The Raveonettes - Pe'ahi
erhältlich ab
25.07.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Garage-Rock
Label
Beat Dies Records
Vertrieb
Alive
Laufzeit
00:36:12
Redaktion
Eure Bewertung

Schön knackig

Ohne große Vorwarnung: Per Facebook kündigten The Raveonettes kurzfristig und überraschend die Veröffentlichung eines neuen Albums an. Benannt ist es nach "Pe'ahi", einem Big Wave-Surfspot auf Maui, Hawaii. Da der Surfsound schon immer ein abstrakter Teil ihres Garagenrocks war, überrascht der scheinbar exotische Titel kaum. Und wer befürchtet, dass die schneidenden Fuzz-Gitarren, die psychedelisch anmutenden Garagen-Rock-Einlagen und die mit Mühe hindurchbrechenden Duettstimmen von Sharin Foo und Sune Rose Wagner damit nun Geschichte wären, der kann beruhigt werden.

Vielmehr vereinen die beiden Dänen auf "Pe'ahi" den krachig-bretternden Sound von in Hall versenkten Surfgitarren ihrer ersten zwei Alben mit den düsteren und komplexeren Arrangements des Vorgängers "Observator" (2012). Rückbesinnung trotz Weiterentwicklung - anders sollte das eine Band wie die Raveonettes auch nicht handhaben.

Bei genauerer Betrachtung offenbaren sich überdies auch dezente, melodiöse und harmonische Gemeinsamkeiten mit dem klassischen Surfsound der 60er- und 70er-Jahre, als rasend schnell gespielte Gitarrenlinien den Soundtrack zu halsbrecherischen Wellenritten liefern sollten. Mit einem Instant-Surf-Hit wie dem aus "Pulp Fiction" bekannten "Misirlou" von Dick Dale haben Wagner und Foo dabei natürlich nichts am Hut. Sie lassen auf ihrer vermeintlich surfigsten Platte lieber Shoegaze und kaputte Rock-Versatzstücke das Stimmungsbild dominieren.

Durchweg gelungen sind die Verschmelzungen von kratziger Hülle und feingliedrigem Innenteil in jedem Fall: "Wake Me Up" ist eine swingende Ballade im Big-Band-Stil, die bei den Raveonettes natürlich an den richtigen Stellen kaputtgeschreddert wird. "Endless Sleeper" bietet die verzerrte Soundwand zu geshuffeltem Jazz-Schlagzeug, und auf "Sisters" treffen sich der Noise-Teppiche der Marke The Jesus And Mary Chain mit einer synthetisch generierten Harfe und dem typischen Duettgesang von Wagner und Foo. Im Grunde genommen bleibt also alles wie gehabt. The Raveonettes sind weiterhin eine leicht melancholische, zerstörungswütige, aber auch harmoniesuchende Band - irgendwo zwischen Avantgardismus und poppigem Noise-Wave. Und "Pe'ahi" bringt ihre bisherige Diskografie schön knackig auf den Punkt.

Klaas Tigchelaar
teleschau | der mediendienst

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