Nickelback - No Fixed Address
erhältlich ab
14.11.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Rock
Label
Republic
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:43:02
Redaktion
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Keine drei Meinungen

Nickelback haben es wirklich nicht leicht. Erst kürzlich versuchten selbsternannte Verfechter des guten Musikgeschmacks einen geplanten Auftritt der kanadischen Rock-Truppe in London per Crowdfunding zu stoppen. Die Aktion war nur mäßig erfolgreich, dafür war PR-Effekt für Nickelback und ihr neues Album "No Fixed Address" umso größer. Bandleader Chad Kroeger, dem die Aktion der Engländer im Übrigen sehr gut gefiel, ist es ohnehin gewohnt, dass auf ihm herumgehackt wird. Ob seine Haare, seine Texte oder die Beziehung mit Ehefrau und Pop-Punk-Zicke Avril Lavigne - regelmäßig bekommt Kroeger einem Shitstorm ab, der indes durch die bedingungslose Hingabe der harten Nickelback-Fan-Fraktion ziemlich relativiert wird.

Und so ist es eben auch mit der Musik von Nickelback: Die Gegner verfluchen den statischen Song-Kosmos der Kanadier mit dem immer gleichem Aufbau, die Fans lieben dagegen das Erwartbare in der Musik ihrer Lieblingsband. Die einen hassen den aufgesetzten Pathos des kanadischen Quartetts, für die anderen ist es ein konsequentes und geradliniges Spiel mit den Stimmungen, auf das sie sich verlassen können.

"No Fixed Address", das achte Album von Nickelback, bildet da keine Ausnahme, denn es bietet wieder genug Argumente die Band zu "hassen": Die neue Single "What Are You Waiting For" ist mit käsigen Mitsing-Refrains zugekleistert und ersäuft in breiig konserviertem Radio-Rock. "Satellite" tingelt sang und klanglos im Schunkel-Orbit ohne Sinn und Ziel umher, und "Miss You" - mit billigem Piano, stolperndem Beat und dünnem Chor garniert - ist schlimmste Pennäler-Romanzen-Klischeebedienung. Ein wenig Stampf-Rock "Get Em Up" gefällig? Gab's schon hunderte Male besser. Aber so sind Nickelback eben. Sie zeigen keine Gnade, sie ziehen ihr Ding konsequent durch. Ist ja auch gut so, denn alle Welt erwartet das von ihnen - und Nickelback von sich selbst wohl am meisten.

Hat der Umstand, der zum Titel des Albums "No Fixed Address" geführt hat, an vielen unterschiedlichen Orten aufzunehmen, also gar nichts gebracht? Doch. Stellenweise geben sich Nickelback richtig Mühe. Das hart rockende, schwer groovende "Million Miles An Hour" beweist, dass sich wunderbar eingängiges Power-Riffing mindestens einmal auf einer Nickelback-Platte manifestiert. Und sie werden sogar mal politisch: In seiner gewohnt plakativen und holprigen Lyrik hangelt sich Chad Kroeger durch die erste, bereits seit August bekannte Single "Edge Of A Revolution". Der Protest-Song, der Ukraine-Krise, NSA-Skandal und Wall-Street-Machenschaften ins Visier nimmt, zeigt immerhin, dass auch auf Radiohits und Plattenverkäufe justierte Rock-Millionäre ein Auge aufs Tagesgeschehen in der Welt richten.

Das Funk-Experiment "She Keeps Me Up" kommt gar nicht mal so peinlich rüber und "Got Me Runnin Round", das in Kollaboration mit Rapper Flo Rida entstand, ist der heimliche Höhepunkt des Albums: Begleitende Bläser, ein schwungvolles R'n'B-Korsett und ein charmanter Rap-Part machen aus Nickelbacks rumpelndem Radio-Rock - zumindest hier - charmante Chart-Musik für zwischendurch.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Million Miles An Hour Million Miles An Hour
2 Edge Of A Revolution Edge Of A Revolution (Übersetzung)
Edge Of A Revolution
3 What Are You Waiting For? What Are You Waiting For? (Übersetzung)
What Are You Waiting For?
4 She Keeps Me Up She Keeps Me Up
5 Make Me Believe Again Make Me Believe Again
6 Satellite Satellite
7 Get 'Em Up Get 'Em Up
8 The Hammer's Coming Down The Hammer's Coming Down
9 Miss You Miss You
10 Got Me Runnin' Round Got Me Runnin' Round
11 Sister Sin Sister Sin

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