Taylor Swift - 1989
erhältlich ab
28.10.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop
Label
Big Machine
Vertrieb
Universal
Laufzeit
01:08:20
Redaktion
Eure Bewertung

Frau für alles

"1989" sei das erste "reine Popalbum" von Taylor Swift. So kündigte ihre Plattenfirma das fünfte Album der 24-Jährigen an. Auf den ersten Blick konnte man diese Aussage hinterfragen. Schließlich hatte sich Swift schon mit jedem ihrer Vorgängeralben etwas mehr von ihren Country-Wurzeln entfernt - und Mainstream-Pop-Appeal besaßen ihre Songs ohnehin seit jeher. Aber "1989" stellt tatsächlich eine Art Neustart für die US-Sängerin dar - und ist ein logischer und konsequenter Schritt.

Swift spielt ihre Neuausrichtung naturgemäß herunter. Country? Rock? Pop? Das sind keine Kategorien, in denen die 24-Jährige denkt: "Mein Anspruch war immer nur, bessere Musik zu machen als zuvor", sagt sie im Interview. Man mag ihr sogar zugestehen, dass die Weiterentwicklung in Richtung Pop für sie persönlich Sinn macht. Swift hatte offensichtlich genug davon, dass sich die Klatschmedien auf jede ihrer vergangenen Beziehungen stürzten, alle Welt ihre Lieder nach mehr oder weniger offenen Hinweisen auf Ex-Liebhaber durchsuchte. Und zur selbstbewussten Single-Frau, die sie inzwischen verkörpern will, passen schwungvolle Pop-Songs eben besser als liebesleidende Country-Balladen, denen per Definition ein gewisser Herzschmerz innewohnt. Dennoch: "1989" klingt so, als ob sich zumindest ein oder zwei Marketing-Experten Gedanken über die Zukunft des US-Superstars gemacht haben.

Das Ergebnis dieser Überlegungen: Taylor Swift ist längst nicht mehr nur das "all american girl", sondern längst eine weltweit populäre Marke. Sie muss und will sich endgültig auch international durchsetzen. Das ist ihr bereits gelungen: Mit dem wunderbar gut gelaunten Pop-Ohrwurm "Shake It Off" erreichte sie in Deutschland Platz fünf, ihre bislang beste Platzierung in den Single-Charts. Auch "1989" lässt an ihren neu formulierten Zielen keinen Zweifel. Mit Hilfe von Co-Songwritern und Produzenten wie Max Martin (Britney Spears, Pink, Katy Perry), Ryan Tedder (Adele, Beyoncé) und Jack Antonoff (Fun, Sara Bareilles) setzt Swift voll und ganz auf massenkompatiblen, höchst eingängigen, aber auch etwas eindimensionalen Synthie-Pop.

Im Vergleich zum stilistisch breit gefächerten Vorgänger "Red" (2012) wirkt "1989" eher wie ein Rückschritt. Einzelne Songs, etwa das dichte, leicht funkige "Style" oder das freche, perkussive "Blank Space", sind perfekt produzierte Popsongs. An anderer Stelle jedoch wird klar, dass Swift mit ihren Country-Wurzeln auch ein Alleinstellungsmerkmal aufgibt und neue Konkurrenz bekommt: Das verführerische Hauchen wie in "Wildest Dreams" kann Lana Del Rey dann doch besser, "Wonderland" wirkt gar wie ein billiger Abklatsch von Lordes Superhit "Royals". Als "reines", selbstbewusstes und weltweit chartfähiges Mainstream-Pop-Album wird "1989" natürlich trotzdem funktionieren.

Stefan Weber
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc
Titel Unsere Songtexte
Blank Space Blank Space (Übersetzung)
Blank Space
Style Style (Übersetzung)
Style
All You Had to Do Was Stay All You Had to Do Was Stay (Übersetzung)
All You Had to Do Was Stay
I Wish You Would I Wish You Would (Übersetzung)
I Wish You Would
Bad Blood Bad Blood (Übersetzung)
Bad Blood
Wildest Dreams Wildest Dreams (Übersetzung)
Wildest Dreams
How You Get the Girl How You Get the Girl (Übersetzung)
How You Get the Girl
This Love This Love (Übersetzung)
This Love
I Know Places I Know Places (Übersetzung)
I Know Places
Clean Clean (Übersetzung)
Clean
You R in Love You R in Love (Übersetzung)
You R in Love
Wonderland Wonderland (Übersetzung)
Wonderland
New Romantics New Romantics (Übersetzung)
New Romantics

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