Stanfour in Bremen - Eine spezielle Weihnachtsfeier

Fri, 21 Dec 2012 19:48:00 GMT von

Am gestrigen Abend besuchten Stanfour das nette Städtchen an der Weser, auch Bremen genannt. Für einen der Musiker kam der Besuch fast einem Heimspiel gleich.

Ein gut vorgewärmtes Publikum, hauptsächlich weiblichen Geschlechts, wartete gestern Abend im Modernes auf die Band Stanfour. Die Vorarbeit hierzu leisteten die Münchner Jungs von Redweik, ihnen habe ich heute bereits mein Lob in einem eigenen Bericht ausgesprochen. Jetzt werde ich mich auf die Hauptband des Abends konzentrieren, wer möchte kann den übrigen Teil gerne hier nachlesen. Zweieinhalb Jahre nach ihrem Erfolgsalbum "Rise And Fall" meldeten sich Stanfour nun zurück. Mit dem Album "October Sky" im Gepäck zogen sie seit Monatsanfang durch die Lande und absolvierten in der Hansestadt gestern den vorletzten Gig der Tour.

Erhitzte Gesichter

Nach der Aufwärmrunde von Redweik konnte man in den Augen der anwesenden Weiblichkeit bereits das eine oder andere verräterische Glitzern entdecken. Spätestens aber als Konstantin Rethwisch mit Bruder Alexander, den Gitarristen Christian Lidsba  und Heiko Fischer, sowie Drummer Paul Kaiser endlich die Bühne betrat, war es um die Damenwelt geschehen. Für dieses akustisch-optische Schmankerl waren sie schließlich durch den saukalten Dezemberabend gestöckelt, nun endlich waren die Herren zum Greifen nah.

Das schöne an Clubs wie dem Modernes ist unter anderem immer auch die Intimität, die die Räumlichkeiten bieten. Ich stand mit Kamera und Notizblock so nah an der Bühnenkante, ich hätte Konstantin die Füße küssen können. Ich glaube lediglich, er hat mich gar nicht bemerkt, was meiner Arbeit jedoch nicht schaden konnte.

Die Mischung machts

Bei Bands, die schon einige Alben am Start hatten, ist immer spannend welche Songs es auf die Bühne schaffen. Stanfour veröffentlichte im Mai diesen Jahres immerhin schon das dritte Werk, umso größer die Auswahl. Aus den Konzerten, die seit Anfang Dezember stattfanden, konnte man natürlich schon einiges ableiten, dennoch war kein Aufritt mit einem anderen komplett identisch. Letztlich wählten die Jungs für gestern eine bunte Mischung aus allen drei Platten, wobei "Rise And Fall" und "October Sky" sich in etwa die Waage hielten und aus "Wild Life" nur die Stücke "For All Lovers" und "In Your Arms" gesungen wurden.

Aufruf an die Männer

Konstantin Rethwisch war durchaus selber bewusst, dass etliche seiner anwesenden Geschlechtsgenossen den Abend nicht ganz freiwillig in Neustädter Modernes verbrachten. In einer mit netten Seitenhieben versetzten Ansprache, machte er keinen Hehl aus dieser Vermutung und forderte die Herren auf, doch die Gunst der Stunde zu nutzen, um ein bisschen Strecke bei den Frauen gut zu machen. Als die Band die Ballade "In Your Arms" vortrug, sollten alle Männer doch bitte den Text während eines tiefen Blicks in die Augen ihrer Angebeteten mitsingen, das würde bestimmt so einiges bewirken. Auf Grund mangelnder Befragungsmöglichkeiten hinterher, kann ich dazu leider keine Aussage treffen. Immerhin war dies ein schöner Versuch den Kuschelfaktor im Saal weiter anzuheben, obwohl der durchaus schon vorher hoch war.

Kleine Geschichten verbessern den Spaßfaktor

Routinierte Musiker kennen und können es auch: die Fans nicht nur durch Lieder glücklich zu machen, sondern zwischendrin kleine Geschichten und Anekdoten unterbringen. Eine solche rankte sich am Donnerstag um das Veilchen von Gitarrist Christian. Zu übersehen war es nicht und darum wollte Frontmann Konstantin sich die Gelegenheit, darüber zu sprechen, auch nicht nehmen lassen. Es sei auf einer Bühne ganz unabsichtlich geschehen, weil es dort halt gefährlich eng zuginge.

Andererseits könnte es aber ebenso gut eine Folge der Nähe von Bremen und Delmenhorst sein. In der Niedersächsischen Kleinstadt hat Christian bis zum Abitur ein paar Jahre die Schulbank gedrückt. Dass es in Delmenhorst mitunter hoch her geht, ist allseits bekannt und darum könnte das blaue Auge auch daher rühren. Welche Variante stimmt, dürft ihr selber aussuchen. Eine weitere interaktive "Geschichte", war noch die des anzuzündenden Tannenbaum vorm Mischpult.

Weihnachtsstimmung

Alle Zuschauer waren bereits gut in Fahrt durch Songs wie "Sail On / No Woman No Cry" und das dem drohenden Weltuntergang an diesem Abend gewidmete "Highest Towers". Doch das war den Föhrern noch nicht genug, sie wollten ihren Zuschauern, das ganz zu Beginn des Konzerts gegebene Versprechen einer Weihnachtsüberraschung einlösen. Nachdem die Gruppe den Song "Who You Are" statt mit Ivy Quainoo, deren Part kurzerhand durch Alex Rethwisch ersetzt wurde, gesungen hatte, brannte Christian Lidsba etwas auf den Nägeln.

Kurze Rücksprache mit den übrigen Mitgliedern der Band und man war sich einig, dass nun der passende Moment da sei. Gespannt warteten die Mädels und Jungs was denn das wohl sein könnte und waren schnell dabei, eine freiwillige Person mit einer besonderen Aufgabe zu betrauen: Ein Tannenbaum sollte im Lichterglanz erstrahlen. Im Geleit eines technischen Sachverständigen führte man eine junge Frau namens Sophie zur Front Of House Area, wo man ihr die spannende Aufgabe übertrug, einen handelsüblichen Stecker mit einer ebensolchen Dose zu verbinden. Welch Wunder, dass ihr das ohne Zwischenfälle gelang und sich alle Anwesenden ab dieser Sekunde ein bisschen weihnachtlicher vorkamen.

Rock und Balladen versus Weihnachtsmusik

Dieser festliche Moment wurde sogleich mit ein paar Takten aus dem Lied "Stille Nacht..." untermalt, bevor es weiterging mit einem Stück vom "Wild Life" Album "For All Lovers". Eigentlich kam niemand zu kurz, denn die Hits wurden alle gespielt, wobei die Damen und auch Herren immer wieder freundlich zum Mitsingen aufgefordert wurden. Ob "Rule the World"oder "Wishing You Well", alle kamen auf ihre Kosten und am Schluss gab es noch zwei Zugaben mit auf den Heimweg ("Face To Face", "Even If"), damit  die Wärme eines herzlichen Konzerts jedermann behaglich bis vor die Wohnungstür tragen konnte. Und wer weiß, möglicherweise hat manch ein Mann an diesem Abend die kuschelige Stimmung noch ein bisscher weiter genießen dürfen.
 



0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.