Stone Sour - Hydrograd
erhältlich ab
30.06.2017
Genre
  • Hard&Heavy
  • Alternative Metal
Label
Roadrunner
Vertrieb
Warner
Laufzeit
Redaktion
Eure Bewertung

Mit harten Bandagen

Ein Schlagabtausch zwischen Promis ist immer Stoff für gute Schlagzeilen - besonders dann, wenn zwei Rocker aufeinandertreffen. Momentan zofft sich der Stone-Sour- und Slipknot-Sänger Corey Taylor mit Nickelback-Fronter Chad Kroeger. Letzterer erklärte in einem Interview mit "Metal Covenant", Stone Sour seien lediglich eine "Light-Version" seiner Band. Taylor reagierte natürlich und konterte im Gespräch mit Radiosender "98 KUPD": "Kumpel, leg dich mit deinem Hello-Kitty-Kissen ins Bett und halt die Klappe." Dass Stone Sour natürlich etwas anderes ist als Nickelback, beweisen Taylor und seine Bandkollegen nun mit dem neuen, verdammt starken Album"Hydrograd".

"Hello, you bastards." Nette Begrüßung. Die wahrscheinlich nicht den Chad Kroegers dieser Welt gilt, sondern der großen Fangemeinde von Stone Sour - und dann doch eher lieb gemeint ist. Was folgt, ist ein kurzes Instrumental, dann kracht mit "Taipei Person - Allah Tea" (ein Faible für seltsame Songnamen hatten die US-Rocker schon immer) ein mächtiger Vorschlaghammer in die Ohrmuscheln. "We live, we die - we never wonder why", dazu Shouts und eine stimmige Thrash-Würzung. Schnell kommt die freudige Vermutung auf, dass die phasenweise Trägheit des zweiteiligen Konzeptvorgängers "House Of Gold And Bones" (2012/13) über Bord geworfen wurde. Und so ist es auch.

"Wir wollten all unsere Einflüsse nehmen, sie zusammenschmeißen und dann sehen, ob dabei etwas Vertrautes herauskommt. Nicht etwas Neues, sondern einfach etwas, dass sich gut anfühlt", verriet Corey Taylor im Interview. "Knievel Has Landed" oder "Somebody Stole My Eyes" halten das Pedal durchgedrückt. Das noch energischere, bereits bekannte und leicht abgedrehte Stück "Fabuless" kann sich auch im Kontext des Gesamtalbums problemlos behaupten, während "St. Marie" wieder eine andere Richtung einschlägt und sich den Country-Hut aufsetzt.

Wer nach der einen großen, schlagenden Ballade sucht, wird ebenfalls wieder fündig: "When The Fever Broke" ist kein Quotending, sondern eine atmosphärische Streicheleinheit, die den Hörer unvermittelt umarmt, sich mit Melancholie und Verzweiflung in Richtung Tränendrüse vorarbeitet und nicht zuletzt aufgrund ihrer unterkühlt-traumblasigen Klangumgebung allzu simple Maschen dieser Songgattung geschickt vermeidet.

Bleiben die Songs, welche die hitverdächtige Schokoladenseite der Band zur Schau tragen und damit Chad Kroeger und Co. auf die Pelle rücken: Die kräftige Alternative-Rock-Nummer "The Witness Trees", der vor allem textlich intensive Titel "Mercy" sowie die enorm mainstreamige Single "Song #3" wissen, wie die Massen mobilisiert werden können. Wer möchte, erkennt hier tatsächlich eine Schnittmenge mit Nickelback, die ihrerseits kürzlich mit dem grundsoliden neuen Album "Feed The Machine" aufwarteten. Grund genug, dem anderen in den Garten zu pinkeln? Solange beide Bands zeigen, was sie können, wird es dem Hörer egal sein. Amüsant ist der Schlagabtausch allemal.

Alexander Diehl
teleschau | der mediendienst

1 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.

14. September, 18:13 Uhr
von Heresy

nickelback gegen corey taylor ? xD das ist wie ein französischer fußsoldat gegen nen deutschen panzer xD

Qmn