Gossling - Harvest of Gold
erhältlich ab
01.08.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop
Label
Republic Records
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:38:52
Redaktion
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Süßes gegen Saures

Das Pose der depressiven Künstlerin wollte ihr nicht so recht stehen: Um "sich einfach mal einsam und niedergeschlagen" zu fühlen, ging die Australierin Helen Croome alias Gossling alleine nach Tasmanien. Problem nur: Sie hatte dort einen Fernseher. Also verbrachte sie ihre Tage lieber mit "Big Brother" als mit ihren eigenen Befindlichkeiten. Das sympathische Bekenntnis steht dem Mädchen aus Melbourne auch besser als aufgesetzte Posen. Und zumindest ein wenig melancholisch ist ihr Debütalbum dann ja doch noch ganz von alleine geraten. Auf "Harvest of Gold" präsentiert Gossling ihren Indie-Pop, der in Australien schon in zahlreichen Schlüsselszenen von TV-Serien im Hintergrund dudeln durfte: Hübsch und atmosphärisch klingt das zumeist - manchmal allerdings auch fast zu hübsch und zu atmosphärisch.

Das Album ist weich und melodisch geraten, anschmiegsam und fernsehtauglich eben. Und trotzdem geht es hier viel um Kampf: Um Gosslings Kampf mit ihrer eigenen Stimme. Die Sängerin verfügt über eines dieser zarten, süßen Babystimmchen, die immer öfter zu hören sind in den letzten Jahren. Ihre Songs allerdings sind weitaus weniger niedlich geraten.

So kommt es immer wieder zu reizvollen Gegensätzen: Wenn sie im trotzig voranmarschierenden Titeltrack einem Lover lässig herzlose Zeilen wie "It's temporary like you are to me" hinwirft, um dann im Refrain wieder loszusäuseln. Wenn in "That Feeling" Handclaps und Häme eine böse Liaison eingehen. Oder auch wenn in "Vanish", einer Ballade über eine wahre Gewalttat, das zarte Stimmchen gegen schwerfällig drückende Drums und Trauergeige gesetzt wird.

In "Never Expire" dagegen geht das Konzept nicht auf: Trotz reichlich elektronischer Unterstützung schafft Gossling es hier nicht, den Song auch nur ein bisschen bedrohlich zu machen. Besser ist es da, wenn sie - wie etwa im Schlusstitel "A Lover's Spat" - mit ihrer Stimme arbeitet als gegen sie: Hier offenbart sich zu ruhigen Klavierklängen ihre ganze Verletzlichkeit in einer langsam anschwellenden Ballade. Ihr natürlicher Auftritt steht der Sängerin eben doch am besten.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Big Love
2 Harvest of Gold
3 Never Expire
4 Songs of Summer
5 Vanish
6 Challenge
7 Accolade
8 That Feeling
9 Pulse
10 A Lovers’ Spat

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