Howie und die Damenwelt

Sat, 07 Mar 2015 14:00:00 GMT von

Howard Carpendale, der alte Charmeur! Der Schlagersänger führt die weiteren Album-Veröffentlichungen der Woche an, muss sich gleichzeitig aber der Konkurrenz vier starker Damen erwehren.

Jill Barber, Rebecca Ferguson, Gemma Hayes und Shania Twain haben allesamt mehr zu bieten als der Südafrikaner und dessen neue Platte.

Howard Carpendale - Das ist unsere Zeit

Im Booklet zu "Das ist unsere Zeit" steht, Howard Carpendale liebe dieses Album. Auch wenn man - das wisse er natürlich auch selbst - so etwas nicht über seine eigene Arbeit sagt: Er täte es trotzdem. Ein großer Unterschied zum bisherigen Werk des Südafrikaners ist allerdings nicht zu erkennen. Das Album knüpft nahtlos daran an. Der 69-Jährige haucht seine Kalendersprüche ins Mikrofon, und der eingespielte Schlagerpop klingt wie aus der Maschine.

Jill Barber - Fool's Gold

Wohlig warm wird es beim Hören von "Fool's Gold". Jill Barbers kindliches Stimmorgan schmiegt sich bereits zum sechsten Mal auf Albumlänge an Gehörgang und Herz. Die Kanadierin blickt dabei zurück, ließ sich eindeutig von Motown-Klängen beeinflussen - ohne aber dabei in zu große Aufregung zu geraten oder ihren alten Freund, den Jazz, zu vergessen.

Rebecca Ferguson - Lady Sings The Blues

Aretha Franklin ist unverkennbar aus Rebecca Fergusons Stimme herauszuhören. Und auch ein Hauch Billie Holiday: Was Wunder, nahm die britische "X Factor"-Gewinnerin doch ein Album mit Cover-Versionen von Songs der Jazz-Ikone auf. Vom Albumtitel "Lady Sings The Blues" sollte man sich nicht beirren lassen. Blues-Klänge sind nur Beiwerk eines ordentlichen Soul-Albums, getragen von einer starken, "schwarzen" Stimme.

Gemma Hayes - Bones + Longing

Ihre süße Stimme war Gemma Hayes nie genug. Sie greift stets auch zu Piano, Mundharmonika und vor allem auch zur (E-)Gittare. Die Irin zaubert seit eh und je eine feine Mischung aus Folk und Indie-Rock. Auf "Bones + Longing" schaltet sie allerdings einige Gänge zurück. Geheimnisvoll bis düster geht es zu, gleichzeitig aber auch poppig. Egal, was die 37-Jährige anfasst, es ist und bleibt einfach gut.

Shania Twain - Still The One (Live From Vegas)

Zwei Jahre bespielte Shania Twain den Caesars Palace in Las Vegas mit ihrer "Still The One"-Show. Und was ihre Fans dort serviert bekamen, war vor allem eines: die Country-Wurzeln der Kanadierin. Zwar durften ihre Pop-Hits wie "Man! I Feel Like A Woman!" oder "That Don't Impress Me Much" nicht fehlen. Doch wirkt die 49-Jährige dabei eher gelangweilt. Wohler scheint sie sich noch immer in ihrem traditionellen Genre zu fühlen - was gut klingt, gerade in Momenten, in denen sich ihre Backing-Band zurücknimmt.

teleschau | der mediendienst



3 Kommentare

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06. April, 15:09 Uhr
von Walter aus Wien

Das letzte Album war wirklich echt stark, bitte weiter so!!

08. März, 09:37 Uhr
von Sabine aus Kärnten

… Manchmal habe ich das Gefühl, dass es bei gewissen Kritikern schon zu einer Art Sport geworden ist, Musik die von Howard Carpendale kommt erst mal in die Schlagerecke zu buckstieren um sie dann leichter zerreissen zu können. Langsam fange ich daran zu zweifeln an, dass man für den Job als Journalist eine Ausbildung braucht, denn die Argumente sind doch aus ganz tiefen Schubladen gezogen – und irgendwie immer die gleichen. Warum traut sich so ein Kritiker nicht mal genau hinzuhören – auf die Texte, darauf wie die Musik darauf abgestimmt ist und den Text unterstreicht – in Tempo, in der Wahl des Rhythmuses, in der Wahl der Instrumente …. Ich finde dieses Album genial. Alleine schon von wie vielen Seiten das Wort „Zeit“ bearbeitet wurde. Es hat wirklich von allem was und lässt sich auf so viele Situationen umlegen. Würde mich freuen, wenn alleine diese Zeilen den Kritiker dazu anregen würden das Album nochmal – und diesmal vielleicht mal genauer – anzuhören … und vielleicht springt er dann ja über seinen Schatten und traut sich dann noch zuzugeben, dass er sich geirrt hat. Aber ob er so viel Mut hat … wir werden sehen. Von mir bekommt dieses Album ganz sicher die Prädikate „Sehr empfehlens- und hörenswert“.

07. März, 19:29 Uhr
von Hanna

Also da muss ich widersprechen...das Album von Howard Carpendale ist sich kein Schlageralbum und auch wieder ganz anders wie" viel zu lang gewartet" es besticht mit toller Musik und man hört hier,viele Insturmente raus,Klavier,Saxophon und vieles mehr,es klingt sicher nicht wie aus der Maschine und er trägt auch keine Kalendersprüche dar..Man muss sich die Songs schon wirklich ganz anhören und dann wird man immer wieder überrascht,und es ist sehr spannend auch mit Gospelchor und vieles mehr.Ich finde das ist ein tollen deutsches Popalbum.
Ich finde es eins seiner besten,auch wenn die anderen auch gut waren.
Es ist natürlich immer eine reine Geschmackssache. Und würde das jetzt ein sogenanter Ppsänger singen,würde jeder sagen,toll und so wahr..
Wo wenn ich so manches höre, ich mir manchmal denke das sind auch Schlager nur jammern die dabei..
Es gibt gute und schlechte Musik und die ist sehr gut.