Tricky - Adrian Thaws
erhältlich ab
05.09.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Elektro/Pop/HipHop
Label
False Idols
Vertrieb
Alive
Laufzeit
00:38:01
Redaktion
Eure Bewertung

Das richtige Idol

29 Jahre, zehn Alben und diverse Nebenprojekte alt ist die Karriere von Tricky inzwischen alt. Mit "Adrian Thaws" erscheint nun sein elftes Studiowerk, es trägt seinen bürgerlichen Namen. Zwischen politischen Texten und depressiven Klangcollagen findet der Brite dabei immer wieder Zeit für Auflockerung und sogar tanzbare Clubsounds, was aber keinesfalls mit Altersmilde verwechselt werden sollte.

Mitte der 90er-Jahre war Tricky schon auf dem Weg, ein ganz Großer zu werden, verbrachte er seine Zeit doch damit, Raps für die Alben von Massive Attack beizusteuern. Als Teil der Bristol-Szene, die TripHop begründete und zu der unter anderem auch Portishead gehören, darf er zudem als einer der Vorbilder für den dreckigen, elektronischen HipHop-Sound gelten, der in Großbritannien als Grime bezeichnet wird. Das hört man auch seinem neuen Album an. Doch Tricky kann und will mehr und zeigt sich auf "Adrian Thaws" musikalisch sehr vielseitig. Da wird von einem Elektro-Pop-Song mit flächigen Synthesizern zu Reggae-Rhythmik gewechselt, nur um im nächsten Moment aggressiven Gangsta-Rap zu präsentieren.

Das eigentlich Überraschende daran ist, mit welcher Leichtigkeit Tricky die einzelnen Tracks zu einem homogenen Ganzen zusammensetzt. Auf fast jedem Song der Platte gibt es einen Gastmusiker: von der die irisch-italienischen Sängerin Francesca Belmont über die Hamburger Afro-Soul-HipHopperin Nneka bis zur dänischen Pop-Sirene Oh Land. Trotzdem findet er ein Leitmotiv, das sich durch die Platte zieht: Die Atmosphäre ist durchgehend bedrohlich und zeigt, so Tricky, die unterschiedlichen Facetten seiner Persönlichkeit. Dabei besitzen selbst die vermeintlich lockeren Stücke einen latent aggressiven Grundtenor, den man höchstens für einen Moment vergessen kann, da die meist politischen und sozialkritischen Texte den Hörer schnell wieder in die Realität zurück holen.

16 Monate nach dem international umjubelten Album "False Idols", ist "Adrian Thaws" ein weiteres Indiz dafür, dass auch nach drei Jahrzehnten noch genügend Energie in Tricky steckt, um relevante Musik zu machen.

Arne Lehrke
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Sun Down
2 Lonnie Listen
3 Something in the Way Something in the Way
4 Keep Me in Your Shake
5 The Unloved (skit)
6 Nicotine Love
7 Gangster Chronicle
8 I Had a Dream
9 My Palestine Girl
10 Why Don't You
11 Silly Games
12 Right Here
13 When You Go
14 Esp

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