Kakkmaddafakka: Six Month is a Long Time

Mon, 01 Jul 2013 10:02:00 GMT von

Kakkmaddafakka "begann" im Jahr 2004 im norwegischen Bergen, als die Brüder Axel Vindenes und Pål Vindenes gemeinsam mit ihren Kumpels Stian Sævig und Jonas Nielsen beschlossen, eine Band zu gründen, um ein einziges Konzert für ihre Freunde zu spielen.

Kakkmaddafakka

Allerdings nicht irgendein Konzert - es sollte das mit Abstand spektakulärste Konzert werden, das je einer von ihnen gesehen hatte. Sie nannten ihre Band Kakkmaddafakka. Die Show war so spektakulär, dass ihre Freunde sie beknieten, weiter aufzutreten und den Namen beizubehalten. Was sie dann auch machten. War der Band-Name bereits irritierend, stand ihr Sound dem in Nichts nach.

Sie griffen zu den Instrumenten, die ihre Eltern ihnen aufgezwungen hatten und statt sich in der musikalischen Tradition Norwegens an anspruchsvolle Electronica oder subtilen Pop zu halten, bedienten sie sich bei so ziemlich jedem musikalischen Genre.

Dank ihres maximalistischen Ansatzes, mit so vielen Freunden zusammenzuspielen, wie sie auf die Bühne bekamen, sorgten Kakkmaddafakka schon bald im ganzen Land für Aufsehen. Mit der Zeit reduzierten sie ihr Bühnen-Line-Up auf acht Leute, darunter Kristoffer van der Pas am Schlagzeug sowie der Kakkmaddachoir, eine dreiköpfige Gruppe Tänzer.

Der Zufall half



Wie bei vielen großen Bands, spielten Glück und zufällige Begegnungen auch in der Geschichte von Kakkmaddafakka eine nicht unwesentliche Rolle. 2008 wimmelte es in ihrer Heimatstadt Bergen - die zuvor bereits international erfolgreiche Acts wie Royksopp und die Kings of Convenience hervorgebracht hatte - erneut vor jungen, talentierten Bands. Mittelpunkt dieser Szene war die noch recht neue Bar Vamoose!, deren Besitzer, der Waliser David Holmes, Kakkmaddafakka nicht nur mit Alkohol versorgte, sondern schließlich sogar Manager der Band wurde.

Etwa zu dieser Zeit kehrte auch Erlend Øye, besser bekannt als eine Hälfte des Duos Kings of Convenience, nach einem mehrjährigen Berlin-Aufenthalt zurück in die Heimat, um in Bergen seine neue Band The Whitest Boy Alive aufzubauen. Nicht lang, und er fand sich im Vamoose! wieder, wo er sich schnell für die junge Musiker-Generation begeisterte und Kakkmaddafakka schließlich anbot, bei einigen Gigs seiner anstehenden Europatour Support für ihn zu spielen.



Kooperation

Auch wenn es vielleicht erst einmal schwer fällt, zwischen einem Künstler, dessen Karriere auf seinem melancholischen, zurückhaltenden Sound basiert, und einer Band, die eher für ihre Unverhältnismäßigkeit bekannt ist, Parallelen zu erkennen, spürten beide, dass sie eine gemeinsame musikalische Philosophie teilten.

Und tatsächlich: Die Verbindung sollte sich als äußerst erfolgreich erweisen. "Wir haben viel aus der Zusammenarbeit mit Erlend gelernt", sagt Axel dazu, "er hat uns beigebracht, uns Zeit zu nehmen und auf die Details und Gewichtungen zu achten, vor allem aber, mit der Musik und den Lyrics eine Geschichte zu erzählen. "

Hest", das Ergebnis dieser Kooperation, bestand aus neun Songs voller Alltagsgeschichten aus dem gesellschaftlichen Leben der Bergener Jugend, die nicht nur das Phänomen einer mörderischen Katers, sondern auch so heikle Fragen wie "Wie lerne ich ein Mädchen kennen?" und vor allem "Wie lerne ich das richtige Mädchen kennen?" thematisierten.

