The Neighborhood - I Love You
erhältlich ab
06.09.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Rock/Pop/HipHop
Label
Columbia - Sony Music International
Vertrieb
Sony Music
Laufzeit
00:45:51
Redaktion
Eure Bewertung

Nur ein One-Hit-Wonder?

Der Song "Sweater Weather" ist sicherlich einer der starken Ohrwürmer des ausklingenden Sommers. Aber reicht dieser Überraschungsmoment, das The Neighborhood mit ihrem Hit, dieser Mischung aus Rock-Instrumentierung und HipHop-Ästhetik, hatten, auch für ein ganzes Album? Nach dem sich langsam aufbäumenden Eröffnungstrack "How" befindet man sich relativ schnell in einem klanglichen Fahrwasser, an das man sich durch die überaus präsente Melodienorgie von "Sweater Weather" bereits gewöhnt hat. Und dort bleibt man auch mit den nachfolgenden Songs "Afraid" und "Everybody's Watching Me (Uh Oh)", ohne dass sich an den Harmonien, am Tempo oder an der Songstruktur großartig etwas ändert. Beinahe wirken die Stücke auf ihrem Debütalbum "I Love You" wie vorbereitende Maßnahmen für die unfreiwillige Hymne der US-Band, die ihnen momentan so viel Aufmerksamkeit beschert.

Klar, man kann diese wiederkehrende Melancholie, zwischen schwelgenden Synthieflächen und den verschachtelten Gesangsharmonien auch als prägenden Bandsound definieren, dem das Quintett stilecht treu bleibt. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte man sich aber durchaus erwarten können. Immer wieder beschleicht einen das Gefühl, dass das Album mit einiger Hast und Termindruck fertig gestellt wurde, um die Erfolgswelle der Single noch mitzunehmen, ohne dass das Material wirklich zu Ende komponiert wurde.

Vieles wirkt austauschbar, unausgereift und lässt gelegentliche gute Ideen in einem fett produzierten Teppich der bombastischen Beliebigkeit verschwinden. "Let It Go" fokussiert sich ein bisschen stärker auf Sprechgesang und einen beatschwangeren Refrain, "Flawless" kann sich da beinahe noch besser freischwimmen und huldigt mit dumpfem Beat und süßen Sounds dem Charts-Wave der 80er Jahre. Insgesamt dominieren auf "I Love You" jedoch die mannigfaltigen Variationen der Single.

Aber vielleicht ist das aber alles auch schon zu viel Anspruchshaltung für ein Debüt, das durchaus ansprechende musikalische Untermalung bietet, wenn man sich mal mit der ausbleibenden Abwechslung arrangiert hat. Andererseits macht "I Love You" aber auch wieder sehr deutlich, warum es das Singleformat nach wie vor gibt. Denn gleichermaßem fantastische wie eingängige Alben, die quasi Hit an Hit reihen, sind heutzutage nur noch selten auszumachen.

Klaas Tigchelaar
teleschau | der mediendienst

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