Conor Oberst - Upside Down Mountain
erhältlich ab
16.05.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Singer/Songwriter
Label
Nonesuch
Vertrieb
Warner
Laufzeit
00:54:10
Redaktion
Eure Bewertung

Am Scheideweg?

Seit über 20 Jahren macht Conor Oberst inzwischen schon Musik: Der 34-Jährige aus Omaha, Nebraska, begann bereits als Teenager, Songs zu schreiben, das vielleicht beste Album seiner Indie-Folkrock Band Bright Eyes, "I'm Wide Awake It's Morning", liegt auch schon neun Jahre zurück. An seiner Solokarriere arbeitet Oberst, der wie immer noch ein wenig wie ein kleiner Junge mit großen, traurigen Augen wirkt, bereits seit 2008. Jetzt muss man sich fragen, ob er den Zenit seiner Karriere überschritten hat: Seine neue Veröffentlichung "Upside Down Mountain" wirft die Überlegung auf.

Denn egal, ob mit den Bright Eyes, solo oder mit seinen zahlreichen (Neben-)Projekten (Desaparecidos, Monsters Of Folk, als Labelchef von Saddle Creek): Die Kritik würdigte jederzeit das große Können des kleinen, zerbrechlichen Mannes. Er war versonnen, sang traumwandlerisch. Doch diese Beschreibung droht langsam ins Negative zu kippen. "Upside Down Mountain" wirkt in seiner musikalischen Gleichförmigkeit schon fast versponnen und ermüdend. Conor Oberst sagt zu "Upside Down Mountain": "Diese Platte ist durchzogen von einer gewissen Einsamkeit".

Die Melancholie, das Sentimentale, das er mit Produzent Jonathan Wilson und den Musikern Macey Taylor und Blake Mills sowie dem Folk-Duo First Aid Kit auf dieses Album bannte, steht über allen anderen Emotionen. "Upside Down Mountain" klingt wie ein Märchenwald, aus dem man nicht mehr herauskommt. Bisher war das ein Gefühl, gegen das man sich gar nicht wehren wollte. Doch zum ersten Mal klappt der Zugang zum Album sehr schleppend. Das Schüchterne in seiner Stimme wird zum Stilmittel, verliert seinen Charme.

Sicher ist: Oberst muss Musik machen, er braucht sie als Blitzableiter für seine Gedanken. Insofern liegt auch die Vermutung nahe, dass Conor Oberst niemals müde werden wird, Songs zu komponieren, auch wenn manche seiner Texte danach klingen. Aus ihm wird immer Musik kommen. Von daher geht es bei ihm auch nicht um eine Karriere, sondern um eine Notwendigkeit. Ob "Upside Down Mountain" noch ein Muss für seine Fans ist, sei allerdings dahingestellt.

Claudia Nitsche
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Time Forgot
2 Zigzagging Toward the Light
3 Hundreds of Ways Hundreds of Ways
4 Artifact #1
5 Lonely at the Top
6 Enola Gay
7 Double Life
8 Kick
9 Night at Lake Unknown
10 You Are Your Mother's Child
11 Governor's Ball
12 Desert Island Questionnaire
13 Common Knowledge

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