Nadéah sang globale Dorfmusik in der Music Hall Worpswede

Thu, 13 Dec 2012 11:47:00 GMT von

Eine ganz bezaubernde junge Sängerin rockte am Mittwochabend die Music Hall Worpswede. Nadéah zeigte mit ihrer Band, dass man als Australierin die Welt auf den Kopf stellen kann.

Sie ist eine außergewöhnliche Künstlerin mit einem noch außergewöhnlicheren Repertoire. Jung, sehr hübsch und talentiert bis zum geht nicht mehr, das ist die 31-jährige Sängerin, die zwar in Melbourne das Licht der Welt erblickte, aber schon mit 18 Lenzen in die Welt hinaus zog. Sie blickt bereits auf eine sehr bunte und lange Karriere im Musikgeschäft zurück und hat längst noch nichts von ihrer Schaffenskraft verloren. Ganz im Gegenteil, wer wie ich das Glück hatte diese Frau auf der Bühne zu erleben, dem stockte der Atem.

Vamp und Mädchen - Nadéah ist beides

Wenn die Scheinwerfer angehen, dann schlägt für Nadéah die Stunde. Als hätte jemand ihr den Schalter umgelegt, sprudelt die Musik aus ihr heraus. Mal säuselt sie sanft vor sich hin, schnurrt wie ein Kätzchen, um in der nächsten Sekunde zum Raubtier zu werden, mit einem tief aus der Brust aufsteigenden Brüllen. Sie kann auch einfach heiter singen und sich hochschrauben in schwindelerregende Tonlagen. Es gibt wohl keine Note, der ihre Stimmbänder nicht gewachsen wären. Dazu erzählt sie pantomimisch die Geschichten ihrer Lieder. Nadéah räkelt sich lasziv oder schüttelt sich wie ein nasser Hund nach einem Regenspaziergang, sie springt oder sitzt still, wenn sie sich selbst am Piano begleitet.

Pralles Leben

Am 12. Dezember fand, während es draußen unaufhörlich schneite, eine heiße Bühnenshow statt. Nadéah ließ sich an diesem Abend von ihrer kleinen Band begleiten, mit der sie im Rampenlicht verschmolz. Ein Drummer, ein Bassist und die talentierte Carly Bryant waren Teile des Gesamtkunstwerks. Alle vier müssen auch ausserhalb der Mikrofonzone beste Freunde sein, denn sie verstanden sich so glänzend und spielten einander die Bälle in direkten Pässen zu, dass es eine Freude war, dies zu erleben. Jeder von ihnen bekam in den etwa 90 Minuten des Konzerts seine persönliche Chance sich beim Publikum vorzustellen. Im Endeffekt kann man sagen, dass gestern die Meisterklasse das kleine Künstlerdorf Worpswede mit akustischen Schlemmereien versorgte. Nadéah darf dabei als die Hauptspeise betrachtet werden, aber mit ihrem Team wurde daraus ein Sterne-Menü. Diese Frau ist einfach ein Feuerwerk an Lebensfreude.

Nicht viele Worte

Man konnte spüren, dass die mittlerweile in Paris lebende Sängerin gerne mehr aus ihrem Leben erzählt hätte, doch hätte sie wohl keiner so ganz verstanden. Ihre Frage nach den verfügbaren Sprachkenntnissen im Saal führte bei der Blondine schnell zur Erkenntnis, dass es wohl besser sei, sich auf die Musik zu konzentrieren. Wenn die Anwesenden weder Englisch noch Französisch sprächen, dann käme sie mit ihren etwa fünf Deutschen Worten auch nicht weiter. Leider lassen sich Anekdoten nur aus "Dankeschön", "guten Morgen", "Gesundheit!" und "Wirklich?" nicht gut zum Besten geben. Aber warum auch viel reden, wenn Nadéah doch ein derart begnadeter Profi in Gesang und "Ausdruckstanz" ist? Sie hatte offensichtlich keinerlei Scheu, auch nicht vor dem direkten Kontakt mit den Fans. Die Bühne reichte nicht - sie musste unbedingt auch mal eine Runde zwischen Tischen davor drehen.

Musikalische Vielfalt

Die Band spielte mit ihrer Chefin an dem winterlichen Abend ein Potpourri aus vielen Musikstilen. Ganz so wie Naédah es mag: bunt und ausgefallen. Es gab Blues und Pop neben Rock und Soul. Etliche Songs stammten aus dem Album, welches die Sängerin vor einem guten Jahr veröffentlichte. "Venus Gets Even" lautet sein Name und enthält gut vierzig Minuten Lebendigkeit. Aus diesem Werk stellte die "At The Moment" lebende Künstlerin einige Songs vor, aber es gab auch ältere Sachen. Darunter ihre eigene Variante des Prince Stückes "Get Off" oder das wunderbare A-Capella-Lied "Sun Showers". Ein Genuss war ebenso wieder ihr Duett "Stumbling" mit der Allroundmusikerin Carly Bryant. Viel zu schnell war die Zeit vorbei und der Heimweg war anzutreten, aber immerhin konnte jeder Zuschauer sich für anderthalb Stunden Herz und Seele erwärmen, obwohl es Draußen bitterkalt war. Nadéah drücke ich die Daumen, dass sie mit ihrer unverwechselbaren Art noch viele Menschen erreichen und beglücken kann.



1 Kommentare

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19. Dezember, 16:05 Uhr
von Klaus

Dem ist nichts hinzuzufügen ; klasse Stimmung im Saal . Besten Dank an das Team vom NORDWESTRADIO !
Sollte jemand wissen wann der Mitschnitt vom Konzert ausgestrahlt wird , bitte um kurze Info an
[mail to : @#$% .

Danke an Anette für diese fundierte Rezension !