mensch gar nicht anders als hüpfen und grölen. Die raue Wirklichkeit wird eh früh genug wieder zur Ordnung ermahnen.

Eine Party in der Hafenkneipe

So lassen sich Sibbi, Panzer und Max auch nicht mehr bremsen wenn sie mit den Instrumenten ausgestattet, angefangen haben zu spielen. Eine volle Breitseite Tempo und Spass bietet beispielsweise "The Pirate Song", und wird durch weiteres Frachtgut wie "Tonight" und "The Future" sinnvoll ergänzt. Die Jungs ermahnen den Augenblick zu genießen, was auch gar nicht schwer fällt angesichts ihrer gelungenen Klänge. Nach dem vierten Stück müssen erstmal die Kehlen befeuchtet werden, welche durch das Mitsingen arg strapaziert werden und sowieso machen sich erste Leistungseinbrüche bemerkbar, was eine kleine Pause erfordert. So lassen wir das ruhigere "I Believe" auf uns wirken und glauben die Worte "I believe life's keeping more for me" ohne die leisteten Zweifel, denn es sind schließlich 14 Tracks auf dem Album drauf.

Es wird durchgetanzt

"Get Up Down" zieht die Matrosen auch gleich wieder zurück auf die Tanzfläche und alle sind sich einig: The Grass is never greener over there. Danach wird es kurz ein bisschen folkig bei "Things I Would Love To Have Said", die melodische Seite von Itchy Poopzkid wird auch mit "Where I Wanna Be" noch etwas ausgelebt, bevor sich dann die Damenwelt in die Seemanns-Gesänge einmischt. Charlotte von The Subways bittet um Gehör und die Jungs erklären "She Said". Was sie zu sagen hat hört man durch liebliche Stimme vorgetragen. Lange schon ist die Sonne im Meer versunken, viel Zeit bleibt den Seemännern nicht mehr, bis sie zurück an Bord gehen müssen. "By The Way" werden die Gliedmaßen ordentlich durchgeschüttelt und der Punk bäumt sich ein letztes Mal in dieser Nacht auf. Dann macht der Wirt den Gästen klar, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist.

Es warten noch andere Häfen

Die Stühle werden auf die Tische gestellt, die Theke geschrubbt, die letzten Drinks fließen die Kehlen hinab. Mit "Take My Hand And Keep Running" wird die Party beendet. Aber natürlich drehen sie draußen in den dunklen Gassen, auf dem Weg zum Schiff, alle noch ein letztes Mal auf. "With Heads Held High", gewappnet gegen die rauen Elemente auf See und die harte Arbeit an Bord, singt das Trio sich den Weg frei an Bord, wo der Kapitän schon wartet. Das war ein Fest wie es besser nicht hätte sein können. Alle sind erschöpft, aber glücklich und das wird auch in den nächsten Häfen genauso passieren.

Fazit: Gott-Sei-Dank keine Seemannsmusik, aber ein prall gefülltes Album mit spannenden und abwechslungsreichen Stücken, sehr partytauglich.



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