The Black Keys - Turn Blue
erhältlich ab
09.05.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Blues-Rock
Label
Nonesuch
Vertrieb
Warner
Laufzeit
00:45:09
Redaktion
Eure Bewertung

Das Fieber ist auskuriert

Unterschiedlicher könnten Anfang und Ende eines Albums kaum sein. Merkt man beim Opener "Weight Of Love" noch all die Last, von der Sänger, Gitarrist und Bassist Dan Auerbach singt und die der Song vermittelt, hat man den Tausendsassa selten so ausgelassen gehört wie bei "Gotta Get Away", das sich an elfter und damit letzter Stelle von "Turn Blue" befindet. Dort vergisst das Duo seinen Blues, bewegt sich eher in den fröhlichen Folk- und Southern-Rock-Gefilden von Creedence Clearwater Revival, und lässt das Thema Liebe erstmals (fast) vollkommen außer Acht. Und weil zwischen Lied eins und Lied elf ebenfalls sehr viel Spannendes passiert, reicht "Turn Blue" nahe an Bandklassiker wie "Attack & Release" und "Brothers" heran.

Dabei hätte man Schlimmes erwarten können. Mit dem Erfolg der Vorgänger "Brothers" und vor allem "El Camino" sowie der Radiopräsenz des Hits "Lonely Boy" waren Auerbach und sein Kollege am Drumset, Patrick Carney, endgültig in der Popwelt angekommen. Und dann schicken die Mannen aus Ohio "Fever" als Vorbote zum neuen Album in den Äther. "Fever", mit diesem kitschigem Keyboard, der an einer Richtschnur entlanglaufenden Bassline und dem Mitsing-Refrain. "Sell Out" mochte man da schon schreien. Doch auf "Turn Blue" schafft das Duo es sogar, den Hit so einzubetten, dass man genauer hinhören will, als es der Radio-Overkill eigentlich zulässt.

Denn "Turn Blue" strotzt nur so von Vielfalt, dass sogar ein "Fever" darin Platz findet. Auerbach zelebriert ein ums andere Mal wieder seine unsaubere Falsettstimme, was gerade in langsamen Tracks wie "In Time" oder "Waiting On Words" puren Blues zur Folge hat. In Letzterem ist er kaum noch wiederzuerkennen, solch hohen Töne hat man wohl noch nie vom 34-Jährigen gehört. Dazu liefert er im überragenden Titeltrack wohl den zuckersüßesten Refrain der Bandgeschichte. Auch die gefühlten 50 Gitarrensoli, die an keiner Stelle des Albums zu nerven beginnen, zeigen mal wieder, was für ein großartiger Musiker Auerbach doch ist. Natürlich darf auch Carney nicht vergessen werden. Der Drummer treibt das Geschehen ein ums andere Mal mit seinem facettenreichen Schlagzeugspiel an. Bestes Beispiel hierfür ist "It's Up To You Now", das wohl sinfonischste Lied der Platte.

An den Reglern durfte abermals nach "El Camino" Danger Mouse (Gnarls Barkley, Gorillaz) mithelfen. Alle Befürchtungen, dieser würde die Kanten noch weiter glätten, haben sich zum Glück nicht bewahrheitet. The Black Keys bleiben dreckig, bleiben Blues - und wer damit Erfolg hat, tut der Poplandschaft nichts Schlechtes.

Max Trompeter
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc
Titel Unsere Songtexte
Fever Fever
Turn Blue Turn Blue
Weight of Love Weight of Love
In Time In Time
Year in Review Year in Review
10 Lovers 10 Lovers
In Our Prime In Our Prime
Gotta Get Away Gotta Get Away

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