Cool abserviert

Mon, 31 Mar 2014 12:42:00 GMT von

Wegen ihm haben Hardcore-Fans sogar eine frostige Nacht unter freiem Himmel verbracht. Ärzte-Drummer Bela B. wurde am Freitagabend an der Weser erwartet und wusste zu begeistern.

Bremen hat ein eigenes Event aus der Taufe gehoben - Das Nordlicht Festival! Und das glänzte nur so vor lauter Stars. Der 28. und 29. März 2014 wurde vom Veranstalter Koopmann Konzerte für eine bunte Ansammlung diverser Künstler ausgewählt und machte deutlich, dass es sich lohnt der Wesermetropole auch in musikalischen Dingen einen Besuch abzustatten.

Wohlklingende Namen - bunter Mix

Gero Stubbe von Koopmann holte mit seinem Team ein delikates Line-Up zum ersten Indoor-Festival nach Bremen. Am Freitagabend konnte man neben der Reunion der Bremer Band Schwarz auf Weiss und Django 3000 den Schlagzeuger der Ärzte in Begleitung von Peta Devlin, sowie der Band Smokestack Lightnin’ erleben. Das Highlight am 28. März war für viele Besucher die belgische Band Triggerfinger. Samstags bekam der geneigte Besucher bei bestem Frühlingswetter außerdem John Coffey, Rhonda, Olli Schulz & Band, Flo Mega & The Ruffcats, sowie Grillmaster Flash & The Jungs um die Ohren gehauen. Das Ganze abgerundet und gewürzt mit diversen weiteren Acts inklusive einiger Lesungen.

Zeitreise

Kennt man Bela B. gemeinsam mit den Ärzten eher aus dem Bereich Punk-Rock, so packte er am Freitag eine ganz andere Seite seines Könnens aus. In Begleitung der Hamburger Sängerin Peta Devlin und der Band Smokestack Lightnin’ ging es akustisch back to the Sixties. Für den erwartbar düsteren Rockabilly-Sound inklusive ironisch-erotischem Begleitprogramm, verbrachten ein paar Fans die Nacht vorm Festival sogar im Freien. Hätten sie eine Glaskugel befragt, hätte diese verraten, dass ein solches Opfer nicht nötig gewesen wäre. Das Konzert war alles andere als ausverkauft.

Countriestyle

Kommenden Freitag, am 4. April veröffentlicht Bela B. sein neues Soloalbum "Bye", mit dem er anschließend eine eigene Tour startet. Vorab durften seine Fans am letzten Freitag aber schon mal ein wenig reinhören in die Platte. Seine aktuelle Single "Abserviert" bildete den Opener des knapp einstündigen Konzerts. Doch geprägt war der Auftritt vornehmlich durch altbekannte Songs wie etwa der "Vampir mit dem Colt", zu dem das Publikum die Geräusche von Käuzchen, Pferdegetrappel und Lokomotiven machen sollte. Natürlich fehlte auch nicht "Altes Arschloch Liebe". Insgesamt bot sich dem Zuschauer aber ein von Country geprägtes Bild, nicht nur im akustischen Sinn.

Coolness pur

Bela B. kennt die Wirkung seiner Stimme sehr gut. Er bräuchte nur zu schnippen und sämtliche weiblichen Wesen würden ihm zu Füßen liegen. Mit Peta Devlin hatte er jedoch auch für die männlichen Zuschauer einen Hingucker mitgebracht. Gemeinsam bauten sie das Bild eines verjüngten Johnny Cash und seiner früheren Frau June Carter auf. Trotzdem kam die Show nicht so recht in Fahrt. Aus dem hinteren Teil des Pier2 ließ sich beobachten, wie lethargisch sich einige Zuschauer mit Musik berieseln ließen. Als wäre ihnen noch nicht klar, dass sie weder vor dem Fernseher, noch am PC mit Video-Kanal hockten.

Die Hitze fehlte

Begeisterung sieht anders aus. Souverän versuchte Bela die Menschen für sich einzunehmen, aber so richtig wollte das nicht glücken an diesem Abend. Erst als seine Zeit fast abgelaufen war, wurde die Stimmung deutlich gelöster. Vielleicht hielten sich auch einfach zu viele Fans von Triggerfinger im Saal auf, die das Abschlusskonzert des Freitags geben sollten. Das Gesamtpaket Bela-Peta-Smokestack Lightnin’ hätte mehr Applaus verdient.



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