Engtanz total - Bosse im Schlachthof

Mon, 02 May 2016 11:55:00 GMT von

Er wollte eigentlich schon im März unsere Stadt besuchen, doch machten Grippefälle innerhalb der Band, Bosse einen Strich durch den Tourplan. Gestern, am 01. Mai fand endlich sein Engtanz-Konzert im Bremer Schlachthof statt.

Einen schöneren Tag beziehungsweise Abend hätte sich Axel Bosse kaum für seinen Ersatztermin innerhalb der "Engtanz-Tour" aussuchen können. Mit Frau und Kind im Gepäck besuchte der gebürtige Braunschweiger und heutige Wahlhamburger unsere Hansestadt und nutzte das milde Frühlingswetter am Nachmittag gleich für einen Spaziergang im Bürgerpark

Große Milchbar

Ein solch privater Ausflug lag nahe, da Aki samt Familie und Band im angrenzenden Parkhotel residierte. Im Tiergehege des Bürgerparks staunte seine zehnjährige Tochter über die vielen Zitzen des Bentheimer Schweines mit der Bemerkung, dass die Sau gewaltig viele Titten habe. Derlei Anekdoten und Randnotizen aus dem Leben und den Ursprüngen manches Songs gab der 36-Jährige im Verlauf des Abends immer wieder zum Besten. Sein Publikum kennt das schon und liebt diese Geschichten, auch wenn Fans so manche davon schon mal gehört haben.

Party ohne Enno

Hätte das gestrige Konzert wie ursprünglich geplant stattfinden können, hätten die Zuschauer in der Kesselhalle des Schlachthofes Enno Bunger und Songs aus dessen Album "Flüssiges Glück" lauschen dürfen. Aber hätte, hätte Fahrradkette. Enno hatte am Tag der Arbeit leider keine Zeit um in Bremen den Support für Bosse zu übernehmen. Also, war dessen Backing Vokalistin Valentine Romanski kurzerhand eingesprungen. Offenbar so kurzfristig, dass die auch solo tätige Sängerin vergaß, ein paar Exemplare ihrer aktuellen EP "Wild Heart" in den Koffer zu packen. Sie erwähnte, dass man bei Gefallen alle Songs aber bei iTunes kaufen können. Ansonsten müsste man halt eines ihrer nächsten Konzerte besuchen, da gäbe es die EP dann auch physikalisch.

Wer Valentine nicht kennt, oder unsicher ist, ob er/sie ihre Musik mag, kann in die Stücke auch bei Soundcloud nochmal reinhören. In den rund 20 Minuten, die der 27-Jährigen zur Verfügung standen, stellte sie jedenfalls ihre Songs "Pinch Of Rebellion", "Wasted", "Try", "Children Of The Sun" und "Wild Heart" vor. Sie begleitete sich dabei selbst auf dem E-Piano und gewährte Einblicke in ihr stimmliches Können.

Eng, heiß und schwitzig

Der Bremer Schlachthof war ausverkauft, also rappelvoll. Umfallen unmöglich, stillstehen und Privatsphäre wahren ebenso. Aber die meisten Fans wussten das vorher, oder ahnten es spätestens anhand der ellenlangen Schlange vor dem Eingang. Wer sich einmal ein Plätzchen ergattert hatte, tat gut daran bis zum Ende der Show keine Wünsche zu entwickeln, die einen Standortwechsel erfordert hätten. Also gleich zu Beginn mit Getränken versorgen und dann auf eine gut trainierte Blase hoffen, war nicht die schlechteste Idee.

Gegen 21 Uhr ging es dann auch endlich mit dem Hauptteil, sprich Bosses Engtanz los. Und es dauerte nicht mal drei Songs, bis der kleine "Duracell-Hase" auf der Bühne schönen Schweissglanz entwickelt hatte. Bis dieses Energiebündel ordentliche Mengen davon produziert hatte und sein Shirt klatschnass an ihm hing, dauerte es nicht viel länger. Später, bei seinem obligatorischen Bad in der Menge dürfte er so manchen Fan befeuchtet haben.

Engtanz

Bosse tanzte von der ersten bis zur letzten Minute, von einer Bühnenseite zur anderen. Aber so eng, wie seine Meute vor der Bühne war es beim Sänger natürlich nicht. Es kann gut sein, dass so mancher sich heute über den einen oder anderen blauen Fleck freut, den Nachbars Ellenbogen ihm verpasste. Die Stimmung an diesem Sonntagabend glich einem feurigen Hexenkessel. Es wurde gesungen, Arme schwangen in der Luft, kollektives Springen und gemeinsames Engtanzen erfüllten den Saal. Anfangs performte Bosse die beiden gute Laune Stücke "Außerhalb der Zeit" und "So oder so", bevor er sich erstmal ein paar melancholischeren Songs wie "Nachttischlampe", "Vier Leben", oder "Alter Strand" und "Istanbul" widmete.

Nach "Ahoi Ade", das im Anschluss an die Beerdigung eines seiner Freunde entstanden war, reichte es ihm jedoch mit der Tiefsinnigkeit. Mit den Worten "Ab jetzt wird nur noch getanzt", stimmte Bosse "3 Millionen" an. 

Schönste Zeit

Der Großteil der Setlist bestand natürlich aus den Songs vom aktuellen "Engtanz-Album". Doch etwa die Hälfte setzte sich auch aus den besten Stücken früherer Werke zusammen. Was nicht fehlen durfte, war "Schönste Zeit", das von den Fans textsicher begleitet und teils sogar alleine gesungen wurde. Aber auch "Frankfurt Oder" und "Du federst" gehörten zum Angebot. Die "Krumme Symphonie", welche auf dem Album von Caspar begleitet wird, musste als Bühnennummer anders unters Volk gebracht werden. Hier sprang Roadie Sven ein und rappte wie ein alter Hase.

Wie bereits oben erwähnt erzählte Bosse zwischen den einzelnen Titel oft etwas über deren Ursprung und sammelte mit den durchaus witzigen Geschichten so manchen Lacher ein. Jeder, der nicht unter Klaustrophopie litt, dürfte gestern im Schlachthof voll auf seine Kosten gekommen sein. Mehr Party ging auch nicht, die nächste Stufe hätte Abriss bedeutet. Es ist einfach immer schön zu beobachten wie die Chemie zwischen Aki und den Fans funktioniert. Beide Seiten schaukeln sich gegenseitig zu Höchstform auf, so dass nach dem letzten Akkord eine Dusche und frische Klamotten unumgänglich sind. Bremen und Umzu freut sich nun auf eine Wiederholung im Herbst. Am 29. November tritt Bosse im Pier 2 auf und wird dort seine Aufforderung zum Engtanz formulieren. Wer mitschwitzen möchte, findet hier noch Tickets. Zum Appetit anregen, geht's hier zu unserer Bilderstrecke von gestern.



2 Kommentare

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15. August, 09:18 Uhr
von Yasin Gulağan Almançec

Was sól der shice du yuksel hast einen kleinen shwans

24. Juni, 15:16 Uhr
von Izzlakk Stran

jajaja goggo jymbo ja ja je hehehe nur shice hier