Neil Young - Storytone
erhältlich ab
31.10.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Rock
Label
Warner
Vertrieb
Warner
Laufzeit
00:41:20
Redaktion
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Wogen des Glücks

Kaum ein halbes Jahr ist vergangen, da steht Allrounder Neil Young schon wieder mit einem neuen Werk in den Startlöchern. Nach dem bewusst rudimentär gehaltenen "A Letter Home", das in Kollaboration mit Jack White (White Stripes, Raconteurs) entstand, schart Neil Young nun auf "Storytone" ein Orchester mit insgesamt 92 Musikern um sich.

Je nach Gemütslage der Songs driften Youngs Blues- und R'n'B-Kompositionen dank der vielköpfigen Besetzung manchmal ordentlich sentimental am Kitsch vorbei ("Plastic Flowers") - vor allem dann, wenn der Kanadier in "Glimmer" von neuer und alter Liebe sinniert. Das geht ans Herz, denn erst vor wenigen Monaten hat Neil Young, nach 36 Jahren Ehe, die Scheidung von seiner Ehefrau Pegi eingereicht. Er spinnt den Faden weiter, lässt das Leben von Nahestehenden wie einen "Tumbleweed" an sich vorbeiziehen, sieht aber auch ein erhellendes Licht in der Ferne scheinen, als er fast schon dankbar konstatiert: "I'm Glad I Found You". Mit seinen beinahe 69 Lebensjahren und einigen Änderungen im Privatleben hat Neil Young aber nun wohl doch einen Geisteszustand erreicht, der ihm ein gutes Gefühl zu geben scheint.

Denn trotz aller Sentimentalität und der Sorge um die Umwelt ("Who's Gonna Stand Up?") fühlt man immer wieder eine Woge des Glücks herüberschwappen, wenn Young sanft aber glücklich seine Stimmungen in "When I Watch You Sleeping" und "All Those Dreams" beschreibt. Für den tonalen Gegenpart und eine etwas positivere Grundstimmung sorgen indes jene Stücke, bei denen auch seine Band Crazy Horse zu hören ist oder das Orchester etwas forscher aufspielt. Big-Band-Partystimmung ist bei "Say Hello To Chicago" gewährleistet, und die vollen Bläsersätze im von R'n'B getriebenen "Like You Used To" führen sogar in Versuchung, das Tanzbein zu schwingen. Mit einem schelmischen Augenzwinkern weist Neil Young im stoischen "I Want To Drive My Car" auf seine erst kürzlich erschienene Biografie "Special Deluxe: A Memoir of Life and Cars" hin, in der er äußerst unterhaltsam über Hunde, Autos und Freunde sinniert.

"Storytone" ist optional als Doppel-Album erhältlich, auf dem alle zehn Songs alternativ als akustische Solo-Versionen zu finden sind, in denen sich der Musiker auf seine Gitarre oder das Piano beschränkt. Die Unterschiede zu den orchestralen Versionen sind dabei größtenteils frappierend. Gerade der direkte Vergleich zeigt aber mal wieder, wie selbstverständlich und souverän Neil Young zwischen den unterschiedlichsten Musikstilen hin- und herwechseln kann, ohne dabei die Intention und die Intensität eines Songs zu verwässern.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Plastic Flowers (solo)
2 Who's Gonna Stand Up (solo)
3 I Want to Drive My Car (solo)
4 Glimmer (solo)
5 Say Hello to Chicago (solo)
6 Tumbleweed (solo)
7 Like You Used to Do (solo)
8 I'm Glad I Found You (solo)
9 When I Watch You Sleeping (solo)
10 All Those Dreams (solo)
Disc 2
Titel Unsere Songtexte
1 Plastic Flowers Plastic Flowers
2 Who's Gonna Stand Up Who's Gonna Stand Up
3 I Want to Drive My Car I Want to Drive My Car
4 Glimmer Glimmer
5 Say Hello to Chicago Say Hello to Chicago
6 Tumbleweed Tumbleweed
7 Like You Used to Do Like You Used to Do
8 I'm Glad I Found You I'm Glad I Found You
9 When I Watch You Sleeping When I Watch You Sleeping
10 All Those Dreams All Those Dreams

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