Manche mögen's deutsch

Fri, 30 Jan 2015 11:00:00 GMT von

Man singt deutsch - oder eben nicht. Die deutschsprachige Musikszene ist inzwischen vielfältig wie nie, von Gypsy-Rock über Punk bis hin zu Jazz-Pop werden (fast) alle Geschmäcker bedient. Weitere interessante Veröffentlichungen der Woche ...

Django 3000 "Bonaparty"

Gypsy-Folk-Rock aus dem Chiemgau: Auf der Bühne besitzen Django 3000 - dank kickendem Kontrabass und vogelwilder Violine - unübersehbare Show-Werte und eine mitreißende Live-Energie. Auf "Bonaparty" lässt sich das bayerische Quartett allerdings zu sehr an die Zügel legen und packt angesichts fehlender neuer Hits noch einmal ihren größten Erfolg, den Oktoberfest-Ohrwurm "Heidi", als Bonustrack aufs Album.

Dritte Wahl "Geblitzdingst"

Die "Men In Black" aus Rostock: Auf "Geblitzdingst" löscht die Dritte Wahl nicht etwa die eigene Erinnerung an ihre Punk-Vergangenheit aus. Das Quartett lässt sich aber auch nicht mehr so leicht fassen. Ihr neuntes Studioalbum bewegt sich cool und stilsicher zwischen Metal, Hardcore und Punk-Pop und versucht mit Selbst- und Gesellschaftskritik zumindest, die Welt zu retten.

EAV "Werwolf-Attacke! (Monsterball ist überall ...)"

Alternde Wölfe aus Österreich: Auf "Werwolf-Attacke!" versucht die Erste Allgemeine Verunsicherung wieder so bitterböse und bissig wie zu ihren besten Zeiten zu wirken. Wirklich verletzend oder hitverdächtig sind ihre Attacken auf Volksmusik-Zombies, Finanzhaie und populistische Leitwölfe aber selten.

Hotel Bossa Nova "Desordem e Progresso"

Latin-Jazz aus Wiesbaden: Hotel Bossa Nova haben bereits mit vier Alben bewiesen, dass Authentizität keine Frage der Herkunft ist. Auch auf "Desordem e Progresso" schafft es das Quartett mit spielerischer Leichtigkeit, unterschiedlichste Gangarten lateinamerikanischer Musik stimmungsvoll und stimmig zusammenzuführen.

Louise Gold "Terra Caprice"

Americana-Pop aus Potsdam: Ein Roadtrip durch den Westen der USA inspirierte die studierte Sängerin Louise Gold zu "Terra Caprice". Das Ergebnis ist ein verträumt-verspieltes Album, das Country, Folk-Rock und Jazz zu geschmackvollem Songwriter-Pop vereint - und sogar ein wenig an die große Joni Mitchell erinnert.

Lyambiko "Muse"

Jazz und mehr aus Thüringen: Auf "Muse" huldigen Sängerin Lyambiko und ihr Piano-Trio mit leichtfüßigen, aber nie leichtgewichtigen Coverversionen weiblichen Komponistinnen - von der fast vergessenen Jazz-Pionierin Jutta Hipp ("Horacio") über R'n'B-Avantgardistin Erykah Badu ("On And On") bis hin zu Fleetwood Mac-Legende Stevie Nicks ("Landslide").

teleschau | der mediendienst



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