Chima: Deutsch-Pop-Party im Modernes

Wed, 08 May 2013 09:42:00 GMT von

Im Rahmen seiner "Merkst Du Was?"-Tour machte Chima gestern Halt im Bremer Modernes.

Gestern Abend sollte Chima, der "Frankfurter Jung", die Bremer begeistern. Das Modernes füllte sich nur langsam, doch schlussendlich waren wohl ca. 250 Menschen da, die dem Auftritt des sympathischen Musikers entgegenfieberten. Den Support für Chima übernahm Robert Carl Blank.

Robert Carl Blank

Robert Carl Blank ist eine deutscher Folk-Rock Gitarrist, der, genauso wie Chima, aus Frankfurt stammt. Seit knapp 10 Jahren reist der Musiker mit seiner Gitarre quer über den Globus und tut das, was er liebt und ziemlich gut kann. Songs schreiben und performen.

Mit "Anheizen des Publikums" war nicht so viel, aber der Gitarren-Sound und die gefühlvollen Lieder machte die Stimmung sehr kuschelig. So chillte sich Robert Carl Blank durch seinen Auftritt und wünschte zum Schluss noch "Viel Spaß mit Chima".

Chima

Als Chima die Bühne betrat, wurde er mit einem warmen Applaus empfangen. Er legte mit dem Song "Risiko" los und sorgte damit gleich für gute Stimmung. Die Instrumente seiner vier Bandkollegen schmiegten sich sehr schön an die klare, kräftige Stimme des 40-Jährigen an. Es war wie eine groovende Einheit.

Dass das Modernes nicht voll war, tat der guten Laune Chimas keinen Abbruch. Er hat die Leute angefeuert und immer wieder aufgefordert mitzumachen. "Wo sind eure Arme", "Das sieht gut aus" und "Ich will eure Hände sehen". Chima kümmerte es nicht wieviele Menschen da waren, er feierte mit allen die gekommen waren.

Erklärungen

Vor den Songs gab es meist ein paar einleitende Worte und Erklärungen, um die Geschichte hinter den Songs zu beleuchten. Vor Lied fünf, "Mariechen", sagte Chima zu dem mittlerweile vollen Innenraum, "Ich seh's in euren Augen. Ihr wollt tanzen, aber ihr traut euch noch nicht so ganz. Ich helf euch dabei." Dieses Versprechen löste er auf beeindruckende Weise ein.

Mein Nächster

Je länger das Konzert dauerte, desto lockerer wurden die Leute, doch Chima war das wohl nicht genug. Beim Song "Mein Nächster" sprang er deshalb kurzerhand von der Bühne und tobte singend und tanzend durch den Innenraum des Modernes. Er klatschte seine Fans ab, er drückte sie, er sang mit ihnen und fragte immer wieder "Wer ist dein Nächster hier?". Die Antwort war immer dieselbe. Ein kollektiver, wenn auch noch etwas verhaltener, Jubel. Soviel Nähe haben die Fans wohl nicht erwartet.

"Reißt die Arme in die Luft und tanzt mit mir", forderte Chima auf. Am Schluss kletterte er wieder auf die Bühne und sagte "Ihr seid immer noch ein bisschen schüchtern, aber ich krieg euch schon noch."

Er sollte Recht behalten.

Morgen

Richtig aufgetaut ist das Publikum, als der Gute-Laune-Sound von "Morgen" durch das Modernes hallte. Das Auditorium wurde mal eben zum Chor umfunktioniert und Chima übte sich in musikalischer Erziehung.

"Bitte zum Takt, ihr Lieben", hieß es da und später dann "Verzeiht mir diese Spielereien, aber das macht soviel Spaß."

Chima lebt von den Reaktionen der Menschen und freut sich darüber wie ein kleines Kind. Als alle im Chor den Refrain sangen, forderte er voller Begeisterung, "Bitte irgendjemand muss das filmen". Der Auftritt wurde immer mehr zu einer großen Party.

Aerobic

Der Ausflug ins Publikum bei "Mein Nächster" hat Chima wohl gefallen und war nicht der letzte des Abends. Bei "Nacht" war es wieder soweit. Ab in die Menge und diesmal sang er nicht nur, sondern machte auch den Vortänzer. Es hatte fast etwas von einer Aerobic-Stunde mit verdammt guter Begleitmusik. Diese sympathische und lebensfrohe Art steckte an und machte richtig Spaß.

Party

Bei dem Song "Wundervoll" wurde es dann richtig abgefahren. Es wurden alle aufgefordert den Beat zu klatschen, dann sollten sie ihn stampfen. Chima war der Dirigent und hatte das Publikum sowas von im Griff. "Kommt, macht mal 'ne Drehung", sagte er und machte vor, was genau er haben wollte.

"Nee, kommt, das war Arbeitsverweigerung", scherzte er. Doch das Beste kam noch. Er fragte, ob jemand aus dem Publikum den Refrain des Liedes kenne. Eine junge Dame meldete sich und wurde auf die Bühne gebeten. Das war ihr sichtlich unangenehm und sie wollte sich gerne davonstehlen, doch wie kann man zu Chima "nein" sagen?!

Er ließ das Publikum darüber abstimmen, ob sie den Refrain alleine singen sollte oder nicht. Die Leute waren gnädig und so durfte sie mit ihm zusammen singen. Diese unkomplizierte Art von Chima ist wirklich sehr einnehmend.

Schlussendlich "musste" die junge Dame dann doch einmal ganz allein singen und Chima wurde zu ihrem Fan und feierte sie, was das Zeug hielt. Den Abend dürfte sie so schnell nicht mehr vergessen.

Ausflug

Der Song, auf den alle gewartet haben, kam ganz zum Schluss. Als "Ausflug ins Blaue" erklang, wurden alle restlichen Hemmungen über Bord geworfen und alle sangen aus voller Kehle. Chima war ganz kurz sprachlos und sagte dann nur "Ihr seht so schön aus".

Dann lief er hinter die Bühne und kam mit seinem Handy wieder zurück. Er stellte sich mit dem Rücken zum Publikum und filmte sich mit den Menschen im Rücken, wie sie ihn, lauthals singend und tanzend, gefeiert haben.

Was für ein Abschluss.

Zugabe

Als Zugabe gab es "Immer noch", "Merkst du dich?" und "Stille". Chima stellte noch kurz seine Band vor und ging dann schwitzend aber glücklich von der Bühne. Er bedankte sich viele Male und man merkte, dass es ihm gefallen hat, die "unterkühlten" Norddeutschen zum "kochen" zu bringen.

Fazit

Chima ist live ein absolutes Party-Feuerwerk. Er besticht nicht nur durch seine klare, schöne Stimme, sondern auch durch seine gute Laune und Lebensfreude, die absolut ansteckend ist. Musikalisch war eine ordentliche Bandbreite vertreten. Da war Hip Hop, Soul, R&B, schicker Elektro-Pop, balladeske Sounds, Dance-Musik, ein bisschen Funk und jede Menge Spaß an der Sache an sich. Eine klasse Deutsch-Pop-Party.

Es war ein super Abend, der ganz laut nach Wiederholung schreit!



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