Loz Tinitoz suchen mit Aletheia nach der Wahrheit

Thu, 03 Jan 2013 10:58:00 GMT von

Solide Rockmusik mit ehrlichen Texten verspricht das neue Album von Loz Tinitoz. “Auf der Suche nach Aletheia“ rechnet mit der Vergangenheit ab und muss den Vergleich mit großen Vorbildern nicht scheuen.

Vier talentierte Musiker, die eine Gratwanderung zwischen Mainstream und Underground wagen, sich einst dem Punk widmeten und heute irgendwo zwischen Green Day und den Toten Hosen zu finden sind, nennen sich Loz Tinnitoz. Ursprünglich im Oktober 2006 als Quintett aus der Taufe gehoben, kristallisierte sich über die Jahre die heutige Zusammensetzung aus Timo Januschewski (Gitarre, Bass, Gesang), Christian Böger (Lead-Gitarre), Norman Gerber (Rhythmus-Gitarre) und Timo "Moe" Unterhöhle (Drums) heraus.

Nach einigen Demos erschien 2009 das Debüt "Toxine" und das zweite Album "Herzsucht" wurde 2011 veröffentlicht. Vergleicht man alleine diese beiden Werke, ist der Reifeprozess der Band bereits deutlich spürbar. "Auf der Suche nach Aletheia", das am 15. Februar erscheint, setzt diesen Weg fort.

Griechische Göttin als Namensgeberin

Der Albumtitel beruht auf der griechischen Göttin der Wahrheit, Aletheia. Auf der Suche nach eben dieser Wahrheit befinden sich die Songs des neuen Werks von Loz Tinitoz. Auffallend, sobald die ersten Noten der CD aus dem Player entweichen, ist die grollende Stimme von Sänger Timo. Gepaart mit kräftigen Gitarrenriffs, ergibt sich sofort die richtige Mischung, welche den Hörer mitnimmt. Keine komplizierten Lyrics, sondern nachvollziehbare Gefühle in Textform, die schnell mitgesungen werden können. Fragt Timo noch wutentbrannt im ersten Stück "Frei" - "Du warst nie da - wo warst du?", begibt sich die Band im Laufe der Scheibe auf Therapiereise zur Aussöhnung mit sich selber.

Abrechnung

Auch Track Nummer zwei, der sich schlicht "Aletheia" nennt, lässt noch die aggressive Anklage deutlich werden, wenn es heißt: "Fick dich und geh! Ich will nur dass du's verstehst". Von der Monotonie einer Kleinstadt im Vergleich mit einer Metropole, der Sehnsucht nach mehr im Leben handelt "New York". Drogenvergangenheit, gescheiterte Beziehungen, die Suche nach der großen, einzig richtigen Liebe und sich Selbst - all das sind die Themen auf diesem Album.

Auch die Gefangenschaft in der eigenen Persönlichkeit, der Druck, der einen Weg nach Außen sucht wie bei "Borderline", wird besungen. Bis "Der letzte schöne Tag" klar macht, dass wir für uns selber verantwortlich sind. Wir müssen uns nur entscheiden, uns darüber klar werden wie unser Leben aussehen soll und dann entsprechend handeln. Die Frage nach dem eigenen Wert innerhalb der Gesellschaft zu klären, nimmt einem niemand ab.

Versöhnung mit sich selbst

So ernsthaft die Themen auf diesem Album sein mögen, es klingt alles andere als hoffnungslos. Die Kompositionen sind kraftvoll, die Wurzeln des Punkrock immer noch spürbar, doch machen sich die Jungs aus Cuxhaven teilweise mit dem Mainstream vertraut. Deutlich hörbar sind beispielsweise auch die Versuche nach Rammstein zu klingen, wenn man den besonderen Stakkato-Gesang in "Endlose Suche" vernimmt. Alles in Allem ist den Vieren aber eine super Mischung diverser Stile geglückt. Sicher haben sie das Zeug manche Bühne der sommerlichen Festivalbühnen zu rocken.

Zwischen Mainstream und Underground

Da wie erwähnt, die Songtexte nicht allzu lyrisch verfasst sind, eigenen sich diese wunderbar zum Mitsingen. Die eingängigen Hooks und Riffs wirken bei der Reise durch die verschiedenen musikalischen Welten förderlich für ein Gemeinschaftserlebnis zwischen Band und Fans. Für diejenigen, welche sich dem Schubladendenken verschrieben haben, lässt sich sagen, dass Loz Tinitoz mit der Suche nach Aletheia ein Album geschaffen haben, dass zusammen mit Rammstein, Papa Roach, Oasis und den Toten Hosen in den Schmelzofen geschickt wurde, danach brannten sie die CD. Fazit: sehr empfehlenswert. Bereits ab dem 08. Februar ist das Album digital (iTunes) erhältlich.
 



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