Sam Smith - In The Lonely Hour
erhältlich ab
23.05.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop/Soul
Label
Capitol
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:46:41
Redaktion
Eure Bewertung

Einsame Spitze

Beim Namen Sam Smith klingelt nichts? Das mag sein, obwohl viele Radiohörer den 22-jährigen Briten sicher schon gehört haben - ohne es zu wissen. Erst lieh er dem Londoner Dancepop-Duo Disclosure für den Song "Latch" seine Stimme, dann tat er sich mit dem Musiker und Produzenten Naughty Boy für dessen Nummer-eins-Hit "La La La" zusammen. Smith machte aber auch bereits von sich reden: Nachdem er Anfang des Jahres bei den Brit-Awards mit dem prestigereichen "Critics' Choice Award" als vielversprechendster Newcomer ausgezeichnet und allerorten als Nachwuchshoffnung gefeiert wurde, veröffentlicht er nun sein Albumdebüt "In The Lonely Hour".

Wer angesichts von Smiths Kollaborationen nun ein elektronisch geprägtes Album erwartet, liegt allerdings falsch. Stattdessen vereint er moderne Popmusik mit Einflüssen aus klassischem Soul. Und die erste Single "Money On My Mind", in der Smith betont, dass er das mit der Musik wegen der Liebe und eben nicht wegen dem Geld mache, ist noch eine unbeschwerte Uptempo-Nummer. Doch davon abgesehen geht es auf "In The Lonely Hour" meist eher kuschelig zu. Seine Liebe zu Balladen lebt Smith hemmungslos aus: "Good Thing" kommt mit zarten Akustikgitarren, opulenten Streichern und einem sanften Beat daher, "I'm Not The Only One" lebt von seinem wunderbaren Motown-Vibe und "Stay With Me" überrascht mit einem Gospel-Chor voller Soul und Gefühl.

Zugegeben, ein bisschen mehr Abwechslung und Tempo hätten dem Album gut getan. Doch an Gefühl mangelt es den Stücken wahrlich nicht. Egal, ob Smith mit souliger Stimme croont oder im Kopfgesang liebt und leidet - seine Stimme hat stets etwas Berührendes. Kein Wunder, ist "In The Lonely Hour" doch ein Konzeptalbum. In den meisten Songs geht es um unerwiderte Liebe. Mal fleht Smith seinen Angebeteten an, den aktuellen Partner für ihn zu verlassen, dann beklagt er das Gefühl der Leere nach einem One Night Stand. Er habe die Nase voll gehabt von Songs, in denen es um Beziehungen und Trennungen geht, weil er selbst noch nie in einer Partnerschaft war, gab Smith offen zu Protokoll. Das dürfte sich bald ändern, denn nach diesem Album werden die potenziellen (musikalischen) Partner vermutlich Schlange stehen.

Nadine Lischick
teleschau | der mediendienst

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