Tote Hosen feierten im Schlachthof Geburtstag

Wed, 11 Apr 2012 10:05:00 GMT von

Nach 30 Jahren Bandgeschichte kehrten die Toten Hosen am 10. April zu ihren Anfängen zurück. Im Bremer Schlachthof, dort wo am Ostersamstag 1982 alles begann, gaben sie vor 950 tosenden Fans ihr Jubiläumskonzert.

Was für ein Empfang, zum runden Geburtstag: der Bremer Schlachthof platzte gestern fast aus allen Nähten als dort 950 Fans auf die beste Band der Welt warteten. Wer im Vorfeld schnell genug war und zu den ersten 200 Ticketkäufern gehörte, hatte das Glück gleich von Anfang an mit den Hosen auf Tuchfühlung gehen zu können. Diese wollten nämlich unbedingt genau auf den gleichen Brettern stehen, auf denen ihre Karriere vor drei Jahrzehnten den Anfang genommen hatte. Im Magazinkeller des Schlachthofs spielten Campino und seine Kollegen den ersten Teil des Gigs. Nach gut 30 Minuten wechselten sie dann die Bühne und spielten in der Kesselhalle weiter, in der die übrigen 750 Zuschauer bisher das Geschehen über eine Videoleinwand verfolgen konnten. Die Menge brodelte und zeigte sich sehr textsicher im gesamten Repertoire, das gespielt wurde. Beinahe sechzig Songs wurden in knapp drei Stunden vorgetragen und lautstark von allen mitgesungen. Die Düsseldorfer Punkrockband spielte alte Stücke wie "Roland", "Niemandsland" und das ZK-Lied "Spanner", aber genauso ihre frisch erschienene Single "Tage wie diese". Als Fan der Toten Hosen kennt man sie sowieso alle und gibt sein Bestes als Background-Chor. Doch auch das Singen eines Geburtstagsständchens war für die anwesenden Zuhörer ein tiefes Bedürfnis, mit dem sie die Band sehr erfreute. Hosen Sänger Andreas Frege, wie Campino mit bürgerlichem Namen heißt, verlieh seiner Rührung mit den Worten Ausdruck: "Ihr macht alte Männer gerade sehr glücklich". Und noch etwas gab der charismatische Musiker der Menge preis, dass nämlich eigentlich der erste Auftritt damals zu früh gekommen sei. Die Gruppe hätte noch etwa zwei Jahre lang proben müssen um überhaupt ein komplettes Set zusammen zu haben. Irgendwie scheint diese Erkenntnis jedoch keine Rolle mehr zu spielen, denn der Erfolg der Gruppe spricht für sich. Irgendwie hat sie es geschafft 30 Jahre im Geschäft zu bleiben , ohne Aussicht auf ein Ende. Patrick Orth, der Geschäftsführer des bandeigenen Labels JPK, zeigte sich erfreut und überrascht. Für ihn sei eine derartig lange Karriere im Musikgeschäft nicht planbar und im Fall der Toten Hosen nur in Kombination mit kontrolliertem Chaos und viel Glück möglich geworden. Das gestrige Konzert in der Hansestadt war Auftakt einer gut vierwöchigen Jubiläumstournee, die 16 Konzerte umfasst. Diese Auftritte finden allerdings nicht auf klassischen Bühnen sondern, an von Fans zur Verfügung gestellten Orten statt. In den zurückliegenden Monaten hatten diese die Möglichkeit sich übers Internet dafür zu bewerben, dass die Toten Hosen bei Ihnen Zuhause ein Konzert geben. Bis zum 12. Mai treten die Rockmusiker demnach genauso in einer Berliner Ein-Zimmer-Wohnung auf, wie auch in einer WG in Hessen oder einer Klinik in Ingolstadt. Für Campino steht fest, dass der Dienstagabend nur schwer zu toppen sein wird, doch vielleicht bleibt eines der Wohnzimmerkonzerte künftig das Highlight im Leben eines ausgewählten Fans.
 



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