Cro
Cro und SAM bouncten das Bremer Pier2

Thu, 11 Oct 2012 10:04:00 GMT von


Cro und Sam und Chelo touren derzeit durch die Republik. Am 10. Oktober machten die Raop und HipHop Musiker einen Stopp in Bremen. Gute zwei Stunden heiße Beats und in die Luft gereckte Arme kennzeichneten dieses Konzert.

Die Raop-Tour von Cro ist bekanntermaßen bis auf wenige Restkarten ausverkauft und wer ein Ticket ergattern konnte, darf sich glücklich schätzen. Der zur Zeit angesagteste Jungstar hat seine Fans im Griff und im Konzert kann er mit ihnen spielen wie ein Puppenspieler. Doch der Reihe nach.

Ordentlich Hitze unterm Kessel

Gestern Abend stand das Pier2 in Bremen auf dem Tourplan von Carlo und seinem Support-Team SAM. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass die Halle dort beinahe aus den Nähten platzte. Alle diejenigen, die sich zu diesem Anlass nur spärlich bekleidet hatten (vornehmlich junge Mädels - man muss für sein Idol schließlich gut aussehen), hatten damit eine weise Entscheidung getroffen. Es wurde nämlich ganz schön heiss vor Ort.

Ursprünglich hatte dieses Konzert im Bremer Schlachthof stattfinden sollen, der jedoch nicht groß genug ist. Im Schlachthof gibt es die Kesselhalle und angesichts des gestrigen Raumklimas hätte diese sich wunderbar für diverse Wortspielereien geeignet. Die Anweisungen des Drill-Instructors auf der Bühne sorgten natürlich nicht gerade für kühle Gemüter.

Support von SAM

Als das erste Mal die Bühnenbeleuchtung ihren Dienst antrat, zeigten sich die Brüder Sam und Chelo Wieland dem wartenden Publikum. Schnell kam die Menge in Bewegung, weil die jungen Rapper ihre Hausaufgaben gemacht hatten und genau wussten wo man an den Schrauben drehen muss. Motivation lautet das Stichwort. Dazu waren sie angetreten, natürlich auch um ihre "Liebe Zur Musik" deutlich zu machen, aber vor allem sollten die den Boden für den Star des Abends vorbereiten. Also performten die beiden mit Inbrunst ihre Songs und wurden nicht müde etliche "Whows" und "Yeahs" über die Qualität der anwesenden Fanschar von sich zu geben.

Natürlich sah das Publikum wunderbar und sexy aus, was haben die beiden denn erwartet? Schließlich sind ihre Anhänger im Schnitt höchstens 20 Jahre jung, da ist man auch hübsch und knackig. Aber natürlich hörten die textsicheren Jungs und Mädels gerne Komplimente und reagieren dementsprechend erfreut. So war auch nach einer knappen halben Stunde alles vorbereitet für den, zu dessen Ehren sich sich alle auf den Weg nach Gröpelingen gemacht hatten.

Wogende Arme und Hüpfekstase

Noch vor 21 Uhr hatte das Warten der vielen Panda-Kopien ein Ende und Cro betrat mit einem "Hi Kids" ich bin Carlo, werft den Arm hoch und gebt mir ein "Hallo" die Bühne. Untermalt von einer gut ausgetüftelten Lightshow begann der sportliche Teil des Abends. Der 22-Jährige, selber in bester Kondition, betätigte sich schnell als Vorturner und Motivationstrainer seiner Fangemeinde. Immer wieder rief er sie auf, die Hände in die Luft zu recken, zwischendurch wurde das Programm durch Sprungeinlagen verschärft, sodass der Schweiss in Strömen fliessen konnte.

Songs mit ansprechender Botschaft

Das ganze Programm bekam durch die Texte einen runden Schliff. Wer sich der Musik von Cro hingibt, bekommt schnell eine Ahnung woher dieser Hype um den Raop-Erfinder kommt. Die Kompositionen seiner Songs gehen gut ins Ohr und die Beine, sind an sich aber noch keine Revolution. In Verbindung mit den Texten jedoch versteht man, warum Teenager völlig aus dem Häuschen sind im Konzert.

Die Songs sind anders, als die sonstiger Rap-Größen. Da wird in cooler Sprache Lebensweisheit unters Volk gebracht. Wenn Cro in "Immer da" singt: "Lass den Stress einfach raus, das Leben ist zu kurz, also machen wir das Beste draus", dann können seine Kids damit etwas anfangen. Auch "Meine Zeit" kann als Hilfe zur Selbsthilfe dienen mit "Nimm dir 2 Minuten Zeit, atme kurz tief ein und du merkst, du wirst high - Willst mehr von dem Scheiß". Warum nicht mal ohne Droge im herkömmlichen Sinn abheben? Natürlich wurden Stücke wie "Nie Mehr" und "Ein Teil" vom Großteil der Zuhörer textsicher begleitet.

Puppenspieler

Cro hatte sein Publikum im Griff. Sei es, dass er die Anweisung der Taschenlampe Version 2.1 anforderte, womit natürlich die Lichtfunktion der zigfach vorhandenen Handys gemeint war, denn Version 2.0, das Feuerzeug war aus denkbarem Grund verboten. Das mit den Armen in Richtung Hallendecke wurde bereits erwähnt, das Bouncen ebenso, aber die Menge folgte auch seiner Aufforderung sich dem fremden Nachbarn zu nähern. Einfach mal umdrehen und "Hallo sagen", fördert die Gemeinschaft.

Als sich das Konzert dem Ende näherte und Cro sich und seine Band in den wohlverdienten Feierabend verabschieden wollte, bekräftigte er zum hundertsten Male wie wunderbar und hübsch doch alle Menschen in Bremen gewesen wären und dass das Konzert ihn schwer beeindruckt habe. Darum auch der nachdrückliche Hinweis an die Fans, doch stolz darauf sein zu können, dass man an diesem Event teilgenommen habe. Auch dazu gibt es im Repertoire des Künstlers ein passendes Lied mit dem Refrain "Wenn sich morgen uns're Welt nicht mehr dreht - Die Sonne nicht mehr scheint. Gibt es kein' Grund zu weinen - nein - Denn: Wir waren hier! "Wir waren hier". Wer noch ein Konzert vor sich hat darf sich also auf einen gelungenen Abend unter Gleichgesinnten freuen und für alle anderen sei zumindest mit dem Raop-Tourblog ein kleiner Eindruck des Geschehens erlaubt.









 



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