Rick Ross - Hood Billionaire
erhältlich ab
05.12.2014
Genre
  • Hip Hop/Rap
  • Rap
Label
Def Jam
Vertrieb
Universal
Laufzeit
01:18:08
Redaktion
Eure Bewertung

Im Süden nichts Neues

Rapper Rick Ross, der selbsternannte Teflon Don aus Miami, Florida, veröffentlicht ein neues Album. Und man muss sagen: schon wieder. Es hört auf den bescheidenen Titel "Hood Billionaire" und ist nach "Mastermind" bereits das zweite Album aus seiner Feder, das in diesem Jahr erscheint. Die Message bleibt indes unverändert: Im Süden nichts Neues.

Knapp acht Jahre ist es jetzt her, dass Rick Ross mit dem Remix seiner Über-Single "Hustlin'" auf sich aufmerksam machen und sich erstmals einem breiten Publikum präsentieren konnte. Mit dem dazugehörigen Album "Port Of Miami" erklomm er souverän die Spitze der amerikanischen Billboard-Charts und glänzte dort fortan als Dauergast. Mit "Hood Billionaire" präsentiert Rick Ross nun seinen mittlerweile siebten Langspieler und zum ersten Mal scheint der erfolgsverwöhnte Heavyweight-Champion ins Straucheln zu geraten.

Denn mit "Hood Billionaire" liefert er nicht, wie erwartet, neue, saftige Hymnen für die Clubs und Radios der (HipHop-)Welt. Viel eher wirkt "Hood Billionaire", trotz gewohnt amtlicher Produktionen und illustrer Gästeliste - etwa Snoop Dogg ("Quintessential"), R Kelly ("Keep Doin' That (Rich Chick)") und Jay Z ("Movin' Bass") - weitestgehend uninspiriert und erinnert mehr an eine Sammlung übriggebliebener Songs, deren Konzepte, Ideen und Ansätze allesamt so schon besser schon vom Ross serviert wurden.

Möglicherweise resultiert dieser Eindruck aus dem Umstand heraus, dass die allgemeine Begeisterung für ignorante Baller-Hymnen der Marke Rick Ross, samt ihren stumpfen Hooks und knallenden Trap-Beats, sich allmählich erschöpft. Denn die (Chart-)Regentschaft der einst unverwüstlichen Kunstfigur Rick Ross, dieses ehemaligen Correctional Officers, der seine gesamte Karriere auf der erfolgreich entlehnten Rolle des ultimativen Drogen-Kingpins aufgebaut hatte, neigt sich allmählich dem Ende entgegen. Rick Ross selber kann man dahingehend aber eigentlich kaum einen Vorwurf machen. Denn auch bei "Hood Billionaire" hat der Rapper eben jene bewährte Erfolgsformel angewandt, mit der er bis dato bereits fünf Nummer-eins-Alben für sich verbuchen konnte.

Ob er dieses Rezept noch mal ändert, ist ungewiss. Ganz sicher ist hingegen, dass der Abstand von gerade einmal acht Monaten zwischen zwei Rick-Ross-Alben schlicht und ergreifend zu gering ist, sowohl für den Teflon Don selbst als auch für den geneigten Hörer. Aber gut, 2016 kann das alles schon wieder ganz anders aussehen. Bis dahin darf Rick Ross bleiben, wie er ist.

Robert Christian Schulz
teleschau | der mediendienst

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