Melanie Dekker: Die kanadische Frohnatur im Achimer Kasch

Mon, 18 Mar 2013 09:52:00 GMT von

Melanie Dekker, der Sonnenschein aus Kanada, begeistert am 15.3. mit Folk-Pop vom Feinsten.

Melanie Dekker, kanadische Singer-Songwriterin aus Vancouver, ist am vergangenen Freitag im Achimer Kasch aufgetreten. Im "großen Saal" der Veranstaltungsstätte waren Stühle und jeweils ein Tisch in kleinen Gruppen aufgebaut. Es hatte gleich etwas von "kulturellem Erlebnis" statt eines "Massenkonzertes". Eine Atmosphäre, die Melanie Dekker sehr liegt, wie sich später herausstellen sollte.

Zoe Kalcum

Nach ein paar einleitenden Worten von Susanne Groll vom Kasch und der Achimer Gleichstellungsbeauftragten Bärbel Richter, machte die 15-Jährige Zoe Kalcum aus Langwedel den Anfang. Nachdem sie ihre erste Nervosität weggesungen hatte, stellt sich die 15-Jährige vor. "Ich bin Zoe Kalcum, ich bin 15 und ich schreibe gerne Songs." Völlig unbefangen spielte sie ihre Songs und man sah ihr die Freude an, die sie dabei hatte.

Bereits mit 12 Jahren wusste Zoe Kalcum was sie wollte. Diese Zukunftspläne hat sie in ihren Song "Music World" gepackt. Den Abschluss bildete ein Cover des Songs "Red", von ihrer absoluten Lieblingssängerin Taylor Swift. Aus diesem Mädel kann noch einiges werden.

Melanie Dekker

Melanie Dekker und ihr Auftritt im Rahmen ihrer "Sunshine Vancouver Tour" bildeten den Höhepunkt einer Veranstaltungsreihe rund um den internationalen Frauentag. In einem kurzen, roten Kleid, schwarzen Netzstrümpfen und hohen, schwarzen Stiefeln, betrat sie, flankiert von David Sinclair und Allan Rodger, die Bühne. Die vorab erbetene Setliste, wurde spontan von Melanie aufgeschrieben und mir von Gitarrist David zugesteckt. Es konnte losgehen.

Der Eindruck täuscht

Die hübsche, junge Frau im sexy roten Kleid kündete als Opener einen "nice love song" an und schon erklangen die ersten Töne von "Blush". Wenn man sich dieses schmale Persönchen anschaut, ist man nicht gefasst, auf so eine Stimme. Warm, erstaunlich kräftig und mit rauchig-kratzigen Elementen träumte sie sich durch diesen Song. Wunderschön! Es folgte ein Querschnitt durch ihre verschiedenen Alben. Balladen, Popsongs und countrylastige Folk-Klänge erfüllten das Kasch. Ihre Ausstrahlung und ihr Enthusiasmus riss das Publikum sofort mit.

Kumpel

Nach den Songs kommt die "Kumpel-Frau" in Melanie Dekker zum Vorschein. Fröhlich, lachend und herrlich natürlich witzelte sie mit ihren Musikerkollegen und mit dem Publikum. Das war alles andere als "Dienst nach Vorschrift". Sie erfreut die Leute mit Anekdoten aus ihrem Leben und erklärt, wie bestimmte Songs entstanden sind.

So erzählte sie z.B., wie sie den zweiten Song des Abends, "I Said I", im Kopf geschrieben hat, als sie sich ausgesperrt hatte und draußen auf ihrer Treppe saß. Sowas ist nicht nur eine nette Auflockerung, es bewirkt vor allem, dass sich die Menschen mit ihr und ihrer Musik identifizieren.

Einladung

Eine musikalische Einladung zum Träumen sprach Melanie Dekker mit "We're The Angels" aus. Ihre unverwechselbare Stimme trug den Hörer tatsächlich in himmlische Gefilde. Ein Song, bei dem die Seele wohlig aufzuseufzen scheint. Von Anfang an ist ganz klar, bei ihren Auftritten steht, neben ihrer sympathischen und herzlichen Persönlichkeit, ihre wunderschöne Stimme im Vordergrund.

Doch auch der Kontakt zum Publikum ist ihr offensichtlich sehr wichtig. Sie sind nicht nur Zuhörer, sie sind ein Teil der Show und so bekam der Auftritt etwas von einem musikalischem Event mit Comedy-Einlagen. Zwischen tosendem Applaus und rhythmischen Kopfnicken wurde immer wieder herzlich mit der Kanadierin gelacht.

