Thees Uhlmann: Red Bull Hosted By ließ ihm freie Hand fürs Line-Up

Wed, 12 Jun 2013 13:21:00 GMT von

Eine besondere Veranstaltung fand am gestrigen Dienstag in Bremen auf dem Uni Campus statt: Red Bull veranstaltete eines von drei Hosted By Events und ließ Thees Uhlmann entscheiden wer auftreten durfte.

Es gab reichlich Sonnenschein und ordentlich was auf die Ohren. Für Leib und Magen sorgten die aufgebauten Buden, an denen es Getränke und Würstchen, sowie natürlich Red Bull gab. Selbstverständlich fehlten auch nicht die passenden Hostessen, welche die Flügel verleihende Flüssigkeit gratis an das Volk verteilten. Besonders war am 11. Juni 2013 auch die Tatsache, dass dieses gesponserte Musikevent keinen Eintritt kostete. Das macht ja durchaus seinen Sinn, wo man sich als Location immerhin das Gelände der Bremer Uni ausgesucht hatte. Jeder weiss, dass Studenten arme Geschöpfe sind, die ihre Nase die meiste Zeit in Bücher klemmen müssen und zur Erbauung manchmal feiern gehen. Dazu hatte das akademische Jungvolk gestern die Gelegenheit und nutzte das auch aus.

Hosted By

Unter dem Motto Red Bull Hosted By veranstaltet der Getränkehersteller derzeit einige wenige Events. Genauer gesagt, sind es drei. Eines davon konnte man für Lau am Dienstagnachmittag genießen. Die näheren Umstände und wo weitere Konzerte stattfinden, könnt ihr in unserer Ankündigung von gestern nachlesen. Please follow! Auf jeden Fall hatte Thees Uhlmann, auch bekannt als Sänger der Band Tomte, auf dem Campus nicht nur die sprichwörtlichen Hosen an, er bestimmte vorab das gesamte Line-Up. Sämtlichst Künstler, die er schätzt und für fördernswert hält, durften die Bühne rocken. Das haben diese sich wohl kaum zweimal sagen lassen und gaben ihr letztes Hemd.

Erste Töne

Der Aufbau für das Event begann am Montag. Wir konnten alles, wie im Slogan von ARD und ZDF, aus der ersten Reihe mitverfolgen. Die Räumlichkeiten unserer Redaktion befinden sich Vis á Vis dem Veranstaltungsgelände, bzw. dem Uni Campus. Auch für uns keine alltägliche Sache, als Musikportal direkt vor der Haustür Remmidemmi zu haben. Ehrensache, dass wir uns also pünktlich um 17:00 Uhr als Paper&Places die ersten Töne von sich gaben, an der Bühnenkante standen.

Ja, wo sind denn alle?

Das dürfte sich nicht nur die Band gefragt haben. Als Paper&Places den Opener übernahmen, haben sie sich bestimmt etwas mehr Publikum vorgestellt. Zu dieser Zeit war das großzügige Areal noch eher spärlich gefüllt. Mit viel gutem Willen mögen sich dort 200 Studies und sonstiges Jungvolk aufgehalten haben. Dementsprechend unmotiviert klang das Trio dann für meine Ohren auch. Marc, Harisson und Johannes hätten das Ruder natürlich auch in die Hand nehmen können, indem sie die Zuschauer auf sich aufmerksam gemacht hätten. Sie beschränkten sich aber leider auf spärliche Ansagen zu ihren Songs in Englisch.

Hätten sie ein paar coole Sprüche auf Deutsch gebracht, das sie als Regensburger wohl beherrschen dürften, es hätte man ihnen bestimmt mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Nun gut, die Jungs sind halt noch sehr jung und unerfahren - vielleicht waren sie auch schlicht sehr aufgeregt. Leider haben sie sich nicht wirklich bis in meine Synapsen schleichen können, ich ließ mich lieber von einem sehr mitteilsamen und lustigen Mädel, das neben mir stand entertainen. Sie hatte allerlei Anekdoten aus ihren Konzert- und Festivalerlebnissen zu berichten.

Herr Uhlmann moderiert

Zwischen den einzelnen Auftritten kam Thees Uhlmann immer auf die Bühne. Er erklärte kurz, wer nun als nächstes dran sei und mitunter warum er sich für die jeweilige Band entschieden hatte. Manchmal erzählte er noch einen Witz,  dann räumte er das Feld wieder. Als zweite Band stand gestern Rob Lynch auf dem Programm. Im Schnitt hatte jeder Künstler gute 30 Minuten für seine Performance. Nicht viel Zeit und die meisten nutzten diese auch, zur Präsentation möglichst vieler Kopstproben ihres Könnens.

Ein Prosit auf die Musik

Rob Lynch war ebenfalls kein Mann großer Worte, aber eines wurde schnell klar: er liebt Bier! Anders als die meisten Kollegen des gestrigen Nachmittags, nahm er sich davon eine Ration mit on Stage. Viele Musiker, ich würde sagen sogar die meisten, trinken während ihrer Auftritte nur Wasser. Wer will schon als Fan mit Saufgesängen beschallt werden und wenn der Text sitzen soll, muss man einen klaren Kopf behalten. Rob Lynch war das egal, immerhin musste er ja nur eine halbe Stunde Programm absolvieren. Darum gönnte er sich zwischen den einzelnen Stücken immer ein Schlückchen und hatte zu diesem Zweck sogar ein bisschen Deutsch gelernt: "Hau weg die Scheiße!" rief er fröhlich, ganz in Werner-Manier. "Prost" konnte er selbstverständlich auch sagen und spielte, der inzwischen gewachsenen Menschenmenge unter anderem die Songs "Feeling Good", "Whisky" und "My Friends And I" vor.

