Westernhagen wütet: "Die Künstler werden beschissen"

Mon, 12 Oct 2015 10:18:00 GMT von

Es muss sich in den vergangenen Jahren eine Menge Frust bei Marius Müller-Westernhagen aufgestaut haben. Dem machte der 66-Jährige nun im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" Luft.

Im Zentrum der Kritik: die Streaming-Dienste im Internet. Ihnen stehe er "sehr skeptisch" gegenüber, erklärte der Musiker: "Weil ich der Meinung bin, dass durch diese Streamerei alle Künstler wahnsinnig beschissen werden. Denn das Geld landet am Ende sicher nicht beim Musiker." Westernhagen brachte gar einen kollektiven Berufsboykott etablierter Künstler ins Spiel: "Das hätte sicher eine Wirkung." Ferner erinnert sich Westernhagen im Interview an eine Begegnung mit dem damaligen R.E.M.-Frontmann Michael Stipe auf der Bühne der Echo-Preisverleihung. Stipe habe ihn gefragt: "'Kennst du hier irgendjemanden?' Ich meinte: 'Nee, tut mir leid. Aber die musst du auch nicht kennen. Die sind nach ein, zwei Jahren sowieso alle wieder weg.' Das ist die Situation.

Karrieren sind wie Tempo-Taschentücher: reinschnäuzen, wegwerfen." Westernhagens bitteres Fazit: Musik müsse heutzutage "dem kleinsten gemeinsamen Nenner entsprechen". Im Kino sei es nicht anders. "Auch da ist alles normiert. Wir haben uns damit ein Publikum erzogen, das weder emotional noch intellektuell gefordert werden will."

teleschau | der mediendienst



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