Tanzen, taumeln, träumen

Fri, 06 Feb 2015 16:37:00 GMT von

Elektronisch-Punkiges, Südstaaten-Rockiges, Herzig-Poppiges: Die neue Release-Woche hat so einiges in petto. Sogar eine alte Gitarrenlegende tummelt sich darunter …

Atari Teenage Riot - Reset

Von einem großen Schatten ist in der Pressenankündigung der fünften Atari-Teenage-Riot-Platte die Rede. Dem großen Schatten, den das bisherige Werk der Berliner Digital-Hardcore-Band werfe. Tatsächlich hatte deren Mischung aus übersteuerten Krawall-Sounds und aufrührerischen Botschaften immer etwas Eigenes. "Reset" drücken, zurück an den Anfang gehen, ist da nichts Falsches. Abermals bewegt sich das Trio irgendwo zwischen Tanzbarkeit und Überforderung jedes guten Geschmacks. Aber das macht sie eben eigen.

Blackberry Smoke - Holding All The Roses

Nicht nur die langen Bärte erinnern an die Genre-Größen ZZ Top. Auf ihrem vierten Langspieler kredenzen Blackberry Smoke abermals fein instrumentierten Southern-Rock, der mal eingängig, beinahe einlullend sein kann ("Rock And Roll Again") oder mal schleichend episch ("Woman In The Moon"). Das beide Lieder in der Tracklist aufeinanderfolgen, spricht für den Abwechslungsreichtum von "Holding All The Roses".

Elen - Elen

Wieder nur eine Ex-Casting-Show-Kandidatin, die ja eigentlich viel mehr drauf hat? Alle vier "The Voice"-Juroren wollten einst das junge Talent in ihrem Team haben. Wenig später spielte Elen wieder auf Berlins Straßen. Für ihr selbstbetiteltes Debüt hat sich die 25-Jährige einige hübsche Pop-Songs schreiben lassen. Ihre tiefe, durchaus erwachsenwirkende Stimme kommt gut zur Geltung.

J.D. McPherson - Let The Good Times Roll

Der Namensgeber der Band ist gleichzeitig dessen Kopf: J.D. McPherson lässt seine Mannen aus Oklahoma mal mit leichten Country-Anleihen ("Bossy") spielen oder belässt es einfach bei klassischem Rock'n'Roll ("Shook Me Up"). Dass die Stimme des Frontmannes dabei auch noch an beste Motown-Zeiten erinnert - Retro-Herz, was willst du mehr?

The Minutes - Live Well, Changes Often

In Dublins Kneipen geht es ruppig zu, erzählt man sich zumindest. Irgendwo zwischen dieser Raubeinigkeit und beinahe süßlichem Gesang sind The Minutes von der grünen Insel angesiedelt. "Live Well, Changes Often" ist ihr zweites Werk und bietet feinsten Garagen-Rock, der wohl absichtlich etwas übersteuert und verrauscht abgemischt wurde. So kratzt und zwickt es an allen Ecken und Kanten. Dass es solche gibt, spricht aber auch für Qualität.

Uli Jon Roth - Scorpions Revisted

Ein großer Gitarrist versucht sich an seiner großen Ex-Band. Uli Jon Roth covert Scorpions-Songs. Die Classic-Rock-Platte hat neben den zweifellos zu bewundernden Fingerfertigkeiten des 60-Jährigen noch einen weiteren Sympathiewert. Man merkt: So schlecht sind die viel gescholtenen Hannoveraner ja gar nicht - oder waren es zumindest mal nicht. Ob die alten Kollegen immer noch etwas drauf haben, zeigt sich Ende des Monats. Dann steht ihr 18. Studioalbum "Return To Forever" im Laden.

teleschau | der mediendienst



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