Sheryl Crow - Feels Like Home
erhältlich ab
24.01.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Country
Label
Warner
Vertrieb
Warner
Laufzeit
00:44:03
Redaktion
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Neue Heimat Nashville

Sie schaut sich um: Vor dreieinhalb Jahren wich Sheryl Crow von ihren üblichen popberockten Pfaden ab und veröffentlichte mit "100 Miles From Memphis" ein Album, das dem Soul ihrer Heimat huldigte. Aber die Sängerin ist nicht nur 100 Meilen von Memphis entfernt geboren, sondern auch gerade mal 200 Meilen von Nashville. Inzwischen wohnt sie sogar dort. Folgerichtig ist ihre neue Platte ganz und gar von Country geprägt. Und in diesen musikalischen Gefilden fühlt Crow sich so richtig daheim: "Feels Like Home", lautet denn auch der Titel des Langspielers. In ihre neue Heimat hat sich die 52-Jährige bestens integriert - vielleicht sogar ein bisschen zu gut.

Schon der Opener "Shotgun" macht mit der geballten Subtilität eines Pickup-Trucks und einfachem Rhythmus klar, in welchem Terrain wir uns hier bewegen: "What we need is an open road / Four hundred horses need a little room to run!" Weites Land - check. Freiheit - check. Fette Karre - check. Und auch im Rest des Albums kommen fast alle dämlichen Redneck-Klischees mal dran: Crow beklagt die guten alten Zeiten, in denen Suchtkrankheiten noch eine ordentliche Schande waren ("Crazy Ain't Original"), beweint Highschool-Darlings, die es nie aus ihrem Kaff geschafft haben ("Homecoming Queen") oder starke Frauen, die ihren Söhnen den Deadbeat Dad ersetzen müssen (das textlich charmant verunglückte "Waterproof Mascara" mit den Textzeilen "Thank God they make waterproof mascara / 'cause it won't run like his Daddy did.")

Der freizügige Umgang mit der Klischeekanone geht nach einer Weile zwar gewaltig auf die Nerven, doch das ändert nichts daran, dass die Songs selbst solide gemacht sind. "Feels Like Home" serviert Country-Hausmannskost von Profis: Unter anderem haben Genregrößen wie Brad Paisley oder Chris DuBois sie beim Schreiben unterstützt. Außerdem bietet Sheryl Crows Gesang eine der wenigen Überraschungen des Albums, denn der fügt sich so geschmeidig in die konventionellen Arrangements, als sei die Sängerin hier in ihrem ureigensten Genre unterwegs. Insgesamt hat sich Sheryl Crow also gut an ihre neue Nachbarschaft in Nashville angepasst. Noch besser aber wäre es, wenn sie sich beim nächsten Album wieder traut, mal eine eigene Note einzubringen.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Shotgun Shotgun
2 Easy Easy
3 Give It to Me Give It to Me
4 We Oughta Be Drinkin' We Oughta Be Drinkin'
5 Callin' Me When I'm Lonely Callin' Me When I'm Lonely
6 Waterproof Mascara Waterproof Mascara
7 Crazy Ain't Original Crazy Ain't Original
8 Nobody's Business Nobody's Business
9 Homesick Homesick
10 Homecoming Queen Homecoming Queen
11 Best of Times Best of Times
12 Stay at Home Mother Stay at Home Mother

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