Gestört aber GeiL - Gestört aber GeiL
erhältlich ab
08.01.2016
Genre
  • House/Techno
Label
Kontor
Vertrieb
Edel
Laufzeit
Redaktion
Eure Bewertung

Schlager mit fetten Beats

Klar sind die DJ-Kollegen Nico und Spike, alias Gestört Aber GeiL, seit ihrem Megahit "Unter meiner Haut" nicht nur beim Großraumdisco-Publikum ein beliebter Stimmungsmacher. Bei den Festivals des vergangenen Jahres (unter anderem "Sonne Mond Sterne", "Helene Beach" und "Sputnik Spring Break") und sicherlich auch bei jenen des anstehenden Sommers sind die Jungs aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt oben auf der Liste, wenn ein paar DJs gefragt sind, die tatsächlich die ganze Bandbreite des Publikums auf die Tanzfläche locken. Mit "Gestört aber GeiL" haben sie nun ihr Debütalbum veröffentlicht.

Dass Gestört aber GeiL bei Festivals beliebt sind, mag vor allem an ihrem unkomplizierten, relativ leicht verständlichen Mix aus Deep-House, soften Electro-Beats und einer gehörigen Portion eingängiger deutscher Texte liegen, die sicherlich nicht ganz ohne Absicht den massenkombatiblen Musikbereich des Schlagers streifen. Zeitgemäße Tanzmusik mit einem dicken Pop-Stempel, könnte man sagen. Ein Erfolgsrezept, das immerhin zu 17 Millionen Soundcloud-Plays, ausverkauften Konzerten (wie dem alljährlichen Weihnachtskonzert in Erfurt vor 5.000 Zuschauern) und nun zu einem Debüt-Album beim bekannten Dancelabel Kontor aus Hamburg geführt hat.

Die erste Auskopplung ist "Ich & Du (feat. Sebastian Hämer)", und für die weiteren 17 Tracks hat das Duo eine ausführliche Gästeliste angefertigt, darunter Northern Lite, Migo, Toni Kraus, 3A, Wincent Weiss und Marc Narrow. Dazu kommen eigene Remixes von "Are You With Me" und "Reality" (ursprünglich beide von Lost Frequencies) - und damit sind die tatsächlichen Highlights eigentlich auch schon abgearbeitet. Denn warum bitteschön muss ein erfolgreiches Dance-Duo eigentlich heute noch in Album-Formaten denken? Wo doch die Zielgruppe ihre Tracks vor allem auf dem Dancefloor und in der eigenen mobilen Playlist abfeiert, für die es ja wiederum nur die passenden Downloads braucht, und nicht unbedingt das CD-Format mit 18 Tracks.

Denn die Albumlänge offenbart dann ziemlich schonungslos, dass sich alle Songs sehr ähneln und nur die Gesangsfeatures ein wenig Abwechslung hineinbringen. Beats von der Stange, immergleiche Melodiebögen und reaktiv uninspirierte Songverläufe machen den Longplayer in diesem Musikbereich und vor allem für Gestört Aber GeiL eher zu einem unfreiwilligen Eigentor, das man als erfolgreiches DJ-Duo sicherlich nicht unbedingt nötig hat.

Klaas Tigchelaar
teleschau | der mediendienst

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