Genial und leidenschaftlich

Thu, 07 Nov 2013 13:51:00 GMT von

Sie ist ebenso streitbar, wie aufrichtig und dazu unglaublich talentiert. Die Rede ist von der neuseeländischen Newcomerin Lorde.

Justin Bieber vermittele das falsche Bild davon, wie junge Menschen wirklich seien. Miley Cyrus wäre ihr zu sehr gefaked. "Come And Get It" von Selena Gomez sei antifeministisch und Songtexte von Lana Del Rey erzählten nach Lordes Meinung zu viel über Minderwertigkeitsgefühle und Abhängigkeiten vom Partner. Und wenn dann noch ein Star DJ wie David Guetta nach einer Zusammenarbeit fragt, ist der Ofen ganz aus. "Nein. Verdammt, nein! David Guetta ist so ekelhaft!" soll sie ihrem Manager Scott Maclachlan geantwortet haben, als der ihr das Anliegen des französischen Superstars darlegte. Sämtliche Überredungsversuche, es doch wenigstens zu probieren, sind an Ella Yelich-O'Connor, wie sie mit richtigem Namen heißt, abgeprallt.

Eigene Vorstellungen

Sie will ihr eigenes Ding durchziehen, und sucht weder nach irgend einem schnellen Charterfolg, noch nach dem großen Geld. Um Ehrlichkeit und den festen Vorsatz sich nicht von der Musikindustrie verbiegen zu lassen, geht es der gerade erst 17 Jahre jungen Neuseeländerin. Als überzeugte Feministin will sie auch mit dem Schema "Sex sells" nichts zu tun haben. Bedenkt man wie großartig die Musik dieser jungen Künstlerin klingt, wie hochwertig ihre Texte geschrieben und die Beats dazu komponiert wurden, kann man ihr diese Geradlinigkeit nur weiterhin wünschen.

Gelungenes Debüt

Die Arrangements ihres soeben erschienenen Debütalbums "Pure Heroine" sind umwerfend. Die Stücke sind in ähnlicher Weise konstruiert wie schon ihr Hit "Royals", aber dennoch nicht langweilig und wiederkehrend. Lordes Produzent Joel Little versteht sich auf coole Beats und minimalistische Arrangements. Die Songs wecken Assoziationen zu The XX, orientieren sich am oldschool HipHop und New Wave und erhalten durch die leicht geraute Stimme ihrer Interpretin sehnsuchtsvolle Nuancen. Kürzlich titelte die US-Presse mit "Willkommen in der Welt von Lorde". Wenn man weiss, dass bereits der Vorschlag zunächst einige Cover aus Soulklassikern zu produzieren, bei Ella auf taube Ohren stieß, weil sie bereits als blutige Anfängerin darauf bestand, Titel in Anlehnung an ihren Lieblingsautoren Raymond Carver zu verfassen, wird klar, dass wir es mit einer selbstbewussten Künstlerin zu tun haben.

Das zeigt auch das Video zu "Royals" deutlich. Von Lorde wird die Welt bestimmt noch einiges zu hören bekommen, gerne auch streitbare Themen. "Pure Heroine" ist bei uns seit dem 25. Oktober erhältlich und stieg in den US Billboard 200 Charts direkt auf Platz drei ein.



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