Robert Plant - lullaby and... The Ceaseless Roar
erhältlich ab
05.09.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Folk/Blues/Weltmusik/Rock
Label
Nonesuch
Vertrieb
Warner
Laufzeit
00:49:38
Redaktion
Eure Bewertung

Kein Blick zurück

Diskussion zwecklos: Robert Plant hat einfach keine Lust mehr auf eine Led-Zeppelin-Reunion-Tour. Der Sänger der unzerstörbaren Hardrock-Legende macht seit Jahren lieber sein eigenes Ding. Egal, ob mit seiner Folk-Rock-Formation Priory Of Brion, der kraftvollen Backing-Band Strange Sensation ("Dreamland"), der vielfachen Grammy-Gewinnerin Alison Krauss ("Raising Sand") oder seiner Prä-Led-Zeppelin-Truppe Band Of Joy, die er vor vier Jahren reaktivierte: Robert Plants ungebrochene Motivation, sich stets neu zu erfinden, ohne dabei die Vergangenheit aus dem Blickfeld zu lassen, beeindruckt immer wieder. Auch auf seinem neuen Werk "Lullaby And ... The Ceaseless Roar" präsentiert sich er so souverän und vielschichtig wie kein anderer in die Jahre gekommener Hardrocker von Weltruf.

Plant platziert sich als inspirierter Nukleus und nimmt alle daran Beteiligten bei der Hand, lässt sie an seinen Visionen teilhaben und gibt Ansporn, sich selbst mit einzubringen. Der Brite hat "Lullaby ... And The Ceaseless Roar" mit seiner neuen Backing-Band eingespielt, den beeindruckend versiert aufspielenden The Sensational Space Shifters - einer losen Gruppe aus Plants alten Weggefährten und neuen Bekanntschaften, denen Plants Arbeitsprinzip des gemeinsamen Songwritings, des Austauschs von Ideen und des gegenseitigen Respekts wohl bekannt sein dürfte.

Seine Stimme ist weicher geworden, das anspruchsvolle Spiel mit den Oktaven schafft der inzwischen 66-Jährige indes immer noch mühelos. Über dem Opener, dem Blues-Traditional "Little Maggie", lässt Plant seinen Gesang sanft über Breakbeat-Perkussion, Banjo-Cluster, Fiedeln und von Trance inspirierte Keyboard-Flächen wehen. So kann Folklore im neuen Jahrtausend eben auch klingen.

Der erste Höhepunkt des Albums folgt mit der Single "Rainbow", in der sich Stadionrock, Afrika-Einflüsse und Plants Falsett zusammen in einen Ohrwurm verwandeln. "Pocketful Of Golden" wildert im Orient und bleibt doch im Okzident verwurzelt, "Embrace Another Fall" ist ausgeklügelter Afro-Stoff, "Turn It Up" düsterer Psycho-Blues. Und die Piano-Ballade "A Stolen Kiss" zeigt wieder einmal, was für ein fabelhaft gefühlvoller Sänger Plant doch eigentlich ist.

Und immer wieder poppen diese pfiffigen Loops und Samples aus der Effekt-Bibliothek von John Baggott (Portishead, Massive Attack) auf und schmiegen sich in die Stimmung des jeweiligen Songs hinein. Mit dem schwungvollen Weltmusik-Crossover "Arbaden (Maggie's Baby)" aus angedeutetem Neo-Prog, Tribal-Rhythmen und westafrikanischen Hirtenvolk-Vokalen kommt die äußerst gelungene Stilreise - weit entfernt von Led Zeppelin und allen Erwartungshaltungen - zu ihrem Ende.

Robert Plant könnte den exaltierten Alt-Rocker mit Star-Allüren mimen, den er als personifizierte Legende locker bedienen könnte. Aber er tut es nicht. Er hat so etwas nicht nötig. Vielmehr beschenkt er die Hörer, die ihn auf diesem Weg weitab aller Rock-Klischees begleiten wollen, mit einem erfrischend ungebremsten und kraftspendenden Stil-Mix aus Roots-Rock, Folk, Blues, Pop und Weltmusik. "Lullaby And ... The Ceaseless Roar" ist vielleicht das beste Solo-Werk, das Robert Plant je gemacht hat.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc
Titel Unsere Songtexte
Rainbow Rainbow
Turn It Up Turn It Up
Pocketful of Golden Pocketful of Golden
Embrace Another Fall Embrace Another Fall
A Stolen Kiss A Stolen Kiss
Somebody There Somebody There

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