A$AP Rocky - Long.Live.A$AP
erhältlich ab
11.01.2013
Genre
  • Hip Hop/Rap
Label
RCA - Sony Music International
Vertrieb
Sony Music
Laufzeit
01:04:54
Redaktion
Eure Bewertung

Dem Hype gerecht

Vom Internetphänomen zum Majordeal: Einem Fan aus Frankreich ist es zu verdanken, dass Asap Rocky einen millionenschweren Vertrag an Land ziehen und nun sein langerwartetes Debüt "Long.Live.A$AP" veröffentlichen konnte. Besagter Fan nämlich sammelte via Youtube sämtliches vom Künstler veröffentlichte Songgut, bastelte daraus eine EP und stellte diese online. Die Industrie wurde auf den Musiker aufmerksam, der Rest ist Geschichte. Dass sich die Labels darum rissen, den New Yorker in ihr Haus zu ziehen, ist verständlich: "Long.Live.A$AP" zeigt eindrucksvoll, dass der in den letzten Jahren schon oft totgesagte HipHop aus kreativer Sicht noch lange nicht sein letztes Wörtchen gesprochen hat.

"Ich bezeichne mich selbst nicht als richtigen New Yorker Rapper. Um ehrlich zu sein, ich mag die auch nicht einmal", gab Asap Rocky bereits vor zwei Jahren in einem Interview mit der "New York Times" selbstbewusst zu Papier. Und so ganz hat er mit seiner provokativen These nicht unrecht: Der Sound des 24-Jährigen orientiert sich stärker am smoothen Westcoast-Rap aus Los Angeles und dem Downtempo-Southern-HipHop aus Houston denn am trockenen Ostküsten-Flow des Big Apple.

Ein langsam vor sich hinwindender Strom heißer Bass-Lavaströme frisst sich seinen Weg durch längst verdorrtes Sample-Brachland. Ein schemenhaftes Wehklagen verzerrter Sirenengesänge bohrt seinen Stachel tief ins vom HipHop-Knochen abfaulende Fleisch, die Drumrhythmen fließen stoisch und verweigern sich gängigen Songaufbaustrukturen. Und Asap Rockys zum Teil bis zur Unkenntlichkeit downgepitchte Stimme steht im krassen Kontrast zu seinem ansonsten normalen Flow.

"Long.Live.A$AP" folgt keinem wirklichen Spannungsbogen, sondern geistert fast schon porös durch das Soundgerippe. Songs wie das elektronisch pulsierende "LVL", das vorsichtig vor sich hinflimmernde "Suddenly" oder das filigrane "Phoenix" sind behutsam arrangierte Kunstwerke, die fast schon ein wenig scheu wirken. Im Gegensatz dazu stehen das tief wummernde "Goldie" und das ätherisch blubbernde "Fucking Problems", bei dem sich Asap Rocky die Rapper Drake, 2 Chainz und Kendrick Lamar ins Studio einlud.

Nur zweimal bricht der New Yorker mit seiner eigenen unkonventionellen Inkonsequenz: Die vom Produzenten-Superstar Skrillex erdachte Nummer "Wild For The Night" wirkt durch ihre typischen Dubstep-Elemente etwas deplatziert, und das darauffolgende "1Train" hätte so auch auf jeder anderen HipHop-Platte der späten 90-er einen Ehrenplatz erhalten. Beides sind hervorragende Songs, nur verzerren sie etwas die eigentlich morbide und düstere Grundstimmung der Platte. Dennoch: "Long.Live.A$AP" ist genauso selbstbewusst wie sein Schöpfer, hebt sich dabei vom typischen HipHop-Klischee wohltuend ab und setzt vor allem auf eines: Kreativität.

Ben Hiltrop
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Long Live A$AP
2 Goldie
3 PMW (All I Really Need)
4 LVL
5 Hell
6 Pain
7 Fuckin' Problems
8 Wild for the Night
9 1 Train
10 Fashion Killa
11 Phoenix
12 Suddenly
13 Jodye
14 Ghetto Symphony
15 Angels
16 I Come Apart

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