Wacken Open Air: Macht euch auf'n Acker!

Fri, 02 Aug 2013 07:53:21 GMT von

Das "Wacken Open Air" (kurz: W:O:A) ist ein Phänomen.

Seit Wochen, quatsch, seit Monaten ist das größte Heavy-Metal-Festival der Welt bereits ausverkauft. Abendkasse für Spontanentscheider? Fehlanzeige. Ebay? Die Preise des Schwarzmarkthandels stehen in keiner Relation zu dem, was das W:O:A  (Wacken Open Air) seinen Fans bietet. Oder doch? Irgendetwas muss ja an diesem Musikspektakel dran sein, dass es jedes Jahr über 70.000 Fans in die norddeutsche Pampa lockt, die sich, egal bei welchem Wetter, mit harten Klängen beschallen zu lassen und das nachgebaute Wikinger-Dorf "Wakinger Village" besuchen. Dabei ist das Open-Air in Schleswig-Holstein beileibe nicht das einzige Metal-Festival in Deutschland, das einen Besuch wert ist. Folgende fünf Festivals stellen mehr als nur eine gute Alternative zum W:O:A dar: Sie sind erstens nicht schon restlos ausverkauft und legen zweites etwas mehr Wert auf die harte Musik als auf ein Jahrmarkt-ähnliches Unterhaltungsprogramm.

1. Hier zählt nur die Musik: "Party.San Metal Open Air"

Keine Lust auf Shanty-Schlager von Santiano? Krasser als hier geht's nicht: Nach dem Ende des Underground-Festivals "Fuck The Commerce" im sächsischen Neiden, das 2007 das letzte Mal stattfand, hat das "Party.San" das vielleicht musikalisch härteste Programm in Deutschland: Vom 8. bis zum 10. August donnern auf dem Flugplatz Obermehler im thüringischen Schlotheim nicht nur Death-Metal-Bands (Carcass, Dying Fetus) über die Bretter.

Es kommen genauso Anhänger von Black-Metal (Carpathian Forest, Shining) Grindcore (Gutalax, Magrudergrind) und Thrash (Destruction, Legion Of The Damned) auf ihre Kosten. Vor allem Fans von Vomitory sollten einen Besuch des Open-Airs in Erwägung zielen. Das todesmetallische Quartett kündigte nach dieser Festivalsaison ihren Abschied aus dem Musikzirkus an.

2. Bespaßung in dörflicher Idylle: "Summer Breeze"

Alles eine Frage der Atmosphäre? Ein verschlafenes Nest im süddeutschen Raum ist dem Dörfchen Wacken nicht ganz unähnlich: Das "Summer Breeze"-Festival im fränkischen Dinkelsbühl wird auch gerne als das "kleine W:O:A des Südens" bezeichnet, da hier ein ähnlich bunt durchgemischtes Programm auf der Running-Order steht. Als Headliner konnten die Veranstalter neben den schwedischen Superstars In Flames und Sabaton noch die Legenden von Anthrax über den großen Teich locken. Vom 14. bis zum 17. August verwandelt sich das 11.000-Seelendorf Dinkelsbühl wieder in ein Meer aus zufriedenen Metalfans.

3. Harter Stoff am Hafen: "Elbriot Festival"

Müssen es 100 Bands sein? Eigentlich reicht doch ein Wort: Slayer. Die amerikanischen Thrash-Urgesteine alleine sollten schon den Besuch eines Festivals rechtfertigen. Und nach dem Tod von Gründungsmitglied Jeff Hanneman im Mai weiß man sowieso nicht genau, wie lange die Kalifornier noch die Welt mit ihrem Sound beackern werden. Das "Elbriot" Festival öffnet am 17. August direkt zwischen dem Hamburger Oberhafen und dem historischen Hauptbahnhof seine Pforten und bietet optisch eine malerische Kulisse. Die Waliser Bullet For My Valentine geben den attraktiven Co-Headliner, und die Metalcore-Veteranen Killswitch Engage können nach elf langen Jahren ihren verlorengeglaubten Sänger Jesse Leach wieder live präsentieren.

4. Technik und Spielfreude: "Euroblast Festival"

Die besten Festivals gibt es nur in den Sommermonaten? So ganz stimmt das nicht mehr. Denn auch mehrtägige Hallenevents erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das "Euroblast" in der Kölner Essigfabrik feiert vom 11. bis zum 13. Oktober bereits zum neunten Mal ein Indoor-Festival der besonderen Sorte. Fans vertrackter Rhythmen, tiefergestimmter Gitarren und technisch hochbegabter Musiker sollten sich dieses Herbstwochenende freihalten, denn niemand Geringeres als die Erfinder des progressiven und experimentierfreudigen Metals, Meshuggah, geben sich im Rheinland die Ehre. Als weitere Topacts wurden das Berliner Kollektiv von The Ocean sowie die Niederländer Textures und die Engländer Monuments verpflichtet. Wer nach den drei Tagen noch gerade und klar strukturiert denken kann, war nicht vor Ort.

5. Tropische Atmosphäre in der Halle: "Metal Hammer Paradise"

Müssen es immer Matsch und Schlamm sein? Erstmalig steigt vom 15. bis zum 16. November das "Metal Hammer Paradise" im Weissenhäuser Strand an der Ostsee. Das überdachte Areal des Ferien- und Freizeitparks bietet zwischen Pool- und Sauna-Landschaften, Wellnessbereich und Bowlingarena über 20 Bands aus allen Genres des Metal. Das britische NWoBHM-Flagschiff Saxon ist ebenso am Start wie das Ruhrpott-Trio Sodom und die ehemalige Mittelalterrock-Kombo In Extremo. Und wer bei den heißen Temperaturen im Innern Lust auf salziger Winterluft verspürt, hat nur wenige Meter bis zur kalten Gischt der Ostsee.

teleschau | der mediendienst



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