Als zum Beispiel, nach knapp 15 Minuten einige verspätete Gäste kamen, sagte die "Can't Stop Laughin'"-Interpretin, dass sie nicht glauben sollten, dass sie die ersten drei Songs jetzt nochmal spielen würde.

Soli

Der Spielkunst ihrer männlichen Kollegen huldigte sie, indem sie ihnen doch diverse Male Zeit für imponierende Soli einräumte. Vor allem David Sinclair legte wirklich mitreißende Demonstrationen seines Könnens hin. Die beiden Herren verstanden es, Melanies Auftritt Farbe und jede Menge Groove zu verleihen, ohne ihre Stimme dabei zu übertönen. Ein eingespieltes Trio, dass nicht nur für wunderbare Unterhaltung, sondern auch für jede Menge gute Laune sorgt.

Pause

Nach neun Songs gab es eine kurze Pause, in der Melanie Dekker ihre CDs unter die Kaufwilligen brachte. Diese Frau ist ein Star zum Anfassen. Bereitwillig und stets mit einem Lächeln auf den Lippen, schrieb sie Autogramme oder machte Fotos mit ihren Fans.

Banjo

Im ersten Song nach der Pause "Worry Get's You Nowhere", kam das Banjo zum Einsatz. Ein sehr schwungvolles Lied, das doch sehr zum mitklatschen einlud. Sie bat das Publikum um eine adäquate Übersetzung dieses Titels, damit sie es bei den nächsten Auftritten auf Deutsch ankündigen könne. Lebensfreude pur war auch beim nächsten Song, "Flirtin With Me" angesagt. Mit teilweise dunkler und sexy-rauher Stimme zeigte Melanie, dass sie auch anders kann als verräumt-melancholisch. Abgerundet wurde der Song mal wieder durch Soli von Alan Rodger und David Sinclair.

Kalt erwischt

Während ich so meine Notizen zu dem Konzert machte, wurde ich einmal ganz kalt erwischt. Melanie sprach mich von der Bühne an und fragte mit einem Augenzwinkern, was denn als nächstes auf der Setliste stehen würde? Sie amüsierte sich köstlich darüber, dass ihre Schrift so unleserlich war, dass meine Kollegin und ich doch arge Probleme hatten den Titel "Leaving The Blues Behind" zu entziffern.

Hippie

Kurz vor Schluss kam mit "Hippie" nochmal richtig Stimmung auf. Alle sangen aus voller Kehle mit und feierten die Künstlerin. Vor dem Track hat sie auch dessen kuriose Entstehungsgeschichte zum Besten gegeben. Den Song habe sie auf dem Weg zu einem Auftritt auf einem Weingut geschrieben. In einem kleinen Wortspiel scherzte sie dann "Der Wein war gut" und hatte mal wieder alle Lacher auf ihrer Seite. Mit "Give My Heart a Home" verabschiedete sie sich dann vom Publikum. Sie bedankte sich bei Susanne Groll für die Einladung und verließ die Bühne.

Zugabe

Vom frenetische Applaus zurück auf die Bühne getrieben, setzte sich Melanie ans Klavier. Sie sagte, dass sie sich immer verletzlich fühle, wenn sie diesen Song performe. "What A Fool I Am" war ein anrührendes und nachdenkliches Stück, dass nochmal eine ganz andere Seite von Melanie Dekker zeigte. Mit dem fröhlichen "Just So you Know" fand der Abend dann ein endgültiges Ende.

Fazit

Melanie Dekker ist eine der Künstlerinnen, die die Bühne braucht. Sie braucht die Interaktion mit dem Publikum und ihre Stimme benötigt den großen Raum, um sich voll entfalten zu können. Magische Ausstrahlung, unheimlich viel Spaß an dem was sie macht und ein "Million Dollar Smile" machen Melanie Dekker zu einem besonders schönen Live-Erlebnis.

Ihr Enthusiasmus, die authentischen und eingängigen Songs aus den unterschiedlichsten Genres und die unglaubliche Bühnenpräsenz der hollandisch-stämmigen Kanadierin sind ihre große Stärke. Äußerst charmant und mit markanter Stimme reißt dieser kanadische Sonnenschein die Fans mit.

Wer sie bisher noch nicht gesehen hat, ist selber Schuld und sollte dies unbedingt nachholen.



1 Kommentare

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26. Mai, 11:15 Uhr
von Jörg Müller

Mir gefällt der Artikel sehr gut. Er trifft den Abend sehr gut (ich war selbst dort) und ist interessant zu lesen.

Was mich interessieren würde: Hat Zoe K. auch eine Webseite? Ich konnte bisher nichts finden, würde aber gerne mehr über sie und ihre Musik(-entwicklung) erfahren. vielleicht hat die Autorin einen Link für mich?

Qmn