Bo Saris - Gold
erhältlich ab
16.05.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Soul
Label
Decca
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:56:28
Redaktion
Eure Bewertung

Eher glatt als golden

Wenn jemand sein Album "Gold" nennt, dann geht man eigentlich von einer Best-of-CD aus, mit der etwaige Altbestände nochmals unters Volk gebracht werden sollen. Im Fall des 33-jährigen Niederländers Bo Saris kann das noch nicht so recht sein, auch wenn er in seiner Heimat seit gut zehn Jahren eine Größe in Sachen Retro-Funk- und Soul-Pop ist. Aber vielleicht soll der Titel auch darauf verweisen, dass er über ein veritables Goldkehlchen verfügt. Ob Bo Saris nun gleich eine handfeste "Soul-Sensation" ist, wie die britische Tageszeitung "The Guardian" bereits jubelte, darf man jedoch bezweifeln.

Denn: Alle großen Soul-Stimmen besitzen schließlich dieses einzigartige Timbre, hinter dem eine gewaltige Leidenschaft und Energie brodelt. Bo Saris, eigentlich Boris Titulaer und vor zehn Jahren Gewinner einer Casting-Show, hat ein schön-schräges Falsett, das er etwa auf der stark-schwülen Nummer "She's On Fire" eindrucksvoll zur Schau stellt. Aber insgesamt wirkt das dann doch alles eine Spur zu glatt, gewollt und abgezirkelt, um den Hörer wirklich vom Stuhl zu reißen. Zumal die restlichen Songs auf die Atmosphäre und das Temperament von "She's On Fire" nur selten halten können. Da klingt vieles doch arg beliebig ("Does He Love You Better") und ist eher Edelmetall denn Gold.

Ales in allem aber beweist der Mann aus dem niederländischen Venlo auf "Gold" seine Musikalität und ein stimmliches Potenzial, das ihn sogar an die Spitze der Charts bringen könnte. Denn wirklich schwach ist keine Nummer, und die guten Songs - darunter etwa auch die Ballade "The Addict" mit schöner Chor-Würze - machen Lust auf mehr. Und wenn Bo Saris beim nächsten Mal ein bisschen mehr Abwechslung in Songs und Stimme wagt, ein bisschen mehr Mut zum Risiko beweist und sich mehr auf seine Bruststimme verlässt, die durchaus Charme und Schönheit hat, dann steht einer Sensation womöglich wirklich nichts mehr im Weg.

Marie Cobh
teleschau | der mediendienst

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