The Gaslight Anthem - B-Sides
erhältlich ab
31.01.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Rock
Label
Side One Dummy
Vertrieb
Cargo
Laufzeit
00:39:05
Redaktion
Eure Bewertung

Für zwischendurch

Kaum haben The Gaslight Anthem ihren eher dürftigen Konzertfilm "Live In London" unter das Volk gebracht, schieben sie mit "The B-Sides" ein Sammelsurium aus ihrem Raritäten-Kabinett nach. Das Album bietet, was es verspricht: Unveröffentlichtes, Bonus-Tracks, Sessions und Cover-Versionen. Muss man sicher nicht haben, wenn man die Punk-Rocker aus New Jersey nur mal so am Rande wahrgenommen hat. Fans indes finden darauf, sofern sie einige Tracks nicht schon von einzelnen Singles her kennen, einige kleine Kuriositäten aus den Jahren 2008 bis 2011.

Da wären etwa die bereits bewährten bandeigenen Evergreens wie "The '59 Sound", "American Slang", "Great Expectations" und "Boxer", die hier in akustischen Versionen dargeboten werden. Für den alternativen, in Seattle ansässigen Radio-Sender KEXP wurden diese Kleinode einst auf Konserve gebannt - es sind Hinhörer in jeder Hinsicht: Gaslight Anthems bevorzugtes Wechselspiel mit der Dynamik kommt hier besonders schön zur Geltung, Fallons raues Organ umgarnt schön die gezupften Saiten, dazu wird ein einfacher LoFi-Sound gereicht.

Natürlich dürfen auf einer Resteverwertung wie "The B-Sides" auch die obligatorischen Verweise auf die Klassiker der Rockgeschichte nicht fehlen: Der Stones-Meilenstein "Tumbling Dice" erfährt einen bodenständigen New-Jersey-Remix ohne Extras, während das einst verschmitzt treibende "Songs For Teenagers" der Labelkollegen Fake Problems in der Gaslight-Anthem-Interpretation dem theatralischen Pathos des großen Vorbilds Bruce Springsteen nachspürt.

Dass Brian Fallon geradezu aufdringlich gezwungen in der Pearl-Jam-Huldigung "State Of Love And Trust" unbedingt wie Eddie Vedder klingen muss, wird dem einen oder anderen Pearl-Jam-Puristen vielleicht unangenehm aufstoßen. Andererseits gab es schon schlimmere Versuche, den Legenden aus Seattle gerecht zu werden. Ebenso gibt es sicherlich schlechtere B-Seiten-Kompilationen. "The B-Sides" wird sicher für den Sammler den einen oder anderen Mehrwert darstellen, ansonsten bleibt das Album, was es ist: ein kleiner Happen für zwischendurch, mehr nicht.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

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