Ryan Adams - Ryan Adams
erhältlich ab
05.09.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Americana/Rock
Label
Columbia
Vertrieb
Sony
Laufzeit
00:43:02
Redaktion
Eure Bewertung

Ganz er selbst?

Um die Jahrtausendwende war Ryan Adams der strahlende Stern am Himmel. Die Medien hievten den damaligen Mittzwanziger zum potenziellen Nachfolger Bob Dylans empor, die Alben "Heartbreaker" und "Gold" wurden zu Recht gefeiert. Sein emotional intonierte Melange aus Folk, Americana und Rock packte den Hörer am Ärmel und zerrte in auf ein grüne Wiese voller Seelenheil und Herzensangelegenheiten. Es folgte ein grandioses Album nach dem anderen, doch für den ganz großen Durchbruch reichte es bislang nie - daran wird sich wohl auch mit "Ryan Adams" nichts ändern.

Warum dem Songwriter nie allerhöchste (Chart-)Ehren zuteilwurden? Vielleicht lag es an der für längere Zeit grassierenden Schaffenswut des Singer/Songwriters aus North Carolina (drei Alben allein im Jahr 2005!), die von furiosem Metal ("Orion") bis zu ergreifender Americana über die Themen Liebe und Hölle ("Love Is Hell") so ziemlich alles abdeckte. Nach der zehnten Platte "Cardinology", die mit seiner einst bewährten Backing-Band "The Cardinals" entstand, zog sich der Überarbeitete und von Schlafmitteln Abhängige 2009 für einige Zeit zurück. Das grandiose "Ashes & Fire" brachte den genesenen Adams jedoch vor drei Jahren mit einem großen Paukenschlag zurück, die Platte war ein Triumph.

Der damalige Produzent Glyn Johns (Bob Dylan, Rolling Stones, Led Zeppelin) sollte auch nun für Adams' selbst betiteltes Werk die Produktion übernehmen. Doch der Songwriter verwarf die mit ihm entstandenen Aufnahmen und machte sich in seinem analogen Pax Am-Studio, in dem er parallel auch selbst Platten anderer Künstler (Fall Out Boy und Willie Nelson) produziert, an die Neuvertonung des Materials. Angeblich inspiriert von The Smiths und The Velvet Underground waren nun Mitstreiter wie Keyboarder Benmont Tench (Tom Petty & The Heartbreakers), Produzent Mike Viola und temporäre Studio-Gäste wie Johnny Depp und seine Gattin, die Schauspielerin und Musikerin Mandy Moore, dabei. Eben erwähnte Vorbilder schimmern auf "Ryan Adams" höchstens mal am kurz angedeuteten Gitarrensound durch, vielleicht bildet man es sich aber auch nur ein.

"Gimme Something Good" eröffnet als Midtempo-Rocker: Tenchs Hammond jubiliert und Adams gibt den großen Verführer. Besser kann man es kaum noch machen - und in der Tat folgen dann noch zehn gute Songs, die einen aber nicht mehr so packen wie der Einstand. Solide Lieder zwischen alternativer Americana und Rock, grazil instrumentiert aber mit wenig großen Höhepunkten. Das getragene "Shadows" kann man aber noch getrost dazu zählen: Düstere Gitarrenschwaden dengeln da furios in den dunklen Wald hinein und treiben den Song durch einen emotionalen Nebel vor sich her. Ansonsten fühlt man sich auf Adams' 14. Album ein wenig zu oft an AOR-/80er-Jahre-Radio-Rock erinnert. "Ryan Adams" ist beileibe kein Durchschnitt, aber so nahe war Adams bisher auch noch nicht an ihm dran.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Gimme Something Good
2 Kim
3 Trouble
4 Am I Safe
5 My Wrecking Ball
6 Stay With Me
7 Shadows
8 Feels Like Fire
9 I Just Might
10 Tired Of Giving Up
11 Let Go

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