Das Album war außerdem eindrucksvoller Beleg für den Entwicklungssprung der Musiker - auch als Songwriter – und die Singles "Restless" und "Your Girl" brachten der Band dank weltweiter Radio-Rotationen zahlreiche neue Hörer.

Die Liveband schlechthin



Endlich sah es so aus, als hätten Kakkmaddafakka das Etikett, "nur" eine fantastische Liveband zu sein, ein für alle Mal überwunden – was sie nicht davon abhielt, weiterhin ausgiebig kreuz und quer durch Europa zu touren. Immer öfter und am immer prominenterer Stelle fand sich die Band auch auf den Billings der großen Open Airs wieder, so spielten sie zwischen 2012 und 2013 unter anderem auf dem Hurricane (DE), Southside (DE), Dockville (DE), Lowlands (NL) und dem Arenal Festival (ES). 

Ungeachtet des ständigen Tourens war die Inspiration durch den kreativen Prozess, den die Arbeit an "Hest" losgetreten hatte, derart groß, dass Kakkmaddafakka bereits Ende 2013 zur Überzeugung kamen, genug Material geschrieben zu haben, um ins Studio zurückzukehren und ein neues Album aufzunehmen.

Six Month Is a Long Time

Erlends Angebot anzunehmen, auch dieses Album zu produzieren, war ein naheliegender Schritt. Wobei die Band fälschlicherweise annahm, dass die Aufnahmen beim zweiten Versuch leichter von der Hand gehen würden.

"Wir hatten vorher intensiv an den Songs gearbeitet, und zwar noch bevor wir auch nur einen Fuß ins Studio gesetzt hatten, weshalb wir in unserer Naivität glaubten, dass wir die Produktion nach einer knappen Woche in der Tasche haben würden," lacht Axel. "Wie sich herausstellte hatte Erlend allerdings gänzlich andere Vorstellungen."

Letztlich dauerten Aufnahmen und Produktion sechs volle Monate, die von der Band alles forderten und während derer Øye nicht nur sein Fine-Tuning immer weiter perfektionierte, sondern den Musikern auch noch abverlangte, die Grenzen ihres Könnens ständig zu erweitern.

Dem Album, dass aus diesem Prozesse resultierte, gaben Kakkmaddafakka den anekdotischen Titel "Six Months Is A Long Time".

Wie eine Zwiebel

Dies ist ein sehr gutes Album. Wie eine Zwiebel, bei der man Schicht um Schicht freilegt, um an die Quelle zu gelangen, belohnt es den Hörer mit verborgenen Details. 
Es ist so produziert, dass es die Ohren nicht erschöpft sondern vielmehr dazu auffordert, es von Neuem abzuspielen.
Es liegt nicht in seiner Absicht, Kakkmaddafakkas abgedrehte, energetische Live-Show zu reflektieren, vielmehr versucht es, ein musikalischer Wegbegleiter im urbanen Alltag eines jungen Menschen zu sein. Oder diese eine CD, die man auf der großen Urlaubsreise mit ins Auto nimmt und die, wenn man sie im Winter wieder hört, all die Gerüche, Geschmäcker und Gefühle des Sommers zurückbringt.

Hörprobe

Wer schonmal in einige Songs der "Gangsta"-Interpreten reinhören möchte, kann dies hier tun.


Live on Stage

02.10.2013 - Dresden, Alter Schlachthof

03.10.2013 - Ulm, Roxy-Kultur in den Hallen

04.10.2013 - Karlsruhe, Substage

05.10.2013 - Bielefeld, Ringlokschuppen

06.10.2013 - Bochum, Zeche Bochum

07.10.2013 - Frankfurt, Sankt Peter

09.10.2013 - Köln, Live Music Hall

10.10.2013 - Luxembourg-City, Den Atelier

11.10.2013 - München, Muffathalle

12.10.2013 - Stuttgart-Wangen, LKA.Longhorn

13.10.2013 - Erlangen, E-Werk

14.10.2013 - Mannheim, Alte Feuerwache

16.10.2013 - Oldenburg, Kulturetage Oldenburg

17.10.2013 - Hamburg, Uebel & Gefährlich

19.10.2013 - Berlin, Columbiahalle



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