Party im Staub

Mit leichter Verspätung gegen 18:40 Uhr war die dritte Band reif die Studentenschar in Stimmung zu bringen. OK KID hatten damit, soweit ich das beurteilen kann keine Schwierigkeiten. Locker, flockig und mit viel guter Laune legte die Truppe los. Ob mit "Allein, Zu Zweit, Zu Dritt" oder "Kaffee Warm", die Fans rückten näher zur Bühne und feierten ab. Textsicherheit war deutlich erkennbar und der Genuss geistiger Getränke zeigte erste Wirkung. Die Hemmungen fielen langsam und der steife Norddeutsche ging schon ganz gut aus sich heraus. Die Zeit war begrenzt und sollte natürlich mit den beliebtesten Stücken gefüllt werden.

Was nicht fehlen durfte war "Alles oder nichts mehr", "Verschwende mich", "Mehr Mehr" und natürlich "Stadt ohne Meer". Es gab auch noch einen brandneuen Song, der bisher nur via iTunes erhältlich ist: "Grundlos" und das wurde dann auch so richtig gefeiert. Sänger Jonas scheute nicht den Kontakt mit seinen Fans. Er stieg von der Bühne, heizte die Menge ordentlich an und tummelte sich dann inmitten eines fetten Moshpits mit ihnen. Meine Fotokamera sah anschließend wie eine Pottsau aus, so staubig war sie - Beweisfotos sind in der Bilderstrecke enthalten.

Master of Rap

Der vierte Gast war mein persönlicher Favorit des Tages: Ahzumjot. Thees wurde auch nicht müde, diesen Musiker zu loben und kündigte ihn mit den Worten "Der geilste Schrott - Ahzumjot" an. Mal abgesehen vom Schrott, kann ich dem nicht widersprechen. "Ja, ich fand das wirklich megageil und musste nicht überredet werden, oder so". Der letzte Satz ist Ahzumjot persönlich gewidmet, der mir im kurzen Austausch nach der Show nicht glauben wollte, dass ich keine bloße Lobhudelei betreibe. Ich liebe Rap und Hiphop und seine Beats sind heftig und gehen so schön tief unter die Haut, von den Texten reden wir erst gar nicht. Nun, ja Alan Julian Asare konnte nicht nur mich in seinen Bann ziehen. Mittlerweile war der Abend des 11. Juni angebrochen und das Eventgelände gut gefüllt. Es hätten zwar noch viel mehr Leute Platz gefunden, aber die Stimmung war auch so fantastisch.

Bremen ist bescheiden

Wir sind in Bremen ja nicht so verwöhnt. Nicht vom Wetter her und auch nicht durch außergewöhnliche Musikveranstaltungen - gestern war beides top! Was hatte der gute Mann denn nun im Gepäck? Neben seiner Präsenz und einem tollen Style gab es natürlich auch fette Musik. Auch Ahzumjot musste sich beschränken, suchte aber diejenigen Lieder aus, welche viele seiner Anhänger locker mitsingen konnten. Wahrscheinlich können echte Fans jeden Songtext auswendig. Es gab also unter anderem "STDTKDS", "Gassi gehen" und "Explosionsgräusche" auf die Ohren. Dazu sang er "Keine Zeitmaschine", "Nicht viel" und "Sepia zu Gold". Gekonnte Tanzeinlagen mit unglaublich energiegeladener Ausstrahlung und die Aufforderung zu Chorgesängen rundeten seine Show ab. Für mich und viele andere, hätte das noch lange so weiter gehen dürfen.

Show mit Thees

Kurz bevor auch schon der letzte Gig angesagt werden musste, ließ es sich der Tomte-Sänger nicht nehmen, einige Kostproben aus seinem Solorepertoire anzubieten. Thees Uhlmann performte drei Lieder: "Und Jay-Z singt uns ein Lied"(eigentlich hätte Casper dabei sein müssen, konnte es zeitlich aber nicht), "Lat:53" und selbstverständlich "Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf". Dann machte er Platz für die unbeugsamste Band der Erde. Thees meinte, wenn die Jungs auf Gott treffen würden und er sie bitten würde sich vor ihm zu verneigen, sie würden es nicht tun.

Turbostaat

Ab jetzt ging im wahrsten Sinne des Wortes der Punk ab. Turbostaat gehörte der restliche Abend bis um 22:00 Uhr das Event zu Ende ging. Heidewitzka, nun blieb kein Sandkorn mehr auf dem anderen. Es wurde gegrölt, gesprungen und ein Moshpit jagte den nächsten. Nach einer ausreichenden Zahl geschossener Bilder, zog ich mich lieber von der vordersten Front zurück. Eine kleine Bierdusche reichte mir dann doch. Turbostaat waren auch in der fünften Reihe noch immer laut und präsent genug um darüber berichten zu können. Die Fans gingen allesamt völlig ab. Egal ob die "Haubentaucherwelpen", "Snervt", "Alles bleibt konfus" oder "Pennen bei Glufke" die Ohren beschallte, ein Halten gab es für die Fans definitiv nun nicht mehr. Ernsthafte Konkurrenz für die Fischerchöre war auch die singende Masse bei "Insel". Husum, verdammt! und als Jan den lange ersehnten Sommer ankündigte, wurde für "Urlaub auf Fuhferden" noch eine Schippe draufgelegt. Fett!

Gelungene Sache

Ein dickes Dankeschön an Thees Uhlmann für sein sorgsam aufgestelltes Line-Up und Red Bull für die Möglichkeit, aufstrebenden Bands eine solche Plattform anzubieten. Wir Bremer sind auch 2014 gerne bereit einer Handvoll Musiker den Campus zum Feiern zur Verfügung zu stellen.
